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Coburg

Gewalttäter müssen lange ins Gefängnis

"Saat des Bösen": Die beiden Angeklagten zeigen Reue. Trotzdem erhalten sie Freiheitsstrafen von vier und fünf Jahren.



Gewalttäter müssen lange ins Gefängnis
Gewalttäter müssen lange ins Gefängnis  

Coburg - Dass die beiden Angeklagten am Landgericht Coburg möglicherweise einmal einer in Thüringen berüchtigten Gang mit dem martialischen Namen "Saat des Bösen" angehörten, spielte am Ende keine Rolle mehr. Zum Schluss des Verfahrens gegen die 37 und 32 Jahre alten Männer sollten am Freitag Schlussstriche gezogen werden - sowohl durch die Strafkammer als auch durch die Beschuldigten.

Die Angeklagten beteuerten, dass sie mittlerweile begriffen hätten, dass sie ihr Leben ändern müssten. Dies sei in jüngeren Jahren geprägt gewesen von Gewalttätigkeit und wiederholten Gefängnisaufenthalten. "Heute bin ich 37, davon saß ich 13 Jahre im Gefängnis", sagte einer der reumütigen Angeklagten. Da änderten sich die Perspektiven. Als er sich als Jugendlicher mit Gewalt habe Respekt verschaffen können, habe er sich als "coole Sau" gesehen. Cool sei spätestens seit dem ersten Gefängnisaufenthalt gar nichts mehr gewesen.

Jetzt steht dennoch eine weitere Haft an. Denn die Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Stephan Jäger verurteilte den 37-Jährigen zu vier Jahren Haft, der jüngere Mann erhielt eine fünfjährige Freiheitsstrafe. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die beiden vor über sieben Jahren in Coburg Gewalt gegen einen Mann aus der hiesigen Drogenszene angewandt hatten.

Sie betrachteten ihr Opfer als Verräter. Der Geschädigte soll einen Drogenhändler vor den Angeklagten gewarnt haben. Sie wollten den Dealer um sein Geld und um Drogen erleichtern (die Neue Presse berichtete). Beide Angeklagte hatten das Opfer mit Fäusten traktiert. Einer hatte ihm mit einem Hammer auf einen Finger geschlagen. Das Gericht stellte jetzt Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung fest.

Die Coburger Kammer zog damit einen Schlussstrich unter ein verschlepptes Verfahren. Schon in Thüringen zog sich ein Prozess gegen die mutmaßlichen Gangmitglieder so lange hin, dass das Urteil schließlich keinen Bestand hatte. Das Gericht sah sich vor diesem Hintergrund veranlasst, die lange Wartezeit zugunsten der Angeklagten in die Waagschale zu werfen. So erließen die Richter dem 37-Jährigen zehn Monate und dem 32-Jährigen acht Monate der jetzt verhängten Strafe. Richter Jäger ging auch auf die zahlreichen Vorstrafen der Angeklagten ein. Sie seien immer wieder durch Gewalttätigkeit aufgefallen. Daher stand die Sicherungsverwahrung der Männer zur Diskussion. "Mit diesen Vorstrafen sind sie davon gar nicht so weit davon entfernt", so der Richter. Allerdings betonte Jäger auch: "Beide zeigen Reue und machen deutlich, dass sie mit der Sache abschließen wollen."

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:04 Uhr

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Mathias Mathes

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13. 09. 2019
18:04 Uhr



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