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Coburg

Großstadtflair im Coburger Land

Lange hat es gedauert. Jetzt ist Ebersdorfs neue Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrer endlich einsatzbereit. Zumindest so gut wie.



Installiert aber noch nicht im Betrieb: Noch können Sebastian Straubel und Bernd Reisenweber nur so tun, als wollten sie mit dem Aufzug der Ebersdorfer Bahnunterführung fahren.	Foto: Andreas Wolfger
Installiert aber noch nicht im Betrieb: Noch können Sebastian Straubel und Bernd Reisenweber nur so tun, als wollten sie mit dem Aufzug der Ebersdorfer Bahnunterführung fahren. Foto: Andreas Wolfger  

Ebersdorf - Gerade als die Eröffnungsfeier der neuen Ebersdorfer Bahnunterführung mit Aufzuganlage in der Garnstadter Straße beginnt, fängt es an zu schneien. Davon lässt sich jetzt aber niemand ablenken. Zu lange haben alle Anwesenden auf diesen Moment gewartet, denn mit der Eröffnung des Fußgängertunnels der als Umgehung Ebersdorf bekannten Kreisstraße CO 13 gilt nun endlich offiziell als abgeschlossen. Seine Anfänge liegen bereits mehr als ein Vierteljahrhundert zurück.

Das Ebersdorfer Endlosprojekt

Die Umgestaltung der als Ebersdorfer Umgehung bekannten Kreisstraße CO 13 beschäftigt die Gemeinde schon seit Langem.

Im März 2012 erließ die Regierung Oberfranken einen Planfeststellungsbeschluss, um die beiden höhengleichen Bahnübergänge der Straße zu beseitigen.

2014 konnten die ersten Arbeiten für das Projekt schließlich beginnen.

Kurz vor Weihnachten 2017 erfolgte die Verkehrsfreigabe der neuen Umgehung.

Die Vergabe des Auftrags für die neue "Eisenbahnüberführung" konnte aufgrund von Problemen beim Vergabeverfahren erst im
Oktober 2018 erteilt werden.

Nach einer bahninternen Prüfung des Ausführungsplans begannen die Bauarbeiten für die Unterführung in diesem Frühjahr.

Aktuell finden noch Pflasterarbeiten im nordöstlichen Bereich der Unterführung statt.

Knapp 600 Meter im Süden des neuen Bahnübergangs befindet sich der Ebersdorfer Bahnhof.

"Im Jahr 1989 saß ich noch im Gemeinderat von Ebersdorf und habe dem damaligen Landrat wegen der Umgehungsstraße in den Ohren gelegen", berichtet der Landtagsabgeordnete Michael Busch (SPD) in seinem Grußwort. Danach sei er selbst als Landrat gewählt worden. In dieser Funktion gelang es ihm aber lediglich, dem Projekt einige Steine aus dem Weg zu räumen. Als er Anfang des Jahres das Landratsamt verließ, seien die Arbeiten noch immer nicht fertig gewesen. Dass dies nun endlich geglückt sei, freue ihn ganz persönlich. Dem stimmt auch Bernd Reisenweber, der Bürgermeister von Ebersdorf, zu. "Dieses Projekt hat ganze drei Landräte und zwei Bürgermeister verschlissen", sagt er. Allein das zeige die Komplexität der Baumaßnahmen.

 

"Dies ist der letzte offizielle Termin für die wohl anspruchsvollste und in ihrer Vorbereitung langwierigste Tiefbaumaßnahme in der Geschichte des Landkreises Coburg", betont Landrat Sebastian Straubel, Buschs Amtsnachfolger. Insgesamt habe der Bau der Umgehungsstraße über 22 Millionen Euro gekostet. Auf die Baukosten der Unterführung fielen davon etwas mehr als drei Millionen Euro. Damit seien die für das Projekt geplanten Kosten nach aktuellem Stand nur geringfügig überschritten worden, sagt der Landrat. "Dies ist unter anderem auch der derzeit sehr starken Auslastung der verfügbaren Planer und Firmen im Bereich Bahnbau geschuldet", betont er.

Finanziert wurde das Projekt sowohl aus Mitteln des Bundes, der Bahn sowie des Landkreises. Und auch die Gemeinde Ebersdorf habe sich mit einem geringen Kostenanteil eingebracht. "Gemeinsam gelang es allen am Bau Beteiligten, die zahlreichen Klippen bei der Erstellung der Unterführung zu umschiffen", erklärt der Landrat. Für diese lösungsorientierte Zusammenarbeit beim der Fertigstellung des Projekts sei er ausgesprochen dankbar.

"Nun haben wir in Ebersdorf möglicherweise die schönste Fußgängerunterführung von ganz Deutschland", scherzt Bürgermeister Reisenweber. Diese verleihe der Gemeinde nun ein gewisses "Großstadtflair" - wie in München. Einen Wehrmutstropfen gibt es bei der Eröffnungsfeier trotz allen Lobs jedoch: Der nagelneue Aufzug durfte noch nicht getestet werden. "Den muss der TÜV erst noch abnehmen", erklärt Reisenweber.

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Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
17:06 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
17:06 Uhr



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