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Coburg

Historische Texte mit Tiefgang

Jedes Jahr präsentiert die Coburger Landesstiftung aktuelle wissenschaftliche Arbeiten. Jetzt wurde das Jahrbuch 2018 vorgestellt.



Der Festungsberg war über fast alle Epochen hinweg besiedelt. Foto: Archiv
Der Festungsberg war über fast alle Epochen hinweg besiedelt. Foto: Archiv  

Coburg - Die Coburger Landesstiftung hat ihr Jahrbuch 2018 vorgestellt. Es enthält sechs Arbeiten auf insgesamt 420 Seiten. "Sie sind sehr unterschiedlich und sehr interessant", lobt Dr. Alfred Geibig von den Kunstsammlungen der Veste Coburg. Er ist für die Schriftenreihe der Landesstiftung verantwortlich und präsentierte das Buch nun bei einem Pressetermin.

"Seit vielen Jahren existieren Gerüchte, was es mal auf der Veste gab, aber alles war im Nebel der Zeit verschwunden." Nun hat der Archäologe und Doktorand Phillipp Schinkel sich der alten Fundstücke angenommen. "Das sind Schuhkartons voller Scherben, das motiviert nicht gerade", so Geibig anerkennend über den Einsatz des Wissenschaftlers. Rund zwei Jahre lang wertete Schinkel die Fundstücke aus und fand heraus, dass der Festungsberg über fast alle vorgeschichtlichen Epochen hinweg besiedelt war. "Das zeugt von der Bedeutung, die der Berg an der Itz und an der Verkehrsroute in den Thüringer Raum hatte", schildert Schinkel.

Stadtheimatpfleger Dr. Hubertus Habel hat einen Aufsatz über eine Tabarzer Jagd zu Ehren von Königin Victoria beigetragen. Bei dieser Jagdform werden die Tiere in einen engen Bereich getrieben und, so Geibig, "von den Jägern bei Walzermusik und Champagner trinkend abgeschossen". Von England kam viel Kritik an dem Event. Aufschlussreich sei dieser Vorfall darum, weil er viel über das damalige Selbstverständnis der Engländer und ihre Einstellung Deutschland gegenüber verrate.

Gemeinsam mit Andrè Müller hat Alfred Geibig einen Text über Blankwaffen aus Indonesien verfasst. Dieser ist der Katalog zu der gleichen Ausstellung und auch separat erhältlich. Besonders an diesen Waffen ist neben der Form auch ihr Material und die Funktion. "Wie kaum in einem anderen Land gab es dort eine Vermischung von Waffe und Werkzeug", hat Geibig herausgefunden. So wurden die Waffen auch zur alltäglichen Arbeit genutzt.

Über das Naturalienkabinett des Herzogs hat Eckhard Mönnig geforscht. Er entdeckte einen alten Katalog, der über eine Schenkung an das Gymnasium Casimirianum genaue Auskunft gibt. So konnte der genaue Bestand und auch der Verbleib der Sammlung rekonstruiert werden.

Einen Überblick über den Bestand der Bibliothek des Prince Consort im Buckingham Palace liefert Franz Bosbach im Jahrbuch und Silvia Böcking schreibt über die Briefe von Victoire Herzogin von Kent an ihre enge Freundin Polyxene von Tubeuf. Victoire, die Mutter der späteren Königin Victoria, werde in den Geschichtsbüchern stets als sehr Ehrgeizig und kühl dargestellt. Der Briefwechsel mit ihrer Freundin offenbare jedoch eine ganz andere Seite. "Sie machte sich zum Beispiel große Sorgen, als ihre Tochter später ein Kind nach dem anderen bekam", so Böcking. Über 100 Briefe hat sie ausgewertet, diese werden in der Veste Coburg aufbewahrt.

Für Alfred Geibig ist es das letzte Jahrbuch, welches unter seiner Federführung entsteht. Derzeit laufen bereits die Vorbereitungen für das Jahrbuch 2019, welches im Frühling vorstellt werden soll. Nach dem Eintritt in den Ruhestand von Geibig wird Dr. Niels Fleck von den Kunstsammlungen die Schriftenreihe betreuen. Das aktuelle Jahrbuch der Coburger Landesstiftung hat eine Auflage von 420 Stück und ist im Coburger Buchhandel erhältlich. css

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
18:30 Uhr

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
18:30 Uhr



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