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Coburg

Finger weg vom Holunderbeerwein

Die Theatergruppe der Realschule COII legt den Krimiklassiker "Arsen und Spitzenhäubchen" neu auf. Die rabenschwarze Komödie begeistert die Gäste.



Raphael Abel als Mr. Hoskins, und Charlize Altmann als "Napoleon" und Selina Wagner, Emma Chapman, und Leonie Breitfelder überzeugen textsicher als mörderische Tanten.
Raphael Abel als Mr. Hoskins, und Charlize Altmann als "Napoleon" und Selina Wagner, Emma Chapman, und Leonie Breitfelder überzeugen textsicher als mörderische Tanten.  

Coburg - Viele kennen den Film aus dem Jahr 1941 "Arsen und Spitzenhäubchen" mit dem charmanten Cary Grant in der männlichen Hauptrolle - unvergesslich. In der Coburger Reithalle waren es gleich drei Schwestern, die sich der "barmherzigen" Arbeit verschrieben haben, einsame und alleinstehende Herren ohne Anhang mit Hilfe von vergiftetem Holunderbeerwein rasch und schmerzlos ins Jenseits zu befördern.

Das alte Familienrezept aus der Hinterlassenschaft des Apotheker-Großvaters haben sie optimiert, damit es schneller geht, sagen die "frommen" Schwestern Abby (Selina Wagner), Martha (Emma Chapman) und Margreth (Leonie Breitfelder). Neffe Mortimer (Dominic Schmied) sieht sich beim überraschenden Besuch der Tatsache gegenüber, dass die Tanten einen Toten im Schrank liegen haben. Die Zeit war zu knapp, den armen Mr. Hoskins (Raphael Abel) in den Keller zu bringen, wo Nichte Sarah (Charlize Altmann), die sich für Napoleon hält und im Keller einen Tunnel nach England gräbt, sich um die Bestattung kümmern soll.

Als sei dies nicht schon genug des makabren Treibens, kommt noch die verloren geglaubte Nichte Priscilla (Julia Richter) mit Dr. Einstein (Jakob Friedrich, herrlich mit wirrem Haar zurechtgemacht) hinzu. Die beiden haben eine Leiche im Kofferraum, die sie baldmöglichst loswerden wollen. Das gelingt, als Mr. Hoskins aus dem Schrank geholt wird, um im Keller bestattet zu werden - neben elf weiteren Toten. Es scheint in der Familie zu liegen: Priscilla, die allerdings aus Lust mordet, brüstet sich mit 13 Leichen, dünkt sich damit besser als ihre Tanten. Nützt aber nichts: Am Ende werden alle von Frau Dr. Freud (Tabea Wahl) in die "Klapsmühle" gebracht.

Doch nicht nur gespielt wurde auf der Bühne, eine quirlige Tanzgruppe trat als Polizisten, als Tangotänzer und am Schluss als Verkörperung der im Keller schlummernden Leichen auf - Musik dazu lieferten Schlager wie "Kriminaltango" oder Titelmelodien einschlägiger Krimiserien.

Dieses beinahe zweistündige Beispiel makabren Humors hatte sich die Realschule Co II unter Leitung von Eva-Maria Stephan (Tanzgruppe), Judith Fischer und Daniel Stephan fürs Theaterfestival vorgenommen. Die äußerst ernsthaft und gesittet agierenden und dadurch umso makabrer wirkenden Tanten mit ihren schwarzen Spitzentüchern und grauen Haarknoten, Mortimer und die anderen bestens besetzten Figuren im Wohnzimmer mit dem röhrenden Hirsch an der Wand wirkten bei viel Text nicht nur sicher, sie brachten auch eine Menge an Emotion auf die Bühne. Dies alles wurde von den zahlreichen Zuschauern zu Recht mehrfach mit herzlichem Lachen und Zwischenapplaus bedacht. Die rein weiblich besetzte Tanzgruppe hatte witzige Einfälle, so ein Tango-Pärchen aus einem sehr kleinen "Mann" in Schwarz mit einer sehr großen "Frau" im rotem Röckchen.

Ein Abend, so recht für heimlich-unheimliches Gruseln und bestes Amusement geeignet. Oder kurz und knapp gesagt, wie es neben aus dem Mund eines jungen Zuschauers platze: "Alter, war das geil."

In weiteren Rollen traten auf: Mr. Gibbs und Polizist: Laura Angermüller; Polizeileutnant: Raphael Abel; Sergeant: Paula Drescher; Polizist O’hara: Carlotta Landwehr; Assistent: Lando Abel. Tanzgruppe: Anna Dammenhayn, Marie Fischer, Anne Janson, Emilia Schmied, Franka Tetzlaff, Gina Schultheiß, Josephine Höhn, Lara Pilz, Lena Langguth, Marlene Dill und Maxine Schott.

Autor

Gisela M. Paul
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
18:06 Uhr

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Gisela M. Paul

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11. 07. 2019
18:06 Uhr



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