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Coburg

Etappensieg bei der Jugendbildungsstätte

Der Landeskirchenrat spricht sich für den Erhalt der Jugendbildungsstätte Neukirchen aus. Damit sind aber noch nicht alle Probleme gelöst. Erst die Landessynode gibt endgültig grünes Licht.



Die Tür bleibt offen: Der Landeskirchenrat hat sich für den Erhalt der Jugendbildungsstätte Neukirchen ausgesprochen. Ende November entscheidet die Landessynode als letzte Instanz über die Umwandlung des Hauses in eine zentrale Bildungseinrichtung für die evangelische Kirche in Bayern.	Foto: Christoph Scheppe
Die Tür bleibt offen: Der Landeskirchenrat hat sich für den Erhalt der Jugendbildungsstätte Neukirchen ausgesprochen. Ende November entscheidet die Landessynode als letzte Instanz über die Umwandlung des Hauses in eine zentrale Bildungseinrichtung für die evangelische Kirche in Bayern. Foto: Christoph Scheppe  

Coburg/Lautertal - "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, als ich die Nachricht am Dienstagabend erhalten habe", sagt der Lautertaler Bürgermeister Sebastian Straubel. Mit dieser Einschätzung ist er nicht alleine. Auch Landrat Michael Busch ("Das war so bis zuletzt nicht erkennbar") und Dekan Andreas Kleefeld ("Das ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft") zeigen sich am Mittwoch froh und erleichtert, dass sich der Landeskirchenrat klar für den Erhalt der Jugendbildungsstätte Neukirchen ausgesprochen hat (die NP berichtete ).

Es geht um drei Millionen Euro

Bis Dienstag haben die Jugendbildungsstätte Neukirchen und das Jugendhaus Weihermühle (Landkreis Kulmbach) darum gekämpft, zentrale Jugendbildungsstätte der evangelischen Kirche in Bayern zu werden. Während Neukirchen baulich in einem schlechten Zustand ist, wurde die Weihermühle erst vor Kurzem saniert.

 

Obwohl es voraussichtlich drei Millionen Euro mehr kosten soll Neukirchen herzurichten, hat sich der Landeskirchenrat jetzt für die Region Coburg entschieden. Begründung: "Ausschlaggebend war, dass mit hoch motivierten und erfahrenen Mitarbeitern nahtlos an das sehr erfolgreiche Konzept der Jugendbildungsstätte angeknüpft werden könne."

 

Um auch die Landessynode zu überzeugen, wird es jetzt konkreter finanzieller Zusagen aus dem Raum Coburg bedürfen. Absichtserklärungen allein helfen nicht.

 

Mit der Zustimmung des wichtigen Kirchengremiums ist die Chance groß, dass auch die Landessynode auf ihrer nächsten Sitzung Ende November für die Sanierung des Bildungshauses stimmt und die erforderlichen Finanzmittel frei gibt. Damit würden nicht nur die Immobilie in der Gemeinde Lautertal erhalten, sondern auch 15 Arbeitsplätze gesichert. Offenbar, so sagte Landrat Michael Busch gegenüber der NP, hätten die gemeinsamen Anstrengungen von Dekanat, Gemeinde Lautertal, Landkreis Coburg, Stadt Coburg sowie Industrie- und Handelskammer Wirkung gezeigt. Diese Institutionen hatten sich in den letzten Wochen energisch für den Erhalt der Bildungseinrichtung ausgesprochen.

 

Dekan Andreas Kleefeld zeigte sich in einer ersten Reaktion froh, "dass die gute und sinnvolle Arbeit, die in Neukirchen geleistet wird, anerkannt wurde". Gleichzeitig macht er deutlich, dass nun eine konzeptionelle Erneuerung notwendig werde. Aus der Jugendbildungsstätte Neukirchen, die im Moment eine lokale Größe ist, müsse eine Einrichtung für ganz Oberfranken - ja wahrscheinlich sogar für die gesamte Landeskirche - werden. Das Dekanat Coburg werde diesen Wandel begleiten und alle Erfahrungen, die man mit dem Betrieb des Hauses gesammelt hat, der Landeskirche zur Verfügung stellen.

