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Coburg

Experimentelles Wohnen in Scheuerfeld

Das Gelände des früheren Bauhofs soll ein Zentrum für Tiny-Häuser werden. Zwei Architekten haben das Areal gekauft.



In Mehlmeisel im Fichtelgebirge gibt es das erste Tiny House "Dorf" Deutschlands. Im Coburger Stadtteil Scheuerfeld wollen zwei Architekten nun zeitlich flexible Stellflächen für Tiny Häuser anbieten. Foto: Nicolas Armer/dpa
In Mehlmeisel im Fichtelgebirge gibt es das erste Tiny House "Dorf" Deutschlands. Im Coburger Stadtteil Scheuerfeld wollen zwei Architekten nun zeitlich flexible Stellflächen für Tiny Häuser anbieten. Foto: Nicolas Armer/dpa   » zu den Bildern

Coburg/Scheuerfeld - In Zeiten knappen Wohnraums und explodierender Mietpreise können sich immer mehr Menschen vorstellen, in Tiny Häusern zu leben. Das sind voll ausgestattete Kleinsthäuser - in manchen Varianten sogar auf Rädern - die ihren Ursprung in den USA haben, mittlerweile aber auch in Deutschland immer beliebter werden. Während man bei der Anschaffung der Häuser längst aus einem breiten Angebot wählen kann, ist die Suche nach einem Grundstück schwieriger. Genau da setzt das Konzept der Architekten Lutz Wallenstein und Matthias Hanstein an, das sie vergangene Wochen dem Senat für Bauwesen vorstellten.

Das Projekt

Die Tiny Häuser-Grundstücke richten sich an Menschen, die flexibel wohnen wollen und befinden sich auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs in Scheuerfeld - zwischen Tiefer Graben und Bayernstraße.

 

Flexible Grundstücke können auf Zeit angemietet werden (mindestens 12 Monate).

 

Die bestehenden Gebäude werden nachhaltig genutzt und bieten dann Möglichkeiten für Stauraum oder Gemeinschaftsräume.

Die Fahrzeuge werden zentral in einem Gebäude abgestellt und gelangen nicht aufs Grundstück. Wer keinen Autostellplatz braucht, muss auch keine Grundstücksfläche dafür anmieten.

 

Vorhandene Dächer der Altbauten können nach der Sanierung Photovoltaikstrom liefern.

 

In einem ersten Bauabschnitt sollen zehn Mietgrundstücke entstehen. Grundsätzlich können auf dem Gelände aber bis zu 30 Häuser Platz finden.

 

Wallenstein und Hanstein haben das 12 000 Quadratmeter große Grundstück des ehemaligen Bauhofs in Scheuerfeld gekauft und wollen dort "experimentelles Wohnen ausprobieren". Unter anderem mit Tiny Häusern. "Auf dem Gelände werden Grundstücke auf Zeit vermietet. Das Tiny Haus bringt sich jeder selbst mit", erklärt Wallenstein. In einem ersten Bauabschnitt sollen zehn dieser Grundstücke geschaffen werden, auf denen Wasser, Abwasser und Strom verfügbar ist. Die leer stehenden Bauten des ehemaligen Bauhofs sollen in das Konzept eingebunden werden. "Erst wollten wir abreißen", erzählt Wallenstein. Dann hätte man sich aber entschlossen, diese für die Gemeinschaft nutzbar zu machen. "Für Waschmaschinen, Stauraumboxen oder für Räumlichkeiten für Familienfeste", erläutert der Architekt. Denn gerade für solche Dinge bieten Tiny Häuser keinen Platz. "Für unser Konzept sind alle Häuser unter 50 Quadratmeter Wohnfläche denkbar", so Wallenstein.

 

Die Nachfrage nach Grundstücken sei riesig, sagen die Macher, die das Vorhaben privat stemmen. So gebe es bereits Anfragen von Menschen aus ganz Deutschland. Viele von ihnen hätten einen Bezug zu Coburg, aber auch überregional würde das Angebot funktionieren. "Das freut uns für Coburg", so Wallenstein.

"Ein sehr spannendes Projekt", fand auch Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. Gleichwohl stellte er jene Frage, die viele im Senat beschäftigte. "Wie verhindern wir, dass es eine Urlaubssiedlung wird?"

Lutz Wallenstein rechtfertigte, dass flexibles Wohnen die Basis des Projekts sei. "Viele fragen, ob sie untervermieten können", betonte er.
50 Prozent würden den Standort aber als Lebensmittelpunkt sehen.

"Das Bauamt begrüßt die Planungen", versicherte Referentin Christina Schug und erinnerte, dass das Integrierte Innenstadtkonzept von 2008 die Nutzung der Fläche als Bauhof vorsieht. Nachdem diese Nutzung eingestellt wurde, müssten die Planungsziele neu definiert werden. Der Senat beschloss einstimmig, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Umsetzung des Konzepts zu schaffen.

Autor
Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
25. 05. 2020
17:02 Uhr

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Steffi Wolf

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25. 05. 2020
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