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Coburg

Güterbahnhof statt Schlossplatz?

Das Globe sollte dauerhaft als Spielstätte genutzt werden, meint Pro Coburg. Das historische Theater bräuchte man dann nur noch für kleinere Events.



Hier sollte für immer Theater sein: Der Vorschlag der Wählergemeinschaft findet quer durch alle Fraktionen allerdings wenig Gegenliebe (siehe unten).
Hier sollte für immer Theater sein: Der Vorschlag der Wählergemeinschaft findet quer durch alle Fraktionen allerdings wenig Gegenliebe (siehe unten).  

Coburg - Eigentlich soll das Globe am Güterbahnhof nur eine Übergangsspielstätte für das Landestheater werden. Die Wählergemeinschaft Pro Coburg sieht das anders. In einem am Donnerstag veröffentlichten Antrag fordern die Stadträte Jürgen Heeb, Horst Geuter und Peter Kammerscheid, dass der gegenwärtig geplante Rundbau dem Landestheater dauerhaft als Spielstätte dienen soll. Das historische Gebäude am Schlossplatz soll nur so weit saniert werden, "dass ein Betrieb als Veranstaltungsstätte für kleinere Events, Galas, Empfänge, Vorträge oder Firmenveranstaltungen ohne größeren technischen Bedarf und Verwaltungsaufwand möglich ist". Theatervorstellungen, die von der Ausstattung her "wenig anspruchsvoll" sind, sollten auch künftig im heutigen Haupthaus stattfinden können. Fraktionsvorsitzender Jürgen Heeb denkt hier beispielsweise an das Weihnachtsmärchen, wo die Kulisse dann länger stehen könne und nicht, wie heute, ständig auf- und abgebaut werden müsse, wie er der Neuen Presse sagte.

Betrieben und verwaltet werden soll das historische Gebäude nach Vorstellungen von "Pro Coburg" vom städtischen Eigenbetrieb "Coburg Marketing". Ein Entwurf zur Nutzung solle mit der Staatsregierung verhandelt werden. Neu- und Umbauten, die nach aktuellem Plan im Bereich des Oberen Bürglaß und des Palais Kyrill geplant sind, sollen nicht erfolgen.

Nach dem Willen von Pro Coburg soll auch die Verwaltung des Landestheaters vom Oberen Bürglaß an den ehemaligen Güterbahnhof umziehen. Das bisherige Verwaltungsgebäude könnte laut dem Antrag der Fraktion von der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) genutzt werden. Sie soll hier Start-ups - neu gegründete Unternehmen - ansiedeln. Gleiches soll für das Palais Kyrill gelten, wenn das Kinderhaus in die Lutherschule am Albertsplatz umgezogen ist.

Zudem fordert Pro Coburg, dass die Verantwortlichen des Theaters und die bayerische Staatsregierung den Fortbestand der Werkstätten in Cortendorf hinterfragen. Schließlich stünden auch hier dringende Sanierungen an. Insofern sei die Ergänzung der bisherigen Planungen am Güterbahnhof mit einem Neubau denkbar.

Als Begründung führt Pro Coburg an, dass die Sanierung des Landestheaters den Haushalt der Stadt massiv belasten würde. Für die Instandsetzung, Modernisierung und den Ausbau seien bislang Kosten von rund 150 Millionen Euro veranschlagt, von denen die Kommune 30 bis 40 Millionen Euro zu tragen hätte. Dies könne nur mit Krediten finanziert werden. Hinzu kämen zehn Millionen Euro, die - nach vorsichtigen Prognosen - jährlich für den Betrieb und den Unterhalt des Theaters gezahlt werden müssten.

Bislang ist allerdings von Sanierungskosten zwischen 90 und 110 Millionen Euro die Rede. Das Globe als Ausweichspielstätte soll weitere 25 Millionen Euro kosten. Nach der Generalsanierung, die gegenwärtig mit fünf bis sechs Jahren Dauer angegeben wird, soll es als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt werden. Dafür gibt es bislang noch kein Konzept.

Eine Ausgabe in dieser Höhe stelle die dauerhafte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt infrage und würde Kürzungen von städtischen Fördergeldern in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nach sich ziehen, so Pro Coburg weiter. "Das ist der breiten Masse unserer Bürger nicht vermittelbar", heißt es in dem Antrag.

Der Wählergemeinschaft scheine es auch nicht vermittelbar, dass mit dem Globe-Theater am Güterbahnhof eine Spielstätte gebaut wird, die allen Anforderungen des Landestheaters entspricht, aber nur für fünf oder sechs Jahre genutzt wird. "Warum soll etwas, was fünf bis sechs Jahre einen nahezu uneingeschränkten Betrieb des Landestheaters zulässt, nicht auch dauerhaft genutzt werden?", heißt es in dem Papier. Das Gegenteil sei hier "sicher der Fall, denn mit dem geplanten Globe wird das Landestheater ein weit über die Grenzen des bisherigen Einzugsbereichs vermarktbares Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Theaterlandschaft aufweisen, das es dauerhaft zu nutzen gilt", schreiben Jürgen Heeb, Horst Geuter und Peter Kammerscheid. Sobald die Gebäude auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände bezogen werden, sei dort ein zeitlich unbefristeter Spielbetrieb ohne Probleme machbar, "sodass auch für die anstehenden Verhandlungen und eventuelle Neuplanungen keinerlei zeitlicher Druck entsteht".

Veröffentlicht am:
17. 01. 2019
10:55 Uhr

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Autor

Katja Diedler

Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
17. 01. 2019
10:55 Uhr



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