Läuft alles nach Plan, kann die Landeskirche voraussichtlich im kommenden Jahre die Immobilie und die Mitarbeiter vom Dekanat Coburg übernehmen. Ob das Dekanat Coburg einen finanziellen Beitrag zur Sanierung des Hauses leisten könne, sei im Moment noch unklar, meinte Kleefeld. Auf jeden Fall werde man die Dienstleistungen von Neukirchen weiter in Anspruch nehmen, um damit einen Beitrag zu den Betriebskosten zu leisten. Wie der Dekan weiter sagte, soll die Sanierung der Jugendbildungsstätte etwa zwei Jahre dauern und in fünf Bauabschnitte untergliedert werden. Der Betrieb des Hauses könne so lange weiterlaufen.

Auch Landrat Michael Busch konnte am Mittwoch noch nicht genau sagen, in welchem Umfang der Landkreis die Landeskirche bei der Übernahme der Jugendbildungsstätte finanziell unterstützen könne. Dafür seien Beschlüsse der politischen Gremien nötig. "Ferner müssten konkrete Zahlen auf den Tisch, um den Finanzbedarf genau beziffern zu können." Sicher sei aber, dass der Landkreis die Neukirchener Einrichtung weiterhin als Tagungsstätte nutzen werde. "Etwa für die Veranstaltungsreihe Partnerschaft für Demokratie", sagte der Landrat. Allein dadurch würden Einnahmen von rund 100 000 Euro in der Jugendbildungsstätte generiert. Busch: "Neukirchen passt gut in unsere Bildungsregion."

Konkreter ist das, was die Gemeinde Lautertal anzubieten hat. Bürgermeister Sebastian Straubl sicherte der Jugendbildungsstätte zu, die Zufahrt auf Kosten der Gemeinde zu sanieren. Weiterhin will die Gemeinde den Winterdienst auf dem Gelände verrichten. "Ich bin guter Dinge, dass die Landessynode dem Beschluss des Landeskirchenrates folgen wird", stellt Straubl in einem Statement fest.

Da ist Martin Finzel, Bürgermeister von Ahorn und Mitglied der evangelischen Landessynode, anderer Ansicht. "Da ist noch nichts entschieden. Das wird kein Selbstläufer", gibt er zu bedenken. Die Synode müsse nicht zwangsläufig dem Votum des Landeskirchenrats folgen. Gerade weil die Sanierung von Neukirchen rund drei Millionen Euro teurer sein soll, als die Ertüchtigung der konkurrierenden Weihermühle (Landkreis Kulmbach), komme das Projekt bei den Synodalen noch einmal auf den Prüfstand.

Die Befürworter von Neukirchen müssen nach Meinung von Finzel, der dem Finanzausschuss der Landessynode angehört, noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Am wichtigsten wäre es mit einem klaren Finanzierungskonzept im November in die Verhandlungen zu gehen. So müsste zum Beispiel geklärt werden, ob sich der bayerische Jugendring an der Sanierung der Jugendbildungsstätte beteiligt, ob die Oberfrankenstiftung Zuschüsse gibt und welche finanzielle Unterstützung aus der Region Coburg wirklich kommt.

Ein Modell könnte nach Ansicht von Martin Finzel bei seinen Mit-Synodalen besonders gut ankommen: Ein jährlich zu zahlender Investitionskostenzuschuss, den die Bildungsregion Coburg leistet, und Beiträge zur Auslastung des Hauses, damit die Betriebskosten über längere Zeit stabil gehalten werden können.

Bei der IHK zu Coburg wird, wie die Kammer auf Anfrage mitteilte, noch nicht über ein direktes finanzielles Engagement der Wirtschaft gesprochen: "Weil der IHK aktuell keine Anfrage der Landeskirche vorliegt", betonte Björn Cukrowski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK. Die Kammer werde sich aber dafür einsetzen, dass das Angebot der Jugendbildungsstätte zukünftig noch stärker von der Wirtschaft genutzt und damit ein steigender Beitrag zur Deckung der Betriebskosten geleistet werde, ließ IHK-Präsident Friedrich Herdan ausrichten. Denkbar sei, Neukirchen noch enger in das Aus- und Weiterbildungskonzept der IHK einzubinden.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2018
18:00 Uhr

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Norbert Klüglein

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11. 07. 2018
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