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Coburg

Großprojekt am DSZ liegt auf Eis

Keine Handwerker und derzeit kein Investor: Die Bauabschnitte drei bis fünf werden keinesfalls vor Sommer 2020 starten. Betroffen sind das Internat und das Hauptgebäude.



Das frühere DSZ-Hauptgebäude (hinten links) sowie das ehemalige Internat rechts daneben sollten eigentlich längst saniert werden. Doch das Vorhaben stockt. Den potentiellen Käufern wurde mitgeteilt, dass ihre Reservierungen vorerst aufgelöst sind. Vor Sommer 2020 geht hier nichts weiter. Foto: Wunderatsch
Das frühere DSZ-Hauptgebäude (hinten links) sowie das ehemalige Internat rechts daneben sollten eigentlich längst saniert werden. Doch das Vorhaben stockt. Den potentiellen Käufern wurde mitgeteilt, dass ihre Reservierungen vorerst aufgelöst sind. Vor Sommer 2020 geht hier nichts weiter. Foto: Wunderatsch   » zu den Bildern

Coburg - Dass die Planungen rund um das Gelände des ehemaligen Diakonisch Sozialen Zentrums (DSZ) am Hofgarten eine Herausforderung sind, war den Verantwortlichen von Projekt Bauart wohl von Anfang an klar. Dass es nun, knapp vier Jahre nach dem Kauf des Geländes, einen unfreiwilligen Stopp gibt, hatten sie so aber wohl nicht kommen sehen. Denn während das erste fertige Gebäude im Mai 2018 an die Firma Brose übergeben werden konnte, und im Bauabschnitt zwei von den 21 Wohnungen 20 bezogen sind, bereiten die Abschnitte drei bis fünf den Verantwortlichen nun Probleme.

Vorhaben mit Hürden

2015 kaufte die Projekt Bauart GmbH (damals noch in Hirschaid ansässig und mittlerweile nach Forchheim umgezogen) das DSZ-Gelände. Die "Schule am Hofgarten" konnte daraufhin auf der Bertelsdorfer Höhe neu bauen.

 

Als Projekt Bauart die Pläne für den Umbau des Geländes vorstellte, war der Unmut bei Nachbarn aber auch beim Kunstverein groß. Die Bauabschnitte 1 und 2 erschienen den Kritikern zu groß.

 

Mittlerweile sind die Baukörper an der Ecke Probstgrund/Leopoldstraße fertig und auch schon bezogen. Haus 1 hat die Firma Brose übernommen. In Haus 2 sind 20 der 21 Wohnungen belegt.

 

"Für die Umsetzung dieser Schlüsselgewerke sollten versierte Unternehmen gefunden werden, um die Termine für die zukünftigen Eigentümer gewährleisten zu können", betont Marcus Thiele, Geschäftsführer der Projekt Bauart GmbH. Allerdings sei das Auswahlverfahren, bedingt durch die konjunkturelle Lage im Baugewerbe in den letzten Monaten "sehr schwierig" geworden. "Den Unternehmen gelingt es im aktuellen Markt weitgehend, die Projekte nach deren Vorstellungen auszusuchen", bekennt der Geschäftsführung.

 

Noch schwerer wiegt allerdings ein anderes Problem: Denn eigentlich sollten die Bauabschnitte drei bis fünf (das sind das Hauptgebäude und das Internat des ehemaligen DSZ sowie eine Tiefgarage) von einem Generalübernehmer verantwortet und dann schlüsselfertig an die Käufer übergeben werden. "Uns war es auch mit viel Aufwand und Engagement gelungen, einen solchen Generalunternehmer zu finden", erinnert sich Thiele. Mit dem Unternehmen sei im März 2018 ein gestaffelter Bauvertrag geschlossen worden, welcher einen verbindlichen Fertigstellungstermin garantierte, "gleichwohl aber erst im Anschluss einer weiteren Planungsphase wirksam werden sollte", so Thiele. Doch so weit kam es dann gar nicht. Denn in dieser erweiterten Planungsphase seien Differenzen aufgetreten, "die uns veranlassen von der weiteren Umsetzung dieses Vertrages vorerst Abstand zu nehmen", erklärt Projekt Bauart.

Für den Unternehmer Marcus Thiele bedeutet das nun, dass sämtliche Bauleistungen neu angefragt werden müssen. Außerdem will sich Projekt Bauart noch einmal auf die Suche nach einem Unternehmen machen, das die Verantwortung für die Umsetzung der restlichen Bauabschnitte übernimmt. "Wir können jedoch bereits heute mitteilen, dass dies mit großer Sicherheit nicht vor dem Sommer 2020 gelingen kann", gibt Marcus Thiele zu.

Die mehr als 50 Interessenten, die verbindliche Reservierungen vorgenommen hatten, seien zwischenzeitlich von der neuen Situation informiert worden. Die Reservierungen wurden aufgelöst, hinterlegte Reservierungsgebühren erstattet.

"Selbstverständlich werden wir den Kunden vor einem neuerlichen Vertrieb die Möglichkeit eröffnen, sich die zuletzt reservierte Wohnung wieder zu sichern", fügt der Geschäftsführer an. In der derzeitigen Lage wolle man die Interessenten aber nicht weiter hinhalten. "Daher haben wir uns zu diesem konsequenten Schritt entschieden."

Die Planungen für das 70er Jahre Haupthaus sowie das ehemalige Internat des DSZ sahen einen Umbau im Bestand vor. Bereits ab Anfang 2018 sollten hier attraktive Wohnimmobilien mit großzügigen Lichthöfen, Dachterrassen und einem Blick ins Grüne entstehen. 55 Wohnungen waren im Haupthaus vorgesehen - allesamt zwischen 47 und 139 Quadratmeter groß. Auch im ehemaligen Internat sollten Wohnungen entstehen. Diese allerdings nicht so großzügig geschnitten wie im Haupthaus.

Auch wenn all diese Pläne derzeit auf Eis liegen, abgeschrieben hat man sie bei Projekt Bauart nicht. "Wir sind nach wie vor von der sensationellen Lage dieser Wohnungen überzeugt", betont Marcus Thiele. Auch wenn nicht alle so lief wie geplant, sei man immer noch mit großer Motivation bei der Sache.

Da der Generalunternehmer "technisch einen sensationellen Job gemacht hat" - unter anderem hätte er beeindruckende 3D-Modelle der Baukörper angefertigt - gebe es nach wie vor noch einen Kontakt. "Wir reden noch immer miteinander", betont der Geschäftsführer. Allerdings hätte man vor allem bei Details keinen Konsens gefunden. "Und viele kleine Dinge werden am Ende irgendwann etwas Großes."

Autor
Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
17:46 Uhr

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Steffi Wolf

Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
17:46 Uhr



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