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Coburg

Erhöhte Zeckengefahr

In diesem Jahr gibt es besonders viele der Parasiten, warnt die Gesundheitsministerin. Auch in den Gärten. Das liegt wohl am milden Winter.



Es gibt mehr Zecken als in den Vorjahren.
Es gibt mehr Zecken als in den Vorjahren.  

Coburg - Wenn Albert Schrenker, Leiter des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten, mit seiner Labradorhündin Ella aus dem Wald kommt, sucht er sie immer nach Zecken ab. "Jedes Mal ist sie voll", berichtet er, nach jedem Waldspaziergang müssten mindestens zehn von ihrem Kopf entfernt werden. So viel seien es in den Jahren davor nicht gewesen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnte jetzt vor den Gefahren durch Zecken. Infolge des milden Winters gebe es mehr Zecken als in den Vorjahren, sagte Huml laut Mitteilung ihres Ministeriums. Deshalb sollten sich Personen, die sich oft in der Natur aufhalten - etwa beim Wandern oder auch im eigenen Garten - jetzt gegen Hirnhautentzündung impfen lassen. Denn das Risiko für eine Ansteckung der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sei zwischen April und Oktober am höchsten. In diesem Jahr wurden laut Gesundheitsministerium bereits 14 FSME-Fälle in Bayern gemeldet. In den vergangenen drei Jahren seien immer mehr als 200 Fälle registriert worden. "FSME ist keine Lappalie. Denn die Folge können Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark sein", betonte Huml.

Nach Schrenkers Beobachtungen sei das Vorkommen der Zecken örtlich unterschiedlich. Es gebe Bereiche im Coburger Land, da gebe es fast keine. Aber auch Bereiche, an denen sie geballt auftreten. Etwa am Randbereich vom Wald zu Feldern, wo es hohes Gras gibt. Aber der Forstbetriebsleiter hat sich eine auch schon im eigenen Garten geholt, das habe er bislang noch nicht erlebt. Auch anderen Gartenbesitzern ist es bereits so ergangen.

Der Coburger Biologe Frank Reißenwerber hat für Zecken im Garten eine Erklärung. Sie lebten von kleineren Säugern, etwa Mardern und Katzen. Wenn diese im Garten herumstreifen, dann gebe es auch Zecken. Haben sich Weibchen an ihrem Wirt vollgesogen, lassen sie sich fallen, suchen eine geschützte Stelle am Boden und legen ihre Eier ab. Für die Zecken sei in diesem Jahr der trockene, milde April von Vorteil gewesen, meint Reißenweber. Nässe und Kälte setze den Tieren dagegen zu. Er selbst habe in diesem Jahr bislang nicht mehr Zecken gehabt als sonst, Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind, hätten ihm aber von verstärktem Befall berichtet.

Peter Sefrin, Bundesarzt beim Roten Kreuz, empfiehlt, das Laufen durch dichtes Unterholz und hohes Gras zu vermeiden und nach dem Aufenthalt im Freien Körper und Kleidung abzusuchen. Das Deutsche Rote Kreuz verwies auf die gestiegene Anzahl an FSME-Risikogebieten in Deutschland. Laut Robert Koch-Institut gelten in Bayern 91 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte als Risikogebiet. Darunter auch Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Kronach, Haßberge und Lichtenfels. In Thüringen ist die Zahl der Risikogebiete nicht ganz so hoch, aber auch die Landkreise Sonneberg und Hildburghausen fallen darunter. Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf Erkrankungsdaten mehrerer Jahre.

Der Forstmann Albert Schrenker legt seine Kleidung, wenn er aus dem Wald kommt, daheim übrigens immer in die Badewanne. "An Acryl- und Keramikwänden kommen sie nicht hoch."

mar/dpa

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Veröffentlicht am:
01. 06. 2020
16:20 Uhr

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01. 06. 2020
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