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Coburg

Exhibitionismus oder Wildpinkeln?

Ein Senior erleichtert sich vorgeblich bei einem Spielplatz. Nun steht er wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht.



Coburg - Ein 76-Jähriger muss sich seit Montag von dem Landgericht Coburg wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Der Senior ist sich allerdings keiner Schuld bewusst und will nur seine Blase am Rande eines Spielplatzes entleert haben. Dass ihn dabei zwei Zehnjährige gesehen hatten, habe er weder bezweckt noch wirklich bemerkt. Der Mann ist bereits zum dritten Mal wegen solcher Vorfälle angeklagt, in zwei Fällen wurden die Ermittlungen bereits eingestellt. Richterin Susanne Steiger wollte die Sache aber nicht auf sich beruhen lassen und wird am kommenden Dienstag die Kinder befragen, die den Mann auf dem Spielplatz gesehen hatten.

Zweifel an der Darstellung des Senioren säte die Aussage der Polizistin, die einen der beiden Jungen vernommen hatte. Der Bub habe den Mann schon einmal dabei beobachtet, als er sich entblößte und seiner Mutter von dem Vorfall berichtet. Die bat ihn vorsichtig zu sein und das Autokennzeichen zu notieren, falls so etwas noch einmal geschieht, was der Zehnjährige auch tat. So hatte die Mutter die Möglichkeit, den Mann anzuzeigen. An dem fraglichen Tag im November 2018 soll ihr Sohn mit einem Freund auf dem Spielplatz gewesen sein. Der Polizistin zufolge fuhren die beiden mit ihren Fahrrädern in ein kleines Wäldchen, wo sie den Senioren zu ersten Mal sahen - entblößt und mit den Händen an seinem Geschlechtsteil. Er habe sich daraufhin entfernt, sei auf den Basketballplatz gegangen und habe dort abermals in Sichtweite der Kinder die Hosen heruntergelassen. Der Vorgang wiederholte sich noch einmal auf einer Wiese.

Der Senior selbst ist schwerhörig und hatte Probleme, der Verhandlung zu folgen. Die Aussage der Polizistin habe er nicht verstanden. Auf die Frage der Richterin antworte er, dass er nichts "Sexuelles" im Sinn gehabt habe. An dem Spielplatz sei er gewesen, weil er für eine Hilfsorganisation Essen ausliefere und unterwegs gelegentlich Wasserlassen müsse. Wegen einer Erkrankung seiner Prostata könne er den Drang nicht unterdrücken. Der Spielplatz schien ihm der geeignete Ort, weil dort Büsche einen gewissen Sichtschutz bieten. Wegen seiner Krankheit bedarf das Wasserlassen einiger Handgriffe. "Ich habe gesehen, wie die Kinder ihre Helme aufsetzen und dachte, sie fahren weg", gab er zu Protokoll.

Richterin Steiger wollte wissen, warum er sich immer wieder Spielplätze suche. Immerhin sei der Mann an dieser Stelle schon einmal aufgefallen und auch bei den beiden eingestellten Verfahren ging es stets um Vorfälle in der Nähe solcher Einrichtungen. Der Senior wiederholte auf diese Vorhaltungen nur, dass er eben oft austreten müsse und keinerlei Hintergedanken habe.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
18:06 Uhr

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Katja Diedler

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23. 09. 2019
18:06 Uhr



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