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Coburg

Harsche Kritik an der Regierung

Die Waldbauern fürchten um das Öko- und Wirtschaftssystem, das vom Klimawandel bedroht ist. Sie fordern wirksame staatliche Hilfen.



Vor Ort in einem stark vom Waldsterben bedrohten Wald machte Gerald Oehrl (rechts), der dortige Vorsitzende der Waldbauernvereinigung, drastisch auf das Waldsterben und die damit verbundenen Probleme aufmerksam.	Foto: Doris Weidner
Vor Ort in einem stark vom Waldsterben bedrohten Wald machte Gerald Oehrl (rechts), der dortige Vorsitzende der Waldbauernvereinigung, drastisch auf das Waldsterben und die damit verbundenen Probleme aufmerksam. Foto: Doris Weidner  

Gleußen - "Rettet unseren Wald vor dem Sterben", unter diesem Motto erarbeitete Wolfgang Schultheiß, seines Zeichens Vorsitzender der Waldbauernvereinigung Coburger Land, ein Positionspapier zur aktuellen Situation in Sachen Forstschäden. Hierin wird auf das dramatische Waldsterben hingewiesen. Ein Problem, das die Waldbesitzer nicht mehr bewältigen können, deswegen fordern sie dringend staatliche Unterstützung von der Politik.

Für die Analyse hat Schultheiß den Wald an mehren Stellen begutachtet. Er berichtet, dass Waldbesitzer bereits ihre abgestorbenen Wälder aufgegeben haben und die Flächen nicht mehr räumen. "Der finanzielle Aufwand für die Beseitigung der abgestorbenen Bäume übersteigt oftmals den Erlös des Holzes", so Schultheiß. Und an einer Wiederaufforstung und einen Waldumbau sei nicht mehr zu denken. Diese Situation betreffe die ganze Gesellschaft, weil ein Öko- und Wirtschaftsraum in sich zusammen bricht.

Schultheiß fuhr harte Bandagen auf: "Die Politik fühlt sich zu höherem berufen, zum Beispiel den Amazonas zu retten und Afrika aufzuforsten, dabei sind die Probleme daheim unüberschaubar. Die eingeladene Ministerin hatte keine Zeit, sich das Waldsterben anzuschauen." In Richtung Staatskanzlei gewandt sagte Schultheiß: "Bayern hört an der Donau auf und in München schaut man nach Süden, da ist es grün und die Welt in Ordnung. Andere Bundesländer würden die Bundeswehr einsetzen und Bayern weiß nicht, wo Franken liegt." Hier schaue sich niemand um: "Die Ministerin pflückt lieber Weintrauben oder krönt Königinnen", wetterte Schultheiß, trotzdem sei seine Kritik noch moderat. Warum? Das wusste er selbst nicht.

Die bayerischen Förderprogramme habe die Zeit überholt und sie seien im Vergleich zu anderen Bundesländern ärmlich. Deshalb seien viele Maßnahmen von Seiten des Staates einzuführen und umzusetzen und Frankens Wälder müssten denselben Status erhalten wie der Bergwald in den Alpen. Deshalb werde in dem Positionspapier unter anderem gefordert: "Förderung der Räumung von Schadflächen von Totholz, bei der Pflanzung neuer Baumarten, bei Gewinnung von Wildlingen, Naturverjüngung, Jungkulturen, von Verbissschutzmaßnahmen, dauerhafte Unterstützung aus Geldern der CO2 Zertifikate und Schutzmaßnahmen gegen Wild". www

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Lothar Weidner
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Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
17:04 Uhr

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Lothar Weidner

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
17:04 Uhr



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