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Coburg

Große Trockenheit, kleine Ernte

Landwirte im Coburger Land leiden unter den Wetterkapriolen. Im Vergleich zum Vorjahr gehen die Ernteerträge um 40 Prozent zurück.



Zu warm, zu trocken: Bei Raps, Weizen und Wintergerste fällt die Ernte deutlich geringer aus als im Vorjahr. Jetzt hoffen Wolfgang Schultheiß, Jürgen Heymann, Hans Rebelein und Maik Truckenbrodt (von links) auf Regen, damit die Erträge zumindest bei Mais und Zuckerrüben besser ausfallen.	Foto: Christoph Scheppe
Zu warm, zu trocken: Bei Raps, Weizen und Wintergerste fällt die Ernte deutlich geringer aus als im Vorjahr. Jetzt hoffen Wolfgang Schultheiß, Jürgen Heymann, Hans Rebelein und Maik Truckenbrodt (von links) auf Regen, damit die Erträge zumindest bei Mais und Zuckerrüben besser ausfallen. Foto: Christoph Scheppe  

Großgarnstadt - "Katastrophal bis unterdurchschnittlich": Mit drastischen Worten beschreibt Wolfgang Schultheiß das bisherige Ernteergebnis im Coburger Land. Im Schnitt, so der stellvertretende BBV-Kreisobmann, liege der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei 40 Prozent. "Und 2017 war alles andere als ein gutes Jahr", sagte er beim BBV-Erntegespräch auf dem Hof von Maik Truckenbrodt in Großgarnstadt.

Ursachen für die niedrigeren Erträge sind Wetterkapriolen. Die haben Raps, Wintergerste und Weizen arg zugesetzt. Beim Anbau im Herbst war es viel zu feucht, weshalb sich in der Folge Wurzelwerk und damit die Pflanzen nicht richtig ausbilden konnten. Die Nässe führte besonders bei der Wintergerste zu Pilzkrankheiten. Dann hatte ab Januar "Väterchen Frost" über einen längeren Zeitraum die Region fest im Griff. "Durch den fehlenden Schnee war der Boden hart, was vor allem die Raps-Bestände zusätzlich schwächte", stellte BBV-Kreisgeschäftsführer Hans Rebelein fest. Diese Kahlfröste seien im März nahtlos in Trockenheit und Hitze übergegangen.

Kurzum: Die Unbilden des Wetters bescheren den Landwirten deutliche Einnahmeausfälle. Nach Aussagen von Schultheiß und Rebelein sind die Ernteergebnisse von Ort zu Ort aber unterschiedlich. "In machen Teilen des Landkreises gibt es beispielsweise beim Raps Totalausfälle, während sich der Ertragsrückgang anderswo in Grenzen hält. Gleiches gilt auch für den Weizen." Es gibt aber auch gute Nachrichten. Es scheint, als habe sich die Wintergerste trotz der schlechten Bedingungen etwas besser entwickelt als die übrigen Getreidesorten. Gleichwohl werde die Ernte wohl um ein Drittel geringer ausfallen als 2017.

Jetzt hoffen die Landwirte bei Mais und Zuckerrüben auf ein besseres Ergebnis. Das entscheidet sich in den nächsten zwei Wochen. "Wenn es keinen Regen gibt, dann sieht's zappenduster aus."

Die Wetterkapriolen belegte BBV-Kreisgeschäftsführer Rebelein mit Zahlen der Messstation in Birkenmoor. Danach fielen dort im Januar 84,5 Liter Regen auf einen Quadratmeter. Das sind 28 Liter mehr als im langjährigen Mittel. Ab März blieben die Werte konstant unter den üblichen Niederschlagsmengen. Besonders drastisch war die Differenz von 15,2 zu 82,1 Liter im Juni.

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2018
18:00 Uhr

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11. 07. 2018
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