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Coburg

"Fridays for Future": Coburger Schüler fordern mehr Radwege

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut": Coburger Schüler gehen erneut auf die Straße. Bei ihrem Streik rechnen sie auch mit der Coburger Politik ab.



Steigende Meeresspiegel aufgrund von schmelzender Polkappen bedrohen laut den Demonstranten Küstengebiete.	Foto: Frank Rosenbusch
Steigende Meeresspiegel aufgrund von schmelzender Polkappen bedrohen laut den Demonstranten Küstengebiete. Foto: Frank Rosenbusch   » zu den Bildern

24.05.2019 - "Fridays for Future" in Coburg - Foto: Henning Rosenbusch

"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
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"Fridays for Future" in Coburg Coburg
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"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
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"Fridays for Future" in Coburg Coburg
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"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg
"Fridays for Future" in Coburg Coburg

Coburg - Mit zunächst etwas unter hundert Personen startete die vierte Coburger "Fridays for Future"-Demonstration am Freitag. "Weniger als bei den letzten Umzügen - doch dafür mit besserem Wetter", erklärt Organisator Elias Zeltner später. Offenbar sei unter den Schülern das
Gerücht umgegangen, dass die ersten Coburger Direktoren die Geduld mit den demonstrierenden Schülern verloren hätten. Es würden Verweise drohen.

Forderungen an die Coburger Politik

Laut den Demonstranten braucht Coburg weder eine neue Tiefgarage unter dem Schlossplatz - noch an einem anderen Ort in der Stadt. Stattdessen solle die Stadt sich bemühen,
den Autoverkehr in der Stadt zu
verringern.

 

Es sei zudem "eine Schande", dass Coburg eine der wenigen Städte in Deutschland ohne Biotonne sei.
Der Großteil der Bioabfälle werde
so verbrannt, statt ihn in Kompostierungsanlagen zu sammeln und ökologisch zu verwerten.

 

Anstelle den Autoverkehr zu fördern, soll die Stadt Coburg Radwege ausbauen und den Fahrradverkehr attraktiver machen.

 

Das Coburger Umland müsse an einen flächendeckenden und attraktiven Öffentlichen Nahverkehr angebunden werden, um den Individualverkehr zu verringern. Es sei "eine Unverschämtheit", dass es in Deutschland noch Regionen gäbe in denen nicht mindestens einmal in der Stunde ein Bus vorbei käme.

 

Rund um die Stadt müsse eine stärkere Förderung von regionalen und ökologischen Erzeugern stattfinden. Dies sei wichtig, um Bienen und andere Insekten zu schützen.

 

"Man muss Respekt vor dieser Jugend haben, die Verweise für ihre Überzeugung in Kauf nimmt", erklärt die 50-jährige Ellen Weber, die sich dem Demonstrationszug angeschlossen hat. "Ich finde es schlimm, dass Eltern und Lehrer wegschauen, wenn die Kinder sich engagieren," berichtet die vierfache Mutter. Von dem Demonstrationszug habe sie per Zufall erfahren und spontan entschieden mitzulaufen. Sie verstehe nicht, warum nicht mehr Erwachsene mitlaufen. Weggeschaut habe man lange genug.

 

Vom Alexandrinum marschierten die Jugendlichen am Ernestinum und Casimirianum vorbei zu ihrem Ziel, dem Bahnhofsvorplatz. Dabei skandieren sie laut: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut." Der Bahnhofsvorplatz ist für sie ein Ausweichziel. Eigentlich wollten sie wie sonst vor dem Coburger Rathaus demonstrieren. Dort ist wegen des Weinfestes auf dem Marktplatz aber keine Kundgebung möglich. Damit arrangierten sich die Teilnehmer jedoch. "Wir wollen, dass hier heute keiner, der aus dem Bahnhof kommt, einfach so an uns vorbeigehen kann", erklärte Noah Meißner, ein weiterer Organisator, der den Demonstrationszug am Bahnhof erwartete.

"Wir sind nicht hier, um den Leuten den Klimawandel zu erklären", berichtet Organisator Zeltner, der derzeit sein Abitur am Ernestinum macht. Die Schüler würden demonstrieren, um zu zeigen, dass sie Veränderung wollen. Daher habe man sich entschieden, gerade vor der Europawahl wieder auf die Straße zu gehen. "Das schlimmste, was Politikern geschehen kann, ist, dass sie nicht wiedergewählt werden", erklärt er. Damit würden sie ihr Versagen zu spüren bekommen. Die Europawahl sei folglich die richtige Gelegenheit, um ein Zeichen zu setzen.

"Auch der Coburger Politik wollen wir etwas mit an die Hand
geben", erklärt Noah Meißner. Aus diesem Grund habe man ein Banner mitgebracht, auf dem jeder der
Demonstranten seine Wünsche an den Stadtrat nieder schreiben dürfe. Nach der Demonstration wolle man diese Wunschliste den Fraktionen im Rathaus zukommen lassen. "Außerdem haben wir Samenbomben gerollt", berichtet der 20-Jährige . Dabei handelt es sich um feste Klumpen aus Samen und festem Matsch, die an Orten platziert werden sollen, wo es nicht genug grüne und blühe. Das Ziel ist, im Stadtbild Angebote für Bienen und andere Insekten zu schaffen. Vor diesem "Guerilla-Gärtnertum" warnt Ehrenfried Kaiser vom Ordnungsamt Coburg jedoch. "So einen Klumpen dürfen sie nicht einfach bei ihrem Nachbarn über den Zaun werfen", erklärt er. Und auch in öffentlichen Grünanlagen könnte das zu Ärger führen.

"Ich glaube nicht, dass so ein paar Blumen schlimm sein können",
erwiedert Elias Zeltner. Andererseits sei dies nur die erste Aktion, die
die Coburger "Fridays for Future"-
Bewegung plane, um in Coburg etwas abseits der Umzüge zu bewegen. "Als nächstes steht eine Müllsammelaktion an", berichtet der Abiturient. Angedacht sei dies am
15. Juni. Einem Samstag. "So kann uns keiner unterstellen, wir würden das nur machen, um Schule zu schwänzen", betont Zeltner.

Autor

Andreas Wolfger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 05. 2019
17:16 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
24. 05. 2019
17:16 Uhr



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