Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerLoewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerStromtrasse

Coburg

Einigung zum Greifen nah

Das staatliche Bauamt hat die Pläne für das Weichengereuth noch einmal geändert. Für Abbieger soll es jetzt mehr Möglichkeiten geben. Die SPD bleibt bei ihrem Nein.



Seit Jahren wird um den Ausbau des Weichengereuths (rot gestrichelt) gerungen. Noch in diesem Monat will das staatliche Bauamt Pläne vorlegen, die mit der Stadt Coburg und der Gemeinde Ahorn abgestimmt sind. Es geht vor allem um den Anschluss untergeordneter Straßen nach dem Ausbau auf vier Fahrspuren. Grafik: HCSB
Seit Jahren wird um den Ausbau des Weichengereuths (rot gestrichelt) gerungen. Noch in diesem Monat will das staatliche Bauamt Pläne vorlegen, die mit der Stadt Coburg und der Gemeinde Ahorn abgestimmt sind. Es geht vor allem um den Anschluss untergeordneter Straßen nach dem Ausbau auf vier Fahrspuren. Grafik: HCSB   Foto: HCSB » zu den Bildern

Coburg - Noch in diesem Monat möchte das staatliche Bauamt Bamberg mit der Stadt Coburg und der Gemeinde Ahorn neue Details für den Ausbau des Weichengereuths präsentieren. Das bestätigte Uwe Zeuschel, der stellvertretende Amtsleiter des staatlichen Bauamts Bamberg, das für den Ausbau und den Unterhalt von Bundes- und Staatsstraßen zuständig ist.

SPD lehnt Ausbau kategorisch ab

Die Coburger SPD hat ihre Meinung in Sachen Ausbau des Weichengereuths nicht geändert. "In anderen Städten werden gerade Straßen zurückgebaut und wir rüsten auf. Das ist eine Katastrophe", sagte Petra Schneider, die Fraktionsvorsitzende des Sozialdemokraten im Coburger Stadtrat gegenüber der Neuen Presse. In ihren Augen ist die Verbreiterung einer innerstädtischen Straße das falsche Signal für ein Verkehrskonzept der Zukunft. "Wir brauchen keinen Ausbau, der den Individualverkehr fördert", betonte Petra Schneider. Ihrer Ansicht nach sei überhaupt kein Ausbau nötig. Alles könne so bleiben.

 Schon im April 2016 hatte sich Stefan Sauerteig, der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, gegen einen vierspurigen Ausbau ausgesprochen . Ferner warnte Sauerteig davor, dass eine Schnellstraße zusätzlichen Verkehr anlocken könnte.

 

Sollte man bei dem Termin eine Einigung erzielen, könnten die Lösungen für den Ausbau im Herbst noch einmal den Kommunalpolitikern vorgestellt werden. Die Stadt Coburg wird im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens - das ist die Baugenehmigung für die Straße - noch einmal gehört werden. Generell hat der Coburger Stadtrat bereits vor zwei Jahren grünes Licht für den vierspurigen Ausbau der Straße gegeben. Im Juni 2016 unterstützte eine Mehrheit des Stadtrats die Pläne des staatlichen Bauamts. Gegenstimmen gab es damals aus den Reihen der SPD und von den Grünen.

 

Dass noch einmal 24 Monate verstrichen sind, hängt an der Komplexität des Bauprojekts. Der Lückenschluss zwischen der Stadtautobahn im Norden und der ebenfalls seit Langem autobahnähnlich ausgebauten Süd-Zufahrt ist zwar nur 1,5 Kilometer lang. Es gibt aber fünf untergeordnete Straßen, die in das Weichengereuth münden oder von ihm abzweigen. Dazu kommen mindestens noch einmal so viel Grundstücksein- und -ausfahrten. Den Ausbau so zu planen, dass die wichtigsten Abbiegemöglichkeiten erhalten bleiben, war die Aufgabe, der sich die staatlichen Straßenbauer stellen mussten.

2016 hatte Uwe Zeuschel in einem Gespräch mit der Neuen Presse darauf hingewiesen, dass bei einem vierspurigen Ausbau des Weichengereuths Autofahrer beispielsweise von der Samuel-Schmidt-Straße oder vom Ahorner Berg aus nicht mehr nach links in Richtung Innenstadt abbiegen können. Ähnlich wie im Neuen Weg oder südlich der Wassergasse sollte das Ausbaustück eine Mittelleitplanke erhalten. Dann könnte der Verkehr stadtauswärts nur noch in eine Richtung - nämlich nach Süden - abfließen. In umgekehrter Richtung wäre nach dem Ausbau das Linksabbiegen zum Ahorner Berg, in die Samuel-Schmidt-Straße oder in die Kleine Rosenau ebenfalls nicht mehr möglich. Autofahrer, die dieses Fahrziel haben, müssten dann mindestens bis zur Frankenbrücke fahren, um dort die Fahrtrichtung wechseln zu können.

Diese Planung war sowohl von der Stadt Coburg als auch von der Gemeinde Ahorn kritisch gesehen worden. Vor allem Ahorn sah die Gefahr, dass einige Betriebe nicht mehr erreicht werden können. Deshalb mussten die Entwürfe überarbeitet werden. Wie es heißt, sehe eine der neuen Varianten jetzt eine Ampelanlage am Fuß des Ahorner Bergs vor. Vom vierspurigen Ausbau will die Behörde allerdings nicht abrücken.

