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Den Blick für nachhaltiges Bauen zu schulen, das hat sich die Initiative Rodachtal (IR) auf die Fahnen geschrieben.



Der Baukulturpreis der Initiative Rodachtal geht in die nächste Runde. Wieder sollen vorbildliche Beispiele für den Umgang mit typischer Bausubstanz der Region ausgezeichnet werden. Die Hoffnung der Initiatoren: Dass diese Beispiele als Vorbilder für zukünftige Bauherren dienen, somit langfristig Leerstände beseitigt und die Ortskerne gestärkt werden können. Auf Bewerbungen freuen sich die Jurymitglieder (von rechts) Christine Bardin (Ummerstadt), Rainer Scholz und Martin Finzel (beide Ahorn), Frank Neumann (Erfurt), Dr. Christiane Schilling (ALE, Bamberg), Matthias Batzner (VR-Bank Lichtenfels-Ebern) und Annika Pertsch (Bad Rodach). Foto: Bettina Knauth
Der Baukulturpreis der Initiative Rodachtal geht in die nächste Runde. Wieder sollen vorbildliche Beispiele für den Umgang mit typischer Bausubstanz der Region ausgezeichnet werden. Die Hoffnung der Initiatoren: Dass diese Beispiele als Vorbilder für zukünftige Bauherren dienen, somit langfristig Leerstände beseitigt und die Ortskerne gestärkt werden können. Auf Bewerbungen freuen sich die Jurymitglieder (von rechts) Christine Bardin (Ummerstadt), Rainer Scholz und Martin Finzel (beide Ahorn), Frank Neumann (Erfurt), Dr. Christiane Schilling (ALE, Bamberg), Matthias Batzner (VR-Bank Lichtenfels-Ebern) und Annika Pertsch (Bad Rodach). Foto: Bettina Knauth  

Ummerstadt - Ihre neue Geschäftsstelle am Ummerstädter Markt sei sozusagen das "fleischgewordene Thema", sagte Vorsitzender Martin Finzel beim Pressegespräch vor Ort am Dienstag. Da es Bauherren häufig an Ideen oder Mut fehle, alte Häuser im Bestand zu modernisieren oder Baulücken zu füllen, rief die IR 2016 den "Baukulturpreis" ins Leben.

Nun folgt die zweite Auflage. Erneut wird die grenzüberschreitende kommunale Kooperation kreative Best-Practice-Beispiele auszeichnen, die sich klar zu "nachhaltiger und traditioneller Ortsbild-Entwicklung" bekennen. "Die Initiative Rodachtal möchte damit die Bewohner für die baukulturelle Einzigartigkeit ihrer Region sensibilisieren", heißt es in der Ausschreibung. "Es geht einerseits um die Stärkung der Ortskerne, andererseits um das fürs Rodachtal typische Bauen und die Verwendung alter Baumaterialien", präzisierte Regionalmanager Frank Neumann (IPU, Erfurt). Bereits 2016 wurden in Heldburg, Seßlach und Ummerstadt drei private Bauherren gewürdigt, denen dies in nachahmenswerter Weise gelang. Zu den baukulturellen Leitlinien, die von der Jury bei der Auswahl der Preisträger zugrunde gelegt wurden, zählen die regionaltypische Gestaltung, Beauftragung von ortsansässigen Handwerkern und Unternehmen oder Eigenleistung, Bau oder Neubau im Bestand sowie energetisches und barrierefreies Bauen. Als Sponsor unterstützt die VR-Bank Lichtenfels-Ebern den Baukulturpreis. "Unsere Bank kann sich zu 100 Prozent mit dem Thema Regionales Bauen identifizieren, weil es die Region unterstützt", sagte Serviceleiter Matthias Batzner.

Beratend wie finanziell fördern das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) auf bayerischer und die regionale Dorfentwicklung auf Thüringer Seite das Bauen im Rodachtal. Auch die Städtebauförderung sitzt mit im Boot. "Das Thema regional anzugehen wirkt nachhaltiger als lokal", betonte Dr. Christiane Schilling (ALE) am Dienstag. Wenn gleich vier verschiedene Anträge gestellt werden müssten, sei das nicht immer einfach, gestand Finzel. Mitunter gelingt es Schilling zufolge aber, wie bei der Dorfentwicklung für den Erhalt der Back- und Brauhäuser, die Region mit einem Bescheid abzudecken.

Ummerstadts Bürgermeisterin Christine Bardin, die selbst Architektin ist, wies auf höchst unterschiedliche Strukturen in den Mitgliedskommunen hin, die andere Arten des Bauens hervorbrächten. "Wir werden uns jedes Objekt anschauen und es jeweils nach Standort bewerten", versprach Finzel. Offen zeigten sich alle Beteiligten für alle Spielarten des Bauens, vom Neu- oder Anbau über Umnutzung und Teilsanierung bis hin zur Komplettsanierung. Zum Gesamtwerk, das die Ortskerne erhalten und beleben soll, gehören auch Aktivitäten des von Bardin geleiteten Arbeitskreises Historische Bausubstanz, wie beispielsweise das Lehmbau-Seminar oder das Flächenmanagement. "Der Baukulturpreis ist nur eine von vielen Aktionen, um auf Potentiale im Rodachtal aufmerksam zu machen", so Bardin.

Baulotsin Annika Pertsch wird der Jury angehören. Die Fachfrau aus dem Bad Rodacher Bauamt hat schon einen potenziellen Preisträger im Sinn: "Der Goldene Löwe am Marktplatz passt prima zu den Ausschreibungskriterien", meinte sie. Der zentral am Marktplatz gelegene historische Gasthof, der einst Wallensteins Truppen beherbergte, wurde nach langem Leerstand zum schmucken Ferienhaus hergerichtet. Vielleicht ist Investor Matthias Hartwig bald einer der Bewerber um den Baukulturpreis 2018, die ihr Projekt vor Ort in Ummerstadt, im neuen "Kompetenzzentrum Bauen im Rodachtal" vorstellen könnten. Nicht nur für Finzel erhalten die Bauherren mit der Preisverleihung die verdiente Wertschätzung für ihr Engagement. Gleichzeitig werde ihr Beispiel bekannt und könne Schule machen.

Seit 13. November läuft die Ausschreibung. Bewerbungen können bis 18. Januar 2019 eingereicht werden. Entweder in analoger oder digitaler Form direkt in der Geschäftsstelle der Initiative Rodachtal in Ummerstadt (Marktstraße 33).

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Veröffentlicht am:
21. 11. 2018
16:56 Uhr

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