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Coburg

Gemeinsamer Kampf gegen Stromleitungen

Kommunalpolitiker aus Oberfranken üben den Schulterschluss: Sie lehnen neue Trassen ab. An der Spitze des Widerstands: CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner.



Abgeordnete, Landräte und Bürgermeister aus ganz Oberfranken wehren sich gegen den Bau weiterer Stromleitungen. Am Mittwochabend haben sie eine Resolution verabschiedet, die sich an die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die bayerische Staatsregierung richtet.	Foto: Frank Wunderatsch
Abgeordnete, Landräte und Bürgermeister aus ganz Oberfranken wehren sich gegen den Bau weiterer Stromleitungen. Am Mittwochabend haben sie eine Resolution verabschiedet, die sich an die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die bayerische Staatsregierung richtet. Foto: Frank Wunderatsch  

Lichtenfels - Landräte und Bürgermeister aus den Kreisen Lichtenfels, Kulmbach, Bamberg, Kronach, Hof und Forchheim haben am Mittwochabend eine Resolution gegen den Bau neuer Stromleitungen durch ihre Heimat verabschiedet. Die Region leiste mit der "Thüringer Strombrücke" von Altenfeld über Coburg zum Umspannwerk Redwitz, mit dem Ausbau des "Ostbayernrings" von Redwitz nach Mechlenreuth und weiter nach Schwandorf sowie der "Frankenleitung" zwischen den Umspannwerken Redwitz, Würgau und Eltmann ihren Beitrag zur Energiewende. Man stehe zum Atomausstieg, heißt es in dem Papier. Allerdings lehnen die Kommunalpolitiker weitere Trassen "vollumfänglich" ab, um Windstrom aus dem Norden Deutschlands in den Süden zu transportieren.

Im Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030 sind mehrere Varianten für neue 380-kV-Wechselstromleitungen als "gleichwertig" dargestellt. Sie führen auf unterschiedlichsten Wegen von Thüringen durch die Landkreise Coburg und Kronach nach Redwitz im Kreis Lichtenfels und von dort durch die Kreise Kulmbach, Hof, Bamberg und Forchheim weiter Richtung Osten bzw. Süden.

CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) hatte die Landräte und Bürgermeister nach Lichtenfels eingeladen, um die Resolution zu formulieren und zu verabschieden. Darin betonen die Politiker, "die Ablehnung der Varianten ist aus netztechnischen, wirtschaftlichen und umweltfachlichen Gründen gerechtfertigt". Damit verknüpft wird die Aufforderung an die Bundesnetzagentur, zu prüfen, "ob die grundsätzliche Notwendigkeit der P 44 und der P44 mod sowie ihrer Varianten überhaupt besteht". Als P 44 wird im Netzentwicklungsplan eine zusätzliche 380-kV-Leitung bezeichnet, die von Thüringen nach Bayern gebaut werden soll.

In dem Schreiben der "kommunalen Familie" in Oberfranken heißt es, man "werde nicht hinnehmen, dass - entgegen der fachlichen Bewertung - eine deutlich längere Trasse aus rein politischen Gründen die Landkreise Lichtenfels, Kulmbach, Bamberg, Kronach, Hof und Forchheim durchschneiden soll". Die Politiker mit Abgeordneter Emmi Zeulner an der Spitze fordern die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die bayerische Staatsregierung auf, "die Belange der Region beim weiteren Netzausbau zu berücksichtigen und von der Planung durch unsere Landkreise abzusehen".

Coburgs Landrat Michael Busch ist nicht als Unterzeichner der Resolution aufgeführt. Busch will dazu heute eine Erklärung abgeben.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2017
21:12 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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13. 09. 2017
21:12 Uhr



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