Das hat einen finanziellen Hintergrund: Auf Betreiben der IHK Coburg und der örtlichen CSU hat der damalige CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt 2017 den Straßen-Lückenschluss in den sogenannten "dringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Das bedeutet, dass der Staat einen wesentlichen Teil der Ausbaukosten - im Moment spricht man von mindestens 18 Millionen Euro - übernimmt, weil es sich um einen Lückenschluss zwischen den bereits vierspurig ausgebauten Teilstücken der B 4 handelt.

Anders wäre das, wenn das Weichengereuth dreispurig ausgebaut werden würde. Dann müssten der Freistaat Bayern und die betroffenen Kommunen die Kosten tragen. Die Realisierung des Projekts würde damit aber in weite Ferne rücken, weil der Freistaat Bayern seine Straßenbaupläne für die nächsten Jahre bereits festgeschrieben hat.

Eine offizielle Stellungnahme der Stadt Coburg zu der modifizierten Planung des staatlichen Bauamts Bamberg war am Mittwoch nicht zu bekommen, weil Bau-Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber derzeit nicht in Coburg weilt. Martin Finzel, der Bürgermeister der Gemeinde Ahorn, wollte den Gesprächen mit Uwe Zeuschel und seinem Team nicht vorgreifen. Er lobte allerdings die "gute und offene Zusammenarbeit". Finzel geht davon aus, dass eine für alle zufriedenstellende Lösung erzielt werden könne. "Für Ahorn ist es wichtig, dass die Gemeinde nicht zur Insel wird", unterstrich der Bürgermeister. Unternehmen und Bürger dürften nicht von den wichtigen Verkehrsverbindungen nach Norden und Süden abgeschnitten werden.

Der Ausbau des Weichengereuths ist übrigens erst jetzt möglich, weil die Bahn signalisiert hat, dass sie auf ein Gleis im Bereich des alten Güterbahnhofs verzichten wolle. Für die Verbreiterung der Fahrbahn auf rund 15 Meter könnte so hauptsächlich der Bahndamm herangezogen werden. Alternativ hätte die nahe an der B 4 stehende Häuserzeile abgerissen werden müssen. Davor war man bisher zurückgeschreckt. Der größte Kostenfaktor bei der Baumaßnahme ist übrigens die Versetzung der Oberleitungsmasten der Bahn zwischen der Frankenbrücke und der Wassergasse. Das allein soll mit 8,5 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Autor
Norbert Klüglein

Norbert Klüglein

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alexander Dobrindt Baubehörden CSU Fraktionschefs Kommunalpolitiker Planfeststellungsverfahren SPD Sozialdemokraten Staaten Stadt Coburg Stadträte und Gemeinderäte Städte Verkehr Verkehrskonzepte
Coburg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Das Globetheater (Rundbau) soll in der Nähe der Ernst-Faber-Brücke seinen Platz haben. Das eckige Gebäude südlich des Theaters ist das Parkhaus. Die Pakethalle (dunkles Gebäude) liegt nur wenige Meter nördlich.	Grafik: Büro Schirmer

23.05.2019

Hier soll das Globe entstehen

Der Stadtrat legt den Standort für das Theater fest. Ferner spricht er sich für eine durchgehende Hauptverkehrsader aus. » mehr

Professor Dr. Stefan Piltz, Ärztlicher Direktor des Regiomed-Klinikums Coburg: "Wir werden weiterhin klug in das Krankenhaus Coburg investieren. Notwendige Maßnahmen werden selbstverständlich ergriffen, wenn sie erforderlich sind und dem Wohle des Patienten dienen - und hier sind wir auch finanziell in der Lage.

18.07.2019

Eidt befürwortet "Rettungszahlung" an Regiomed

Der Landkreis und die Stadt Coburg sollen einen Millionenbetrag zuschießen, um die Liquidität des Klinikkonzerns zu sichern. Das schreckt Grüne, ÖDP, FDP und ULB auf. » mehr

Schlicht: Von Süden ist nur der Eingangsbereich der Sporthalle zu sehen. Nach Norden öffnet sich der Bau mit einer großen Fensterreihe.

02.07.2019

Funktionalität ist Trumpf

Die Stadt Coburg weiht die Sporthalle an der Karchestraße ein. Seit 2017 wird dort schon trainiert. Der Acht-Millionen Bau ist aber erst jetzt fertig. » mehr

10.04.2019

Da waren es nur noch vier

Herbert Müller und Klaus Geuther sind aus der SPD-Fraktion im Stadtrat Bad Rodach ausgetreten. Das teilten die beiden Kommunalpolitiker am Mittwoch mit. » mehr

In der Backsteinhalle am Anger entstehen neue Trainings- und Veranstaltungsräume.	Foto: Henning Rosenbusch

03.06.2019

Mehr Platz für den Vereinssport

Umbau der Backsteinhalle am Anger beginnt. Ende 2019 sollen die Trainingsräume fertig sein. » mehr

Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser und Michael Stoschek vor dem Modell, das das Hotel im Rosengarten (rechts oben) zeigt. Es ist direkt an das Kongresshaus angedockt.	Foto: Braunschmidt

Aktualisiert am 02.05.2019

Unternehmer fordern Hotel im Rosengarten

Brose, HUK und Kaeser lehnen den Bau am Anger ab. Der Stadtrat soll seinen Beschluss zurücknehmen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schlossplatzfest 2019 - Samstag

Schlossplatzfest 2019 - Samstag | 20.07.2019 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Outside-Rodeo-Festival am Güterbahnhof

Outside Rodeo- Festival am Güterbahnhof | 20.07.2019 Coburg
» 18 Bilder ansehen

Kronacher Afrikafest

Kronacher Afrikafest | 20.07.2019 Kronach
» 41 Bilder ansehen

Autor
Norbert Klüglein

Norbert Klüglein

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
00:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".