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Coburg

Es geht um Moore und den Rosengarten

In Coburg demonstrieren knapp 400 junge Leute gegen die Nutzung und Trockenlegung von Feuchtgebieten. Dominik Sauerteig warnt vor Hotel neben dem Kongresshaus.



Viele junge Leute: Knapp 400 kamen am Dienstag zur Klimademo in Coburg zusammen.
Viele junge Leute: Knapp 400 kamen am Dienstag zur Klimademo in Coburg zusammen.  

Coburg - Klimademo - da denkt man erst mal an Parolen gegen Kohleförderung, Autoabgase oder Industrieemissionen. In Coburg geht es am Dienstag aber um Moore. "95 Prozent der Feuchtflächen sind durch den menschengemachten Klimawandel gefährdet", erklärt Stefan Natterer vom Coburger Klimabündnis "Fridays for Future". "Deshalb wollen wir auf dieses nicht so bekannte Thema hinweisen."

Und Sylvia Holzträger von der Hochschule Weihenstephan erklärt, dass austrocknende Moore genauso viel CO2 frei setzen, wie der gesamte Flugverkehr in Deutschland. Deshalb fordern beide einen besseren Schutz für Feuchtgebiete und einen Stopp der landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren. Dass gerade in Coburg Menschen für Marshlands, wie Moore auf Englisch heißen, auf die Straße gehen hat zwei Gründe: Einmal ist die Vestestadt am Dienstag Ort einer zentralen Kundgebung im Rahmen der "Week 4 Climate" (Woche für das Klima). Zum anderen gibt es im Landkreis mit dem Rottenbacher Moor ein ökologisch wertvolles Gebiet, das ebenfalls in Gefahr ist, allmählich auszutrocknen.

24.09.2019 - Klima-Demo in Coburg - Foto: Frank Wunderatsch

Klima-Demo in Coburg
Klima-Demo in Coburg
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Klima-Demo in Coburg
Klima-Demo in Coburg
Klima-Demo in Coburg
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Klima-Demo in Coburg
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Klima Demo Coburg
Klima Demo Coburg
Klima Demo Coburg

Die Coburger Fridays-for-Future-Organisatoren sind stolz, dass sie während der landesweiten Protestwoche den Zuschlag für eine zentrale Demo erhalten haben. Mit 1000 bis 1500 Teilnehmern hatte man ursprünglich gerechnet. Dann ist der Demonstrationszug doch etwas kleiner: 300 bis 400 meist junge Leute aus Oberfranken kommen zu dem zweieinhalbstündigen Marsch durch die Coburger Innenstadt.

Laut wollen sie sein und unbequem für die Autofahrer, die sich bei beginnendem Feierabendverkehr durch die City quälen. Die Demonstranten hauen auf ihren Weg vom Bahnhof zum Rosengarten und dann weiter über die Anlage zum Marktplatz gehörig auf die Pauke und verlangen stimmgewaltig den Stopp der Kohleförderung. Vor dem Kongresshaus, an der Kreuzung Ketschendorfer Straße/Schützenstraße/Berliner Platz gibt es sogar ein kurzes Sit in. Etwa fünf Minuten lang lassen sich die Klimaschützer auf der Kreuzung nieder.

Die Coburger Polizei sieht das gelassener als manche Autofahrer, die genervt Wendemanöver vollführen, um "aus der Klimahaft zu entkommen", wie einer schimpft. Stefan Probst, der Pressesprecher der Coburger Polizei, spricht dagegen von "einer sehr entspannten Atmosphäre". Zwischenfälle werden nicht gemeldet.

Trotzdem die Resonanz etwas hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben ist, ist Stefan Natterer vom lokalen Klimabündnis zuversichtlich, dass Coburg weiterhin einen wichtige Rolle in der Fridays-for-Future-Bewegung spielen kann. "Wir wollen in Zukunft mit Forderungen auf lokaler Ebene an die Öffentlichkeit gehen", erklärt er. Ganz oben auf der Liste steht für Natterer die Abkehr vom Straßenbau, wie wir ihn aus den vergangenen Jahrzehnten kennen. Die Zukunft gehöre den öffentlichen Verkehrsmitteln und nicht neuen Straßenbauprojekten. Deshalb lehnt das örtliche Klimabündnis den Ausbau des Weichengereuths in Coburg kategorisch ab.

Lokal sind auch die Forderungen von Dominik Sauerteig, der im Rosengarten als Sprecher der Bürgerinitiative zum Erhalt des Rosengartens zu den Demonstrationsteilnehmern spricht. Die zweitgrößte innerstädtische Grünfläche dürfe nicht für den Bau eines Kongresshotels angetastet werden, fordert Sauerteig. "Wir wollen die Anlage für die Allgemeinheit erhalten. Grün in der Stadt schafft Lebensqualität."

Ausdrücklich warnt Dominik Sauerteig davor, dass das Bauamt der Stadt bei einem möglichen Bauantrag für das Hotel ein sogenanntes "beschleunigten Genehmigungsverfahren" anwenden könnte. Auf diese Weise ließen sich wichtige Schutzmechanismen aushebeln. So sei denkbar, dass eine hundertjährigen Kastanie gefällt werden könnte. Das Bürgerbegehren hat im Moment etwas mehr als 1000 Unterschriften gesammelt. Etwa 2200 sind nötig, damit es zum Bürgerentscheid kommen kann.

Auf ein anderes Thema macht Wolfgang Weiß, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Coburg im Rosengarten aufmerksam. Weiß setzt sich für den Erhalt des Palmenhauses ein, für dessen Bau die Coburger Bürger vor Jahrzehnten 160 000 D-Mark gesammelt hatten.

Auf der Schlusskundgebung auf dem Marktplatz forderte Sylvia Holzträger den sofortigen Stopp der Ausbeutung von Mooren und einen Verzicht auf die Entwässerung von Feuchtgebieten. Nassland ließe sich durch den Anbau spezieller Kulturen, wie etwa von Rohrkolben für Dämmmaterial, ebenfalls nutzen, meinte sie. Der Greifswalder "Moorprofessor" Hans Joosten plädierte für die Vernässung von Land als effektive Methode im Kampf gegen den Klimawandel.

Autor
Norbert Klüglein

Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:34 Uhr

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:34 Uhr



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