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Coburg

Für einen stärkeren Schutz der Bäume

Nur wenige Kommunen reglementieren Fällaktionen in Privatgärten. Der Offene Kreis Bad Rodach will das ändern.



Bad Rodach - Der Bund Naturschutz Bayern forderte in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung die landesweite Einführung kommunaler Baumschutzverordnungen. Dieser Forderung schließt sich der Offene Kreis Bad Rodach/Die Grünen vollinhaltlich an. Aktuell haben nur 94 von mehr als 2000 Kommunen in Bayern eine solche Verordnung.

In einer Informationsveranstaltung des Offenen Kreises zu diesem Thema hob der Referent Horst Schunk die Wichtigkeit einer solchen Verordnung hervor. Schunk, langjähriger Vorsitzender vom Verein "Baumschutz Coburg", schränkte aber auch gleich ein: "Eine Baumschutzverordnung ist nur so gut, wie sie gehandhabt wird." In der gut besuchten Veranstaltung zeigte er aber auch auf, wie notwendig eine solche Verordnung sei. Bäume würden generell zum Klimaschutz beitragen sowie zum lokalen Schutz vor Unwettern. An einem heißen Sommertag verdunstet ein ausgewachsener Laubbaum bis zu 400 Liter Wasser und kühlt die Luft ab. Vergleichsmessungen an Stellen mit vielen und mit wenigen Bäumen in München, Nürnberg und Coburg in diesem Sommer hätten Temperaturunterschiede von bis zu drei Grad schon am frühen Vormittag ergeben.

Von Bedeutung sei eine Verordnung auch für Unwetterereignisse. Über Häuserschluchten mit wenigen Bäumen könnten sich Hitzezellen bilden. So komme es zu lokalen Unwettern. Auch deshalb seien Baumschutzverordnungen gerade in dicht besiedelten Gebieten wichtig.

In einer Baumschutzverordnung, die von der jeweiligen Kommune beschlossen werden kann, wird festgelegt, dass Bäume ab einem bestimmten Stammumfang nicht mehr ohne Weiteres gefällt werden dürfen - und wenn doch, dann meist nur gegen Ersatzpflanzungen. Ausnahmen gibt es, etwa Obstbäume. Den Grundstücksbesitzern, die sich in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt sehen, hielt Schunk entgegen, dass ein alter, klimabedeutsamer und stadtbildprägender Baum eben keine Privatangelegenheit sei.

Autor

Lothar Weidner
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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
17:28 Uhr

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Lothar Weidner

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
17:28 Uhr



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