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Coburg

Gezielt auf die Kehle

Immer wieder machen frei laufende Hunde im Coburger Stadtgebiet Jagd auf Wild. Erwischen sie ein Reh, verendet es meist elend. Die Halter sind äußerst schwer zu ermitteln.



Große Hunde wissen genau, wie sie ein Tier erlegen können. Foto: Privat
Große Hunde wissen genau, wie sie ein Tier erlegen können. Foto: Privat  

Am vergangenen Wochenende beobachten ein Passant und eine Anwohnerin einen freilaufenden Schäferund, der beim Panoramaweg im Pilgramsroth ein Reh erst verfolgt und dann reißt. Sie alarmieren die Polizei, diese ruft den zuständigen Jagdpächter an. Als Rainer Wolf vor Ort eintrifft, ist das Reh bereits qualvoll verendet. "Es ist schon ein Vorteil wenn wir überhaupt die Information bekommen, dass da ein Hund ist", erklärt Wolf. Zwei- bis dreimal pro Jahr erreichen ihn Meldungen, dass ein Hund ein Reh gerissen hat. "Doch die Dunkelziffer ist viel höher", betont er. Heuer sei es bereits das zweite Tier, das von einem Hund getötet wurde.

Meist sind die Halter nicht zu ermitteln, und so bleibt Rainer Wolf auf dem Schaden sitzen. "Diese Tiere fallen in unsere Abschusspläne, das heißt, wir Jäger dürfen dann weniger Tiere erlegen." Ein verletztes Reh könne man nicht transportieren, um es vom Tierarzt behandeln zu lassen. So bleibt dem Jäger oft nur der Gnadenschuss, falls das Tier den Angriff verletzt überlebt hat. "Große Hunde gehen gezielt auf die Kehle", weiß Wolf. Ein Hund, der einmal ein Reh erlegt hat, werde das immer wieder machen wird. "Er weiß jetzt, wo sie sich aufhalten und wo er schauen muss."

Gerade in dem kleinen Tal unterhalb von Löbelstein halten sich im Winter viele Rehe auf. Sie finden dort Schutz im Unterholz. So gehört das Tal ebenso wie der Probstgrund und der Bausenberg zu den Problembereichen in Coburg. Dort greifen immer wieder freilaufende Hunde Rehe an. "Es gibt viele einsichtige Halter, die ihre Tiere an der Leine führen." Und einige Unvernünftige, denen die Freiheit ihres Hundes über alles geht. "Mit denen braucht man gar nicht erst zu diskutieren", ist die Erfahrung des Jägers. Er werde in Zukunft häufiger in seinem Revier unterwegs sein und Ausschau nach freilaufenden, großen Hunden halten. Wenn sie erkennbar Jagd auf Wild machen, dann darf er solche Hunde abschießen. Vorher muss Wolf aber ganz genau prüfen, dass keine Menschen gefährdet werden. "Das ist nicht anders als im Wald, was glauben Sie, wer da alles unterwegs ist", erklärt er. Ein spontaner Schuss "aus der Hüfte" sei für einen Jäger ohnehin tabu.

Das unterstreicht auch Ehrenfried Kaiser, stellvertretender Leiter im Coburger Ordnungsamt und zuständig für das Jagdrecht. "Jäger sind grundsätzlich für jeden Schuss verantwortlich", betont er. In den vergangenen zehn Jahren wurde nach seinem Wissen nur einmal ein Hund erschossen. Kann der Halter eines wildernden Hundes ermittelt werden, wird er wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt. Es droht ein Bußgeld von mehreren hundert Euro. Im Wiederholungsfall kann auch Leinenzwang und Maulkorb angeordnet werden. "Wir bekommen oft Hinweise aus der Bevölkerung", so Kaiser.

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von Christiane Schult
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Veröffentlicht am:
25. 01. 2019
16:42 Uhr

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25. 01. 2019
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