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Coburg

Handwerkskunst made in Oberfranken

Heimische Polstermöbler zeigen bei der Hausmesse ihre neuen Kollektionen. Bei den Einkäufern der Verbände stoßen die Kreationen auf großes Interesse.



Optimismus: Mit dem Verlauf der Hausmessen ist Harald Welsch (links), Geschäftsführer der Alfred Ponsel GmbH&Co. KG, zufrieden. Von der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft heimischer Polstermöbelhersteller überzeugten sich am vorletzten Messetag der Weidhausener Bürgermeister Markus Mönch (Mitte) und Landrat Sebastian Straubel. Fotos: Christoph Scheppe
Optimismus: Mit dem Verlauf der Hausmessen ist Harald Welsch (links), Geschäftsführer der Alfred Ponsel GmbH&Co. KG, zufrieden. Von der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft heimischer Polstermöbelhersteller überzeugten sich am vorletzten Messetag der Weidhausener Bürgermeister Markus Mönch (Mitte) und Landrat Sebastian Straubel. Fotos: Christoph Scheppe   » zu den Bildern

Coburg - Individualität und Nachhaltigkeit sind zwei aktuelle Megatrends, die sich auch beim Wohnen und Einrichten wiederfinden und die viele Endverbraucher beim Möbelkauf beschäftigen. Die oberfränkischen Polstermöbelhersteller bedienen diese Trends mit einem vielfältigen Angebot an langlebigen Wohnlandschaften, Sofas und Relax-Sesseln, die in aufwendiger Handarbeit klimaschonend aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt werden. Ihre neuesten Kreationen zeigen noch bis heute 14 Polstermöbelhersteller aus dem Landkreis und Umgebung bei den Hausmessen unter dem Motto "Ohne uns wär’s ganz schön leer".

Branche setzt 4,1 Milliarden Euro um

2018 zählte die bayerische Möbelindustrie 183 Betriebe und 22 060 Beschäftigte. Das Umsatzvolumen betrug 4,1 Milliarden Euro und die Exportquote 34,2 Prozent.

 

Ein Drittel der Beschäftigten ist im Regierungsbezirk Oberfranken tätig, mit 19 beziehungsweise jeweils 13 Prozent folgen Mittelfranken, Unterfranken und Oberbayern auf den Plätzen zwei bis vier.

 

Der Bereich "Sonstige Möbel", zu denen in der Statistik des Bayerischen Landesamtes auch die Polstermöbel gehören, weist mit 61 Prozent die meisten Beschäftigten auf, vor Polstermöbeln (25 Prozent), Küchenmöbeln (12,0) und Matratzen (2,0).

 

91,8 Prozent der bayerischen Möbelhersteller haben weniger als 250 Beschäftigte und gut die Hälfte der Gesamtbelegschaft arbeitet in einem solch kleineren Betrieb.

 

Der Umsatz verteilt sich zu 40,5 Prozent auf jene Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und zu 59,5 Prozent auf die Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten.

 

Mit ihren aktuellen Kollektionen haben die heimischen Produzenten scheinbar den Nerv der Einkäufer der Verbände getroffen. Die wiederum glauben zu wissen, was der Kunde will. "Die Messe ist gut verlaufen. Wir sind zufrieden", sagt Harald Welsch, Geschäftsführer der Albert Ponsel GmbH (Weidhausen). Das in vierter Generation inhabergeführte Familienunternehmen ist seit mehr als 90 Jahren in der Branche tätig und beschäftigt aktuell 185 Mitarbeiter. "Wir sind Getriebene und müssen uns jedes Jahr neu erfinden", verweist Welsch auf 100 Modelle, die es in 30 Variationen, 45 Stoffarten und durchschnittlich fünf Farben gibt.

 

Auch bei Arco herrscht gute Stimmung. 1925 gegründet, produziert das Unternehmen seit Anfang der 1940er-Jahre Polstermöbel in Weidhausen. Die Kernkompetenz liegt auf Kollektionen, die in Aufbau und Funktionalitäten nach orthopädisch-ergonomischen Gesichtspunkten optimiert werden und mit ihren "inneren Werten" für gesunden Sitzkomfort sorgen. 200 Mitarbeiter beschäftigt Arco. "Das Interesse war ganz gut. Nur die Preisdiskussionen sind immer langwierig", resümiert Mitgeschäftsführerin Sarah Beck.

1978 gegründet, gehört die F+S Polstermöbel GmbH zu den jüngeren Unternehmen in Weidhausen. "In diesem Jahr waren mehr Einkäufer da", bezeichnet Geschäftsführer Peter Nagat den bisherigen Messeverlauf als erfolgreich. Das Spektrum der Modellpalette reicht von klassisch bis modern. Besonders gefragt seien Systemlösungen wie Sitzflächen- und -höhenverstellungen. Farblich gehe der Trend zu Grau-, Gelb- und Grüntönen. F+S beschäftigt derzeit 105 Mitarbeiter.

Die Gruber Polstermöbel GmbH, die seit 1927 ausschließlich in Sonnefeld fertigt, hat nach Angaben von Geschäftsführer Dieter Wolf den Wandel vom eher konservativen hin zum modernen Design vollzogen. Offensichtlich mit Erfolg, denn "wir waren sehr angenehm überrascht, wie unsere Kreationen bei den Einkäufern angekommen sind", freut sich der Chef von 150 Mitarbeitern über die gelungene Gratwanderung.

Sitz- und Bedienkomfort rücken immer stärker in den Fokus und verdrängen manuelles Verstellen. Auch das Thema Multimedia macht vor Polstermöbeln nicht halt. So bietet Arco beispielsweise Sofas mit integrierten Steckdosen und USB-Anschlüssen an.

Zu schaffen macht den heimischen Polstermöblern der akute Fachkräfte- und Azubimangel. "Das Handwerk ist leider nichts mehr Wert", bedauert Harald Welsch.

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
21:04 Uhr

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Christoph Scheppe

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24. 09. 2019
21:04 Uhr



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