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Feuer, Rauch und laute Schüsse

Beim Workshop Militärisches Feuerwerk kommen Teilnehmer aus ganz Deutschland nach Coburg. Übernachtet wird in historischen Zelten.



Machten mächtig Krach: die Schierlinger Gennßhenker mit ihren historischen Gewehren. Fotos: Stelzner
Machten mächtig Krach: die Schierlinger Gennßhenker mit ihren historischen Gewehren. Fotos: Stelzner   » zu den Bildern

Coburg - Feuer und Rauch gab es Wochenende vor der Veste Coburg, unterhalb der Regimentsstube, auf der Wiese zu sehen. Und es wurde dort das Mittelalter regelrecht gelebt. Zelte, in historischer Art waren auf der Wiese vor der Veste aufgeschlagen. Am großen Tisch speisten zur Mittagszeit viele in historischer Tracht und mit entsprechenden Equipment. Und ab und zu waren auch laute Schüsse aus den Gewehren und der Tannenbergbüchse der Schierlinger Gennßhenker, aus der Nähe von Regensburg, zu hören.

Dr. Alfred Geibig, in den Kunstsammlungen der Veste Coburg für historische Waffen zuständig, hatte zusammen mit drei weiteren Mitarbeitern zum zweitägigen Workshop militärisches Feuerwerk in der Zeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert eingeladen. Bereits zum 5. Mal wurde ein solcher veranstaltet. Und auch diese Mal war die Resonanz wieder groß. Geibig hat sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Militärisches Feuerwerk zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert auseinander gesetzt und über militärische Feuerwerke, die damals zur Kriegslist und strategischen Kriegsführung gehörten, auch Bücher geschrieben.

Rund 50 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren seinem Aufruf gefolgt und nach Coburg gekommen. Viele von ihnen übernachteten in ihren aufgeschlagenen Zelten, die nach historischen Vorbild gefertigt sind, vor der Veste. Die Teilnehmer seien nicht unerfahren im Umgang mit historischen Feuerwerk, betonte Geibig. Ziel des Workshops sei es, erworbenes Wissen weiterzugeben.

Daher stand ein umfangreiches Programm auf dem Stundenplan. So wurde zum Beispiel eine Teerschwele gebaut. Denn Teer wurde früher fast auf jedem Hof erzeugt und diente auch als Energieträger für Feuerwerke. Weiterhin wurden Leucht- und Lichtballen gefertigt. Dabei war neben Konzentration auch handwerkliches Geschick gefragt, denn dazu wurden Brandmittelsäcke genäht und mit einer brennbaren Mischung gefüllt, die verdichtet wurde. Schließlich wurde Sack wieder verschlossen und mit einem Seil umstrickt. Auch Sturmkränze wurden dabei gefertigt. "Beides sehr arbeitsintensiv", wie Geibig zugibt.

Zusammen mit seinem Team hat er eine Effektmischung entwickelt, die ungefährlich ist und nicht unter Sprengstoffgesetz fällt. "Damit kommt man relativ nahe an den Effekt von früher heran, aber es explodiert nicht", so Geibig.

Der Höhepunkt folgte dann am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit. Da wurden einige gefertigte Lichtballen, die auf einer umgedrehten Feuerschale entzündet wurden, abgebrannt. Die Sturmkränze wurden an einer Art Galgen aufgehängt und entzündet. Die Teilnehmer beobachteten die Effekte sehr genau und spendeten jedem Hersteller viel Applaus.

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Michael Stelzner
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Veröffentlicht am:
15. 04. 2018
15:14 Uhr

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Autor

Michael Stelzner

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Veröffentlicht am:
15. 04. 2018
15:14 Uhr



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