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Coburg

Globe Theater: Was entsteht auf dem Güterbahnhof-Gelände?

Das Globe kommt. So viel zumindest scheint klar. Aber was entsteht noch so alles auf dem Areal des alten Güterbahnhofs? Zu den Plänen werden jetzt auch die Bürger gehört.



So soll die Ausweichspielstätte für das Landestheater einmal aussehen. Was auf dem Areal des alten Güterbahnhofs sonst noch alles realisierbar ist, wird derzeit leidenschaftlich diskutiert.
So soll die Ausweichspielstätte für das Landestheater einmal aussehen. Was auf dem Areal des alten Güterbahnhofs sonst noch alles realisierbar ist, wird derzeit leidenschaftlich diskutiert.   » zu den Bildern

Coburg - Nachdem das Globe als Ausweichspielstätte des Coburger Landestheaters seinen Platz auf dem Güterbahnhofareal finden soll, war eine neue Planung für das Gebiet im Süden der Stadt erforderlich. Bürgerinnen und Bürger hatten nun am Dienstagabend im Rathaus Gelegenheit, dazu ihre Anregungen und Ideen einzubringen.

Aus der Geschichte

Bereits 1880 ging im Coburger Süden der Schlachthof in Betrieb

 

1903 wurden die ersten Waren im Güterbahnhof umgeschlagen

 

Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Schlachthofs nutzt schon jetzt die Hochschule Coburg

 

Das geplante "Band für Wissenschaft, Kunst und Natur" hat eine Länge von etwa 900 Metern und eine Fläche von rund zehn Hektar. Bundesstraße 4 und Bahnlinie im Westen sowie die Itz im Osten begrenzen das Areal

 

Bei der Neugestaltung rechnet die Stadt nach den Worten von Bauamtsleiter Karl Baier "mit Millionenbeträgen für die Entsorgung von Altlasten", weshalb die Stadt Fördermittel aus der Städtebauförderung beantragt hat und auch bekommen soll

 

Im 2015 für das Gelände vorgestellten Rahmenplan, erstellt vom Architekten und Stadtplaner Martin Schirmer, kommt das Globe noch nicht vor. Damals war bei der künftigen Nutzung des Areals um den ehemaligem Güterbahnhof die Rede von einem "Band für Wissenschaft, Technik und Design". Insbesondere das Globe brachte Änderungen in der Planung mit sich, die jetzt unter dem Motto "Band für Wissenschaft, Kunst und Natur" steht. Fritz Frömming, kaufmännischer Direktor des Landestheaters, sieht im Globe eine Riesenchance für Coburg: "Das wird die heißeste Immobilie in Oberfranken". Damit habe die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal.

 

Wie Bauamtsleiter Karl Baier erklärte, gilt im Grundsatz: "Innenstadt und Hochschule sollen gut an das zu entwickelnde Areal angebunden werden." Dabei soll die das Gebiet prägende Architektur, wie die als "Event-Location" vorgesehene alte Pakethalle, erhalten bleiben. Zeitgenössische Neubauten sollen sich harmonisch in die Bebauung einfügen. Bleiben möchte die Glaserei Späth, die sich laut Baier im Rahmen der Neugestaltung des Areals selbst baulich verändern will.

Gewünscht ist laut Baier möglichst wenig Autoverkehr in dem neuen Stadtviertel. Dies sei aber gar nicht so einfach zu erreichen. So kommen zu Theateraufführungen und anderen Veranstaltungen Besucher mit dem Pkw. Auch Schwerlastverkehr ist nach Einschätzung des Bauamtsleiters kaum zu vermeiden, etwa wenn Ausstattung und Kulissen für das Theater geliefert werden. Und schließlich ist ein Teil des Geländes für die Hochschule Coburg vorgesehen. "Dafür gibt es schon einen passenden Namen: Prinz-Albert-Campus", so Baier. Parkplätze für Studierende mahnte schon einmal Hochschulpräsidentin Professorin Dr. Christiane Fritze an. Das gelte auch für die Studenten im benachbarten Campus Design im Hofbräuhaus, wo Parkplätze gänzlich fehlten.

2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber verwies auf das geplante Parkhaus. Zudem sei die Stadt im Gespräch mit dem Zoll. "Wir wünschen uns für diese Behörde einen neuen Standort." Falle die Einrichtung am alten Güterbahnhof weg, vermindere das auch den Schwerlastverkehr. Und noch einmal zum Thema Parkhaus: Dieses wiederum könnte eine "Medienfassade" bekommen, die Außenwände also als Flächen für Werbung oder Veranstaltungshinweise genutzt werden. Solche Blickfänge, zu sehen von der Bundesstraße B 4 oder der parallel verlaufenden Bahnlinie, sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Planung. Dazu kommen Wohnbereiche sowie Ansiedlungsmöglichkeiten für Gewerbe. Hier schweben den Planern Ausgründungen der Hochschule und Start Ups aus der Technologiebranche und der Digitalwirtschaft vor. Dieter Beck wies darauf hin, bei der Planung unbedingt auf Sichtachsen zu achten. Schließlich liege das Areal am Eingang von Coburg von Süden her.

Dem Planungsziel "Natur" soll mit einem zugänglichen Itz-Ufer Rechnung getragen werden. Hier könne, so Baier, Raum zur Erholung und für Feiern im Grünen entstehen. Mit in die Planung eingeflossen ist zudem ein Habitat für den auf dem Areal entdeckten Bestand an Zauneidechsen.

Wie es denn um die weitere Nutzung des Globe bestellt sei, wenn das Landestheater nach der Sanierung wieder eröffnet, wollte Bernd Grams wissen. "Es ist schwierig, über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren Vorhersagen zu machen", so Stephan Horn Leiter der Coburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) mit Verweis auf die voraussichtliche Nutzungszeit als Ausweichspielstätte. Allerdings mache man sich schon Gedanken über die Zeit danach. So wolle die Globe GmbH, die Planungsgemeinschaft aus den Firmen Brose, HUK und Kaeser, in der nächsten Stadtratssitzung einen Geschäftsplan für den Rundbau vorstellen.

Zudem gebe es in Coburg eine große Nachfrage nach Räumen für Kleinkunst sowie für Veranstaltungen von Vereinen und Schulen. Diese Nachfrage gelte es so zu kanalisieren, dass nicht nur das Globe, sondern auch die Pakethalle möglichst ausgelastet sei. Vorbild könne Bamberg sein, wo die Stadt gleich vier Versammlungsstätten erfolgreich manage, sprich keinen Verlust einfahre. Wichtig sei, so Horn: "Wir müssen eine Konkurrenz unter den Veranstaltungsorten ausschließen."

Eine Bürgeranregung griff gleich Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß auf. Wünschenswert sei - auch im Sinne einer umweltfreundlichen Verkehrserschließung - dass das Areal eine Bahnhaltestelle bekommt. Die sollte dann über eine Unterführung auch von der B 4 aus zu erreichen sein. Immer wieder kam zudem der Wunsch nach einer Steigerung der Aufenthaltsqualität. Bürger regten Gastronomie und Sitzgelegenheiten im Freien an.

Autor

Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
16:34 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
16:34 Uhr



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