Lade Login-Box.
Topthemen: Loewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerHSC 2000 CoburgStromtrasse

Coburg

Hotelpläne im Kreuzfeuer der Kritik

Altstadtfreunde, Stadtbild, und jetzt auch der Bürgerverein Coburg Stadt: Die Phalanx der Gegner wird immer größer. Ein Bürgerbegehren steht bereits zur Debatte.



Coburg - Die Pläne und Ideen für einen Hotelneubau am Anger beziehungsweise Rosengarten schlagen weiter hohe Wellen. Während die Altstadtfreunde am Donnerstagabend bei einer Diskussionsrunde mit einem Bürgerbegehren gegen das Projekt am Anger drohten, sprach sich am Freitag auch der Bürgerverein Coburg Stadt dagegen aus. Der Verein Stadtbild Coburg forderte unterdessen, dass sich der wieder gegründete "Beirat für Baukultur" bei seinem ersten Auftrag mit dem "Hotelklotz am Anger", so heißt es in einer Pressemitteilung, befasst.

Auf Einladung von Michael Stoschek hatten sich etwa 70 Mitglieder von Stadtbild erneut mit dem Thema befasst. Der Tenor: "eine dilettantische Katastrophe". Die Probleme würden selbst dann bleiben, wenn an einen flacheren Baukörper gedacht werde.

Exakt in diese Richtung geht der Bürgerverein Coburg Stadt. In einen offenen Brief an den Stadtrat lehnt er den Hotelbau am Anger ab, weil er "deutlich zu hoch, zu massiv und von der äußeren Gestaltung her ästhetisch nicht akzeptabel" sei. Deshalb schlägt der Bürgerverein vor, die bebaubare Fläche zu verbreitern. Eine Einbahnstraßen-Regelung in der Ketschendorfer Straße könne zusätzlichen Platz erzeugen. Da noch viel zu bedenken und zu ändern sei, fordert der Bürgerverein, dass der Stadtrat den Verkaufsbeschluss des Grundstücks "umgehend rückgängig" macht.

"Enthält die Stadt Coburg der Öffentlichkeit bewusst Informationen vor und paukt Vorhaben in Nacht- und Nebel-Aktionen durch?", lautete ein Vorwurf, der bei der Versammlung der Altstadtfreunde erhoben wurde. Die Diskussionsrunde, zu der die Vorsitzende Christa Minier in das Münchner Hofbräu geladen hatte, drehte sich vor allem um die weitere Entwicklung am Ketschenanger. Wie berichtet, wurde der Verkauf eines Teils des Areals an einem privaten Investor mit großer Mehrheit im Coburger Stadtrat beschlossen. Großes Aufsehen in der Bevölkerung erregten Pläne, wonach dort ein siebenstöckiges Kongresshotel entstehen solle. "Die Altstadtfreunde lehnen den Verkauf des Angers an einen privaten Investor mit Entschiedenheit ab", betonte Minier.

Laut der Vorsitzenden berücksichtigt der Bebauungsplan ausschließlich die Interessen des Investors. Deswegen unterstützen die Altstadtfreunde einen Antrag der Stadträte Wolf-Rüdiger Benzel und Martina Benzel-Weyh (parteilos), der in der Stadtratssitzung am 23. Mai vorgebracht werden soll. Das Ehepaar fordert darin, den Bebauungsplan zu überarbeiten. Außerdem soll der Beschluss der Stadtratssitzung, wonach eine Teilfläche des Angers verkauft wird, widerrufen werden. Des Weiteren solle der Stadtrat eine "kommunale Informationsfreiheitssatzung" beschließen. Es soll auch geprüft werden, ob die Höhe des Bauvorhabens durch Vergrößerung der bebaubaren Fläche verringert werden könne. Falls der Stadtrat den Antrag ablehnen sollte, kündigte Minier ein Bürgerbegehren an. "Wir dürfen uns nicht länger an der Nase herumführen lassen," so Minier.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), seine Stellvertreter und die Stadträte waren zwar eingeladen, aber terminlich anders gebunden, denn zeitgleich fand die Verleihung des Coburger Rückert-Preises statt; anwesend waren die Stadträte Angela Platsch (Grüne) und Wolf-Rüdiger Benzel (parteilos). Benzel sprach von einem System, dass hinter der Vorgehensweise der Stadt Coburg stehe. "Es wird bewusst geheim gehalten und dann schnell durchgepaukt". Das sei in Coburg nichts Neues, sagte er und nannte als Beispiele das Diakonisch Soziale Zentrum (DSZ) und den Bärenturm. "Ich weiß nicht, warum die Bürger nicht mitgenommen werden," sagte Benzel.

Wie Phoenix aus der Asche, so Angela Platsch, sei der Investor aufgetaucht. Allerdings gab sie auch zu bedenken, dass Verkaufsangelegenheiten immer in nicht öffentlichen Sitzungen beschlossen werden, andernfalls müsste die Geschäftsordnung geändert werden. Platsch sieht den Bau eines Hotels auch nicht im Aufgabenbereich der Kommune angesiedelt. Sie reagierte mit dieser Aussage auf die Frage von Christa Minier, weshalb die "reiche Stadt Coburg" nicht selbst ein Hotel errichte beziehungsweise in Erbpacht gehe. Der Verkauf des Teilstückes des Angers sei erst dann in trockenen Tüchern, wenn die Sache notariell abgewickelt sei, und das sei noch nicht der Fall, so Platsch. Ein Bedarf sei jedenfalls da. So würden viele Coburger Unternehmer ihre Tagungen in Bamberg durchführen, weil in Coburg Kapazitäten fehlten.

Rupert Appeltshauser, der Vorsitzende der Initiative Stadtmuseum Coburg, bezeichnete die Vorgehensweise der Stadt als empörend. Einerseits feiere man Albert und Victoria, andererseits sei jegliches Traditionsbewusstsein verloren gegangen, sagte er. Der Anger sei ein Platz, der traditionell der Öffentlichkeit gehöre, deshalb müsse man die Bürger einbinden.

Autor

Gabi Arnold, vol
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
17:36 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bauprojekte Bevölkerung Bürger Bürgermeister und Oberbürgermeister Bürgervereine Dilettantismus Finanzinvestoren und Anleger Kongresshotel Coburg Michael Stoschek Norbert Tessmer SPD Stadt Coburg Stadtmuseum Coburg Stadträte und Gemeinderäte Städte Öffentlichkeit
Coburg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Das vom Stadtrat beschlossene Hotel auf dem Anger - hier ein noch zu überarbeitender Entwurf -stößt auf große Kritik. Am Donnerstag verordnete sich das Gremium eine Denkpause. Diese dient dazu, in Sachen Ästhetik und Standort mit allen Beteiligten die für Coburg beste Lösung zu finden. Entwurf: Architekturbüro Soyk

23.05.2019

Beim