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Coburg

Erfreulich hohe Aufklärungsrate

Die Zahl der Delikte ist im vergangenen Jahr im Einsatzgebiet der Polizeiinspektion Neustadt deutlich angestiegen. Doch ein genauer Blick relativiert vieles.



Markus Hummel von der Polizeiinspektion Neustadt bei der Spurensicherung. Foto: Tischer
Markus Hummel von der Polizeiinspektion Neustadt bei der Spurensicherung. Foto: Tischer  

Neustadt - Auf den ersten Blick sieht die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr gar nicht gut aus. Mit 1949 Straftaten wurde der höchste Wert der letzten zehn Jahre registriert. 2007 war es mit 2160 der höchste. In Zahlen bedeutet das einen Zuwachs von 485 Delikten (+ 33,1 Prozent) gegenüber 2017. "Doch diese Zahlen muss man immer relativieren", erläutert der Neustadter Inspektionsleiter, Hauptkommissar Matthias Schuhbäck. Es bedürfe einer differenzierten Betrachtung: Zum einen sei das Anzeigenverhalten gestiegen, zum anderen hat fast jeder das Handy in der Tasche und ruft eben gleich die Polizei. Dennoch sei man unter der "magischen Zahl von 2000" geblieben: "Der Durchschnittswert der letzten zehn Jahre liegt bei 1687 Straftaten", zeigt Schuhbäck auf.

Was erfreulich stimmt, ist freilich die Aufklärungsquote, die hervorragende 79,5 Prozent erreicht. "Aufklärung, Prävention, die Zusammenarbeit mit Behörden und der Bevölkerung fruchtet", erklärt Schuhbäck. In Zahlen bedeutet das, dass von den angezeigten Straftaten 1500 Straftaten als geklärt der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden konnten, freut sich Schuhbäck über eine Steigerung von 4,4 Prozent gegenüber 2017.

Die Gewaltkriminalität hat sich auf dem hohen Stand eingependelt. Die Rohheitsdelikte legten deutlich zu um fast 25 Prozent auf 393. Die Körperverletzungen sind auch in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Doch gerade hier sieht man die erfolgreiche Arbeit der Polizei: "Hier haben wir Aufklärungsraten von deutlich über 95 Prozent." Das rühre daher, dass "es fast immer eine Täter-Opfer-Beziehung gibt."

Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Diebstahl aus Kraftfahrzeugen bleiben erfreulich auf einem niedrigen Niveau der letzten zehn Jahre. Ausgenommen ist hier der Fahrraddiebstahl: "Er hat sich fast verdoppelt, aber wir können keine Schwerpunkte ausmachen", erläutert Schuhbäck. Er ruft vielmehr zur Wachsamkeit auf, denn die Fahrräder würden sogar aus Kellerräumen gestohlen. Bei den Vermögensdelikten hat sich im vergangenen Jahr zwar ebenfalls eine deutliche Steigerung ergeben, um fast 75 Prozent von 255 auf 446, aber "die ist zu erklären durch die Machenschaften eines Neustadter Autohauses", relativiert Schuhbäck.

Zu denken gibt dem Dienststellenleiter aber die Rauschgiftkriminalität. "Von 102 in 2017 ist die Zahl auf 199 im vergangenen Jahr gestiegen", so Schuhbäck. Das bedeutet Höchststand und ein Ende der Fahnenstange sieht der erfahrene Polizist nicht. Allerdings führt er die Zahlen auch auf den hohen Kontrolldruck zurück, der vor allen Dingen Cannabis und Meth-Produkte zutage fördert. Sachbeschädigungen und Straßenkriminalität haben sich dagegen auf einem Zehn-Jahres-Niedrig-Niveau eingependelt.

Betrachtet man die Altersstruktur, dann haben die Jugendlichen bei Diebstählen und Rauschgiftdelikten die unrühmliche Nase vorne. "Im Bereich der Sicherheitswacht wird sich etwas tun. Hier werden wir sie nicht nur in Rödental und Neustadt einsetzen können, sondern künftig im ganzen Inspektionsbereich." Zudem soll es eine personelle Verstärkung geben und auch Coburg und Lichtenfels sollen wohl eine Sicherheitswacht bekommen. Analysiert man die Straftatentwicklung im Inspektionsbereich, so kristallisieren sich natürlich Neustadt und Rödental aufgrund ihrer Bevölkerungsdichte als Schwerpunkte heraus, besonders Weidhausen kommt hingegen "gut" weg. Insgesamt ist die Dienststelle für rund 36 325 Einwohner zuständig, rund 40 Polizeibeamte wachen über die Ordnung. "Wir sind zufrieden", bilanziert der Inspektionsleiter trotz des reduzierten Personalstands "und können die Sicherheit gut aufrechterhalten." Zumal man zahlreiche junge Beamte in der Dienststelle habe, die sehr engagiert zu Werke gingen. "Wir werden weiterhin beispielsweise den Außendienst verstärken, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers zu erhöhen", fasst Schuhbäck zusammen. "Die gefühlte Sicherheit hat sich stabilisiert."

Autor

Peter Tischer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
18:12 Uhr

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Peter Tischer

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08. 05. 2019
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