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Coburg

Freie Wähler Weitramsdorf probieren Neues aus

40 Frauen und Männer bewerben sich auf zwei Wahllisten um ein Mandat im Gemeinderat. "Wir sind mutig", sagt Bürgermeisterkandidat Max Kräußlich.



Weitramsdorf - Gleich mit zwei Listen und insgesamt 40 Kandidaten gehen die Freien Wähler in Weitramsdorf in die Kommunalwahl am 15. März: Eine Liste nennt sich "Freie Wähler Bürgerverein Weitramsdorf" (FW-BV), die andere schlicht "Freie Wähler". "Wir sind mutig und probieren das aus", sagte Max Kräußlich, Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler, bei der Vorstellung aller Kandidatinnen und Kandidaten am Freitagabend im Weitramsdorfer Sportheim. Ein Ziel eint die beiden Kandidatenaufstellungen: Beide wollen möglichst viele Gemeinderatssitze für die Freien Wähler holen und Kräußlich als neuen Bürgermeister im Weitramsdorfer Rathaus sehen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten

Für die Freien Wähler Bürgerverein Weitramsdorf treten an (ohne Ortsnennung = Weitramsdorf):
1. Christian Platzer, 2. Matthias Helmprobst (Altenhof), 3. Ulrich Kräußlich, 4. Thomas Zapf, 5. Dr. Tobias Franke, 6. Klaus Dorscht (Weidach), 7. Florian Klügling, 8. Bianka Schelhorn, 9. Michael Jugl, 10. Christian Amend (Hergramsdorf), 11. Ulrich Döll, 12. Cemal Akbalik, 13. Heike Stelzner (Altenhof), 14. Simone Wolf (Altenhof), 15. Andreas Schlögler-Wolf (Altenhof), 16. Rainer Grimm, 17. Peter Schmidt, 18. Rainer Schellenberger (Schlettach), 19. Sandra Schelhorn, 20. Karsten Hartleb.

Auf der Freien Wähler-Liste kandidieren (ohne Ortsnennung = Weitramsdorf): 1. Max Kräußlich, 2. Uwe Knorr, 3. René Bunk, 4. Anderl Strauch, 5. Marven Stelzner,
6. Pascal Schöpf, 7. Jan Schumann (Altenhof), 8. Melanie Eberlein,
9. Andrea Oeckler, 10. Lukas Schelhorn, 11. Marina Rom (Schlettach), 12. Stefanie Schorr, 13. Maximilian Gutgesell, 14. Jannik Esefeld
(Schlettach), 15. Laura Schwarz (Weidach), 16. Louis Neudert, 17. Christina Feisthauer, 18. Alexander Sommer-Tropper (Hergramsdorf),
19. Lena Kräußlich, 20. Susanne Knorr.


Möglich macht die beiden Listen die parallele Struktur der FW mit Landesvereinigung und Landesverband: Der seit 1952 existierende Bürgerverein Weitramsdorf gehört wie 919 weitere Vereine und deren insgesamt rund 41 000 Mitglieder als Ortsverband dem 1978 gegründeten Landesverband an. 1998 wurde außerdem die Freie Wählergruppe aus der Taufe gehoben, mittels derer die Freien Wähler kommunale Themen auch in die Landespolitik tragen wollten. 2011 wurde aus ihr eine Partei (genannt Landesvereinigung) mit mittlerweile 3500 Personen als Mitglied. Beide Listen wurden im Vorfeld der Veranstaltung von den jeweiligen Gruppen einstimmig abgesegnet. Beide Organisationsformen der FW nominierten Max Kräußlich ohne Gegenstimme als Bürgermeisterkandidat.

Viele Weitramsdorfer wollten sich engagieren und die eigene Zukunft mitgestalten, begründete Max Kräußlich die parallele Nominierung. Nach der Umfrage unter den Bürgern von Weitramsdorf hätten sich so viele zur Mitarbeit bereit erklärt, dass auf einer Liste nicht genug Platz war. "Ich wollte keinem sagen: Die Liste ist voll", so Kräußlich. Weil er allen eine Plattform bieten wollte und er selber als stellvertretender Vorsitzender der Kreisvereinigung Coburg in der Parteistruktur voll eingebunden sei, entstand die Idee mit den zwei Listen. "Wir wollen uns nicht gegenseitig Konkurrenz machen", erläuterte der Bürgermeister-Kandidat, vielmehr ergänzten sich die Listen und griffen ineinander. Jung und Alt sollten voneinander profitieren. Stehen auf der FW-BV Liste unter anderem langjährige Gemeinderäte und Vereinsfunktionäre, besteht die FW-Liste aus vielen Erstkandidaten. Beträgt die Frauenquote bei der FW-BV Liste 20 Prozent, so ist sie bei den FW doppelt so hoch. Auffällig auch die Unterschiede bei der Altersstruktur: Kandidaten von 34 bis 66 Jahren auf der FW-BV Liste (Durchschnitt: knapp 51 Jahre) stehen bei den FW Männer und Frauen von 20 bis 42 Jahren gegenüber (Durchschnitt: 29 Jahre). Auf beiden Listen treten Kandidaten aus je fünf Gemeindeteilen an. Alle könnten nun Erfahrungen im Wahlkampf machen und Nachwuchsleute langsam an die Kommunalpolitik herangeführt werden, erläuterte FW-Vorsitzender Christian Platzer.

Gemeinsam mit dem "Kandidatenpool aus 40 Leuten" möchte Kräußlich "Gemeinde neu denken". Jeder Kandidat präsentierte bei seiner Vorstellung mindestens ein Thema, das ihm besonders am Herzen liegt. "Wir denken nicht nur an die nächsten sechs Jahre, sondern daran, wie Weitramsdorf in 30 oder 40 Jahren aussehen soll", machte der Spitzenkandidat klar, der sich als verbindendes Element sieht. Nach den "tollen Persönlichkeiten", die für beide Listen gefunden werden konnten, freute sich Kräußlich auf die kommenden Aufgaben. Die Ergebnisse aus der Bürgerumfrage sollen als Fundament dienen. Konkrete Schritte möchten die Freien Wähler erst bei der Vorstellung in den Gemeindeteilen ab dem 24. Januar nennen.

Selbst möchte der 28-Jährige zukünftig seine praktischen und theoretischen Erfahrungen im Bau einsetzen. "So ein Desaster wie bei der Altenhofer Brücke darf nie wieder passieren", betonte der Bauingenieur. Vielmehr gelte es, sinnvoll zu investieren und wirtschaftlich zu arbeiten. Das Ziel laute: Weitramsdorf solle attraktiv bleiben und werden. "Wir verlieren bei aller Nörgelei aus den Augen, dass wir schon eine coole Kommune sind", so Kräußlich weiter. Weitramsdorf sei "eine attraktive Wohngemeinde in herrlicher Landschaft und mit einem tollen Vereins- und Dorfleben". Nun gelte es zu verstehen, wo noch Probleme liegen und gemeinsam mit den Bürgern, den Vereinen und der Wirtschaft an Lösungen zu arbeiten.

Autor

Bettina Knauth
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 01. 2020
17:20 Uhr

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Bettina Knauth

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Veröffentlicht am:
06. 01. 2020
17:20 Uhr



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