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Forum Wissen: Vollständige Sicherheit gibt es nicht

Wer ein Smartphone nutzt, gibt seine Daten preis. Auf die haben es auch Hacker abgesehen. Ein Experte verriet, wie sich Nutzer davor schützen können.



Marco Rogge demonstriert, welchen Schaden Apps anrichten können. Foto: Frank Wunderatsch
Marco Rogge demonstriert, welchen Schaden Apps anrichten können. Foto: Frank Wunderatsch  

Coburg - Sorgloser Umgang mit dem Smartphone kann böse Folgen haben. Insbesondere, wenn es um persönliche Daten und Online-Zahlungen geht, sollten sich Handy-Nutzer des Risikos bewusst sein. Diese Botschaft vermittelte Marko Rogge bei der jüngsten Forum-Wissen-Veranstaltung, organisiert von der Neuen Presse und der VR-Bank Coburg.

Mit Marko Rogge gewannen die Veranstalter einen Referenten, der tiefen Einblick in die Chancen und Risiken der virtuellen Welt hat. Als IT-Sicherheitsbeauftragter der Bahn ist er nach eigenem Bekunden für rund 200 000 von Mitarbeitern genutzte Mobilgeräte, Tablets und Smartphones verantwortlich. Die "Bösen" im Cyberspace sind ihm nicht fremd. "Ich komme aus der Hacker-Szene", verriet er.

Handys, so Rogge, böten eine Vielzahl von Angriffsflächen. Apps beispielsweise seien immer wieder das Einfallstor, um persönliche Daten auszuspähen. Dies geschehe ganz legal und nicht zuletzt beruhe das Geschäftsmodell von Unternehmen wie Facebook auf dem Sammeln von Daten zu Werbezwecken. Bei Apps plädierte der Experte für die Devise weniger ist mehr. Sie hätten einfach "viel zu viele Zugriffsrechte" auf das Smartphone. Zudem meinte Rogge: "Die meisten Apps sind total sinnfrei."

Nachdem es viele Möglichkeiten gebe, Zugriff auf die mobilen Geräte zu erhalten, stünden sie ebenso im Visier von Cyberkriminellen wie von staatlichen Organisationen. Daten ließen sich eben auf vielfältige Weise nutzen, vom Kreditkartenbetrug bis zur Unterdrückung Andersdenkender in autoritären Regimen. E-Mails und Messenger-Nachrichten würden mitgelesen und Logins ausgespäht. Besonders problematisch sei der Zugriff auf im Smartphone eingebaute Sensoren. Nach Rogges Worten finden sich bis zu 80 davon in einem Handy. Hackern sei bei einer Kontrolle der Sensoren im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor geöffnet. Denn das Smartphone gebe seinen Standort preis und erlaube, die Umgebung auszuspionieren. Cyberkriminelle ebenso wie Geheimdienste könnten sich so ein Bild von der Wohnung des jeweiligen Handybesitzers machen.

Um seine Geräte bestmöglich zu schützen, sollte es für jeden Smartphone-Nutzer zur Gewohnheit werden, Updates aufzuspielen. Das sei keine lästige und aufschiebbare Übung, sondern gehöre einfach zum Betrieb eines Smartphones dazu, betonte Rogge. Die Updates sollten zudem möglichst sofort nach dem Hinweis installiert werden. Sicherheitssoftware sei ohnehin obligatorisch. Und grundsätzlich sei eine gesunde Skepsis gegenüber allem, was man zugeschickt bekommt, angebracht, sei es per Mail, über
Whatsapp oder irgendeinen anderen Benachrichtigungsdienst.

Bei achtsamer Nutzung gebe es auch "eine gewisse Sicherheit", betonte der IT-Experte. Damit meinte er, dass die Hacker in ihrem Bestreben nicht nachlassen werden, neu eingeführte Sicherheitstechnik zu überwinden. Sicherheit im Cyberspace sei eben relativ wie im richtigen Leben. Und Daten würden bei der Nutzung des Internets in mehr oder weniger großem Umfang so oder so preisgegeben. "Wir bezahlen nicht mit Geld, sondern mit unseren Daten", sagte Rogge mit Verweis auf längst gebräuchliche Anwendungen wie Suchmaschinen.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:04 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:04 Uhr



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