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Coburg

Einen Pflasterstein für jeden Coburger

In der Ketschengasse wurden 41.156 Stück verlegt. Seit gestern ist die südliche Innenstadt wieder frei befahrbar. Die Gestaltung findet großen Anklang.



Die Ketschengasse ist eröffnet: Am Donnerstag übergaben OB Norbert Tessmer, Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber sowie Mitarbeiter von Wohnbau und Stadtverwaltung den sanierten Straßenabschnitt an die Öffentlichkeit.	Fotos: Frank Wanderatsch
Die Ketschengasse ist eröffnet: Am Donnerstag übergaben OB Norbert Tessmer, Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber sowie Mitarbeiter von Wohnbau und Stadtverwaltung den sanierten Straßenabschnitt an die Öffentlichkeit. Fotos: Frank Wanderatsch   » zu den Bildern

Coburg - Seit gestern steht das Entree zur Innenstadt wieder ganz weit offen. Zusammen mit Bau-Bürgermeisterin Dr. Birigt Weber und Vertretern der an der Planung beteiligten Ämtern eröffnete Oberbürgermeister Norbert Tessmer am Donnerstagmorgen das Teilstück der Ketschengasse zwischen Ketschentor und der Kreuzung Berliner Platz/Schützenstraße. Damit kann der Verkehr in der südlichen Innenstadt wieder ungehindert rollen. Fast ein ganzes Jahr lang war die untere Ketschengasse gesperrt. In dieser Zeit blieb kein Stein auf dem anderen.

Und so geht es weiter

2019 wird der Umgriff um die Lutherschule in Angriff genommen. Für das Bildungshaus entsteht ein neuer Spielplatz, in den auch der Schulhof integriert wird. Außerdem soll der Straßenzug zwischen Lutherschule und Hexenturm gestalterisch verbessert werden.

Weitere Planungsschritte sind der Anschluss des Alberstplatzes an die obere Ketschengasse (zwischen Marktplatz und Albertsplatz). Auch dort wünschen sich die Planer eine Gestaltung, die der der unteren Ketschengasse ähnelt.

In der ferneren Zukunft geht es um die Umgestaltung von Ernstplatz und Viktoriabrunnen. Dort soll vor allem die Verkehrsführung geändert werden.

Ihre Dienstkarossen hatten Oberbürgermeister und Bau-Bürgermeisterin am Donnerstag gegen einen Pferdewagen getauscht. Mit nur vier PS unter der "Haube" reiste die Stadtführung und ihre Entourage zur Eröffnung der sanierten Ketschengasse an - ganz so wie vor 200 Jahren. Das gemächliche Fortbewegungsmittel wurde offenbar bewusst gewählt. In der Ketschengasse gilt in Zukunft Tempo 20. Außerdem sieht die Straßenführung heute wieder so aus, wie sie zu Herzogs Zeiten einmal geplant worden war: schmale Fahrbahn, breite Trottoirs, Alleebäume und viel Pflaster.

 

Oberbürgermeister Norbert Tessmer lobte den dritten Bauabschnitt, der im Zuge der Altstadtsanierung der sogenannten Ketschenvorstadt verwirklicht wurde: "Eine wirklich gelungene Gestaltung, die dem Eingang zur Innenstadt einen neuen Charakter verleiht." Er wies darauf hin, dass in dem Straßenstück 41 156 Pflastersteine verbaut wurden. "Fast so viele Steine, wie wir Einwohner haben", konstatierte Tessmer. Auch für die Anwohner und Gewerbetreibenden in der Ketschengasse und den Zufahrtsstraßen, die während der elfmonatigen Bauarbeiten ebenfalls nur eingeschränkt befahrbar waren, werde es nun wieder besser, meinte der OB und fügte hinzu: "Jetzt wird auch das Gemecker aufhören. Dafür aber wohl an anderer Stelle zunehmen."

Dr. Birigt Weber, die Chefin der Coburger Bauverwaltung, wies darauf hin, dass der Stadtrat um die Gestaltung der Ketschengasse lange gerungen habe. Am Ende wäre ein Kompromiss gestanden. So wurde in dem Straßenstück aus Kostengründen hauptsächlich Betonpflaster verlegt, während die Straßen und Plätze rund um den Säumarkt und den Albertsplatz noch mit Granit gepflastert wurden.

Wie die Bürgermeisterin weiter sagte, hätten die Baufirmen bei der Verwirklichung des dritten Bauabschnitts unter erheblichen Zeitdruck gestanden. Weil die Stadt im Lutherjahr 2017 den Besuchern keine Großbaustelle zumuten wollte, mussten alle Arbeiten in diesem Jahr erledigt werden. Und die spielten sich hauptsächlich unterhalb des neuen Straßenpflasters ab, wie Wohnbau-Geschäftsführer Ullrich Pfuhlmann erläuterte. So mussten alle Gas-, Wasser, Strom und Fernwärmeleitungen erneuert werden. Im Bereich des Ketschentors bestand die besondere Herausforderung darin, die Leitungen unter dem historischen Regenwasserkanal durchzuführen, der in einer Tiefe von vier Metern liegt.

Wie Ullrich Pfuhlmann weiter sagte, stehen den Fußgängern jetzt etwa 500 Quadratmeter mehr zur Verfügung, während die Autofahrer fast die gleiche Fläche abgeben mussten. Seit gestern führt nur noch eine Fahrbahn von der Kreuzung am Anger auf das Ketschentor zu. Der in der Nachkriegszeit angebaute zweite Torbogen - damals führte die B4 quer durch die Stadt - kann nicht mehr von Fahrzeugen genutzt werden.

Damit der einstige Allee-Charakter wieder hergestellt werden konnte, hat das Grünflächenamt der Stadt acht Säuleneichen rechts und links der asphaltierten Fahrbahn gepflanzt. Die Bäume stehen übrigens in ganz besonderen Pflanzboxen, damit sie mehr Raum für die Wurzelbildung im Straßenraum haben und bei zukünftigen Tiefbauarbeiten nicht beschädigt werden können. Im Frühjahr sollen noch 400 kleine Pflanzen drei Bete schmücken, die vor dem Ketschentor entstanden sind.

Neu - aber bereits seit gut einem Jahr in Funktion - ist das Lichtkonzept für die Ketschengasse. Moderne LED-Leuchten sorgen für Helligkeit auf Pflaster und Fahrbahn, während Spots das Ketschentor, die Villa Viktoria oder die Bäume auf der Wiese vor dem Landgericht in Szene setzen.

Gekostet hat der Sanierungsschritt rund 1,7 Millionen Euro.

 

 

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
17:32 Uhr

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Norbert Klüglein

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20. 12. 2018
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