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Coburg

Gefühlt zu wenig Ärzte in Coburg

Sozialsenat zweifelt den Versorgungsgrad von 103 Prozent an. Der Treff am Bürglaßschlösschen wird dagegen immer beliebter bei älteren Menschen.



Coburg - Im Dezember 2014 haben sich Stadt und Landkreis dazu entschlossen eine "Gesundheitsregion plus" entwickeln zu wollen. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unterstützt das Vorhaben bis Ende des Jahre. Die Gesundheitsregion ist derzeit vor allem auf zwei Feldern aktiv. Zum einen geht es um die regionale Gesundheitsversorgung, "Gesundheitsförderung und Prävention" ist der zweite Themenbereich.

Viele alte Ärzte

Was den Versorgungsgrad mit Hausärzten anbelangt, besteht in dieser Gesundheitsregion Coburg auf den ersten Blick kein Grund zur Klage. Laut ärztlichem Kreisverband liegt der Versorgungsgrad in Coburg Stadt und Land bei 103,2 Prozent. Das sei aber kein Grund zur Beruhigung, wie Constanze Scheibl von der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus andeutete. Immerhin seien ein gutes Drittel der registrierten Hausärzte älter als 60 Jahre. Ferner habe sich das Berufsbild des Allgemeinmediziners stark gewandelt. Einzelpraxen mit 24-Stunden-Service gäbe es immer seltener. Viele Ärztinnen und Ärzte würden lieben in Gemeinschaftspraxen oder als Angestellte arbeiten. Stadträtin Angela Platsch (Bündnis 90/Die Grünen) regte sich über Scheibls Zahlen auf: "Das passt doch nichts!" Die Quote sei trügerisch, räumte auch Bürgermeister Thomas Nowak bei der Sitzung des Sozialsenates ein. Viele Senatsmitglieder teilten das Gefühl, dass die Region unterversorgt sei. Immerhin gäbe es lange Wartezeiten bei Fachärzten.

Erfreulicher für den Sozialsenat war der Bericht des Hol- und Bringdienst für die Bereitschaftspraxis am Klinikum Coburg. Wer nicht weiß, wie er dahin kommen soll, kann sich eine Taxi kommen lassen. So eine Fahrt zum Bereitschaftsarzt kostet dann pauschal fünf Euro. Wie Constanze Scheibl mitteilte wurde diese Fahrbereitschaft im vergangenen Jahr etwa vierzigmal genutzt. Das Defizit trägt ein Unternehmen.

Die Verantwortlichen der Gesundheitsregion hoffen darauf, dass die staatliche Förderung auch über das Jahr 2019 hinaus fortgesetzt wird. Wichtig sei auch die Imagekampagne fortzuführen, um den medizinischen Nachwuchs für eine Niederlassung im Coburger Land zu begeistern.

6200 Besucher

Stadträtin Johanna Thomack berichtete von den Aktivitäten im Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt ("Treff am Bürglaßschlösschen"). "Das Konzept ist aufgegangen", freute sie sich. Das Servicebüro zählte im vergangenen Jahr über 6200 Besucher. Der Helferkreis verzeichnete 6839 Einsätze. Das monatliche Repaircafe erfreue sich großer Beliebtheit. Das fast tägliche Angebot eines Mittagessens sei 2018 über 6000 Mal in Anspruch genommen worden. Neu sei ein "Umsonstregal", das eine Foodsharing-Initiative eingerichtet hat. "Das Mehrgenerationenhaus ist Impulsgeber für neue Bedarfe in der sozialen Landschaft", meinte Thomack. Ein neues Ziel sei, der Vereinsamung entgegen zu wirken. Davon sei nicht nur die ältere Generation betroffen.

Peter Tretau, der Behindertenbeauftragte der Stadt Coburg beklagte in seinem Bericht, dass das neue Quartier am Güterbahnhof, vor allem das Globetheater, vom Stadtbusverkehr abgehängt werden könnte. Weitere Themen waren das Fehlen einer behindertenfreundlichen Toilette am Goldbergsee und der schwierige Zugang zu den Toiletten in den Parkhäusern. Tretau hoffte ferner, dass in das neue Globetheater technische Hilfen für Hörbehinderte eingebaut werden. mako

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MARTIN KOCH
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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
17:06 Uhr

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MARTIN KOCH

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
17:06 Uhr



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