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Coburg

Funkelndes Jubiläum

Vor zehn Jahren ist das Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental eröffnet worden. Daran wird bei einem Festakt erinnert. An Otto Waldrich wird besonders erinnert.



Stolz und glücklich über den "Glanzpunkt der Coburger Kulturlandschaft" zeigen sich Oberbürgermeister Norbert Tessmer (rechts) und Museumsdirektor Dr. Sven Hauschke. Fotos: Henning Rosenbusch
Stolz und glücklich über den "Glanzpunkt der Coburger Kulturlandschaft" zeigen sich Oberbürgermeister Norbert Tessmer (rechts) und Museumsdirektor Dr. Sven Hauschke. Fotos: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Rödental - Es wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben, was die beiden Herren vor einem Dutzend Jahren hier in Rödental bei ihrem Rundgang zwischen Blumenrabatten, Wiesen und Sträuchern so ausheckten. Fakt ist nur, dass es eine tolle finanzielle Zusage des damaligen Finanzministers Kurt Faltlhauser an den Coburger Unternehmer und Mäzen Otto Waldrich für den Neubau eines Glasmuseums in der Rosenau gab. Fakt ist auch, dass dies für den Vorsitzenden der Coburger Landesstiftung, Oberbürgermeister Norbert Tessmer, zum Kennenlernen zahlreicher weiterer Finanzminister führte und sich die Zeit von der Planung über den ersten Spatenstich bis hin zur feierlichen Eröffnung am 11. Oktober 2008 als äußerst spannend und interessant gestaltete: "Was ich in dieser Phase erlebte, sehen Sie an der Verfärbung meiner Haare", ruft er launig in die Runde. "Sie waren einmal schwarz."

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Europäischen Museums für Modernes Glas hatten die Kunstsammlungen der Veste Coburg zu einer kleinen Feierstunde in das glitzernde und funkelnde Gebäude eingeladen. Vor Buffet und Sekt gaben Tessmer sowie Museumsdirektor Dr. Sven Hauschke und der Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung Coburg, Matthias Müller, einen kurzen Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung des Museums. "Aber nur oberflächlich", wie Tessmer betonte, "sonst wäre es ein abendfüllendes Thema."

In Dankbarkeit und in einer Gedenkminute blickte er auf den vergangenes Jahr verstorbenen Unternehmer und Förderer der Coburger Landesstiftung, Otto Waldrich, zurück, dessen große Liebe dem Glas gegolten habe und der dieser Kunst Raum zur Entfaltung schaffen wollte. Zahlreiche Hürden mussten nach dem ersten Spatenstich am 1. März 2007 überwunden werden, als größte stellten sich die Altlasten einer ehemaligen Rosenauer Großgärtnerei dar. Das kontaminierte Material musste entsorgt werden, was die Kosten in die Höhe trieb. "Doch der Aufwand hat sich gelohnt", so Tessmers Fazit, das Museum stelle einen Glanzpunkt in der Coburger Kulturlandschaft dar.

Mehr als 100 000 Besucher in zehn Jahren, dies freut auch Museumsdirektor Dr. Sven Hauschke, "in der Orangerie, in der sich das Glasmuseum vorher befand, hatten wir ungefähr 63 000 in zehn Jahren, dies ist eine tolle Entwicklung." Für ihn ist Sammeln ein wichtiger Aspekt der Museumsarbeit und dem Erfolg des Glasmuseums zuzurechnen. In der Rosenau befindet sich nicht nur Neues Glas und Studioglas, sondern mit mehr als 500 Stücken die größte Studiokeramiksammlung Deutschlands, "und wir machen weiter", erläutert Hauschke. Aus der Sammlung Losch erhält das Europäische Museum für Modernes Glas im Herbst Werke des italienischen Glaskünstlers Fulvio Bianconi. Sonderausstellungen, Abendöffnungen, Workshops, Lesungen und Konzerte runden das Programm unter dem funkelnden Kronleuchter im gläsernen Gebäude ab. Auch die Dauerausstellung werde regelmäßig umgeändert, so der Leiter weiter, "es ist ein lebendiges Museum." Ein kleiner Wermutstropfen schleicht sich ein in seine "nie langweilig werdende" Arbeit: "Wir bekommen langsam ein Platzproblem." Doch dieses wird, zur Freude der Besucher, wunderbar gelöst werden: Im kommenden Sommer wird das Depot geöffnet, um Objekte zu zeigen, die für die Öffentlichkeit noch nie zu sehen waren.

Auch für Matthias Müller, Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung Coburg, ist das Museum ein echter Gewinn. "Bei 1250 Museen in Bayern fragt man sich schon, ‚muss es nun noch eines sein?‘", gibt er zu, doch die Besucherzahlen, sowie Gestaltung und Ambiente sprächen für sich, "es ist ein großartiges Gebäude, das wunderbar in die Natur eingebettet ist", schwärmt er und muss kurz darauf schmunzeln, als er an Otto Waldrich denkt: "Er war einfach unnachahmlich, jeden Tag marschierte er in Gummistiefeln zu Albert Wagner (Architekt) auf die Baustelle und erkundigte sich nach den Fortschritten. Dabei interessierte ihn die Farbe der Kellertüren genauso wie die Entsorgung der Altlasten."

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Maja Engelhardt

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2018
15:56 Uhr

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