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Hereinspaziert

Am Tag des offenen Denkmals bieten sich Einblicke in Gebäude, die sonst verschlossen bleiben. In Wiesenfeld führt Rainer Wessels durch seinen Bahnhof.



Neugotische Ornamente zieren die Stadtkirche St. Georg in Neustadt. Fotos: Mathias Mathes
Neugotische Ornamente zieren die Stadtkirche St. Georg in Neustadt. Fotos: Mathias Mathes   » zu den Bildern

Coburg - Wer am Sonntag in Stadt und Landkreis Coburg unterwegs war, konnte wieder ungeahnte Entdeckungen machen. Auch beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals boten sich Einblicke in die lange Geschichte historischer Gebäude vom Wiesenfelder Bahnhof bis zur Stadtkirche St. Georg in Neustadt.

Kreisheimatpfleger Rainer Wessels hat den Bahnhof in Wiesenfeld erworben und sich vorgenommen, das Gebäude mit Kennerblick für die historische Bausubstanz zu renovieren. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals führt er durch das schon eingerüstete Gebäude und blickt zurück auf die Geschichte der Eisenbahn im Coburger Land. "Die Bahnstrecke zwischen Coburg und Bad Rodach ließ das Coburger Herzogshaus von der Werra-Eisenbahngesellschaft Meiningen bauen", erzählt er. Von den Bahnhofsgebäuden aus der Zeit der Streckeneröffnung 1892 sind neben dem in Wiesenfeld noch die Stationen im Coburger Stadtteil Neuses sowie in Großwalbur, Gemeinde Meeder, erhalten.

Zuletzt war das Gebäude an der Bahnstrecke als Wohnhaus genutzt worden. Jetzt sollen nach Wessels Worten neue, zeitgemäße Wohnungen entstehen. Dabei werde das Haus zumindest teilweise wieder seine Fassade aus der Zeit der herzoglichen Bahn erhalten. Wessels verweist auf freigelegtes Fachwerk, das unter der Komplettverkleidung mit Schieferplatten zum Vorschein gekommen ist. Die der nach wie vor genutzten Schiene zugewandte Seite soll zu weiten Teilen ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückbekommen.

Eine ganz andere Geschichte erzählt die Kirche St. Georg im Herzen von Neustadt. Im Kern ist das Neustadter Wahrzeichen am Marktplatz ein spätgotischer Bau des frühen 16. Jahrhunderts. "Nach dem Brand im Jahr 1839 erfolgte zwischen 1846 und 1848 der Neuaufbau im neugotischen Stil nach Entwürfen von Alexander von Heideloff", weiß die Archäologin Heidrun Frenkler. Neugotische Ornamente schmücken das Gotteshaus innen wie außen. Deutlich auffälliger sei diese Zierde an der Kirche der Nachbarstadt Sonnenberg, so Heidrun Frenkler. Die architektonische Ähnlichkeit der Kirchen komme freilich nicht von ungefähr, handelt es sich doch bei beiden um Heideloff-Arbeiten. So gesehen sei St. Georg "die kleine Schwester" der Sonneberger Kirche.

Nur am Tag des offenen Denkmals zugänglich ist das ehemalige Werk I der insgesamt drei Werksgebäude der Hausser-Spielwarenfabrik in Neustadt. Wie Fred Schindhelm bei seiner industriegeschichtlichen Führung erläutert, sei in den Gebäuden in der Nähe des Bahnhofs noch bis 1983 produziert worden. Schon zuvor betrieb der Neustädter Ehrenbürger, Unternehmer und Politiker Max Oscar Arnold dort ein Fabrikgebäude.

Historische Gebäude, egal welcher Art, haben eben viel zu erzählen. Diese Erfahrung konnten Besucher auch andernorts machen, etwa im jüngst sanierten Dornheim-Gebäude in Coburg, im früheren Gasthaus zum Goldenen Löwen in Bad Rodach, das ebenfalls im neuen Glanz erstrahlt, oder in den Kirchen in Lahm und Gleußen im Itzgrund.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
22:30 Uhr

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09. 09. 2018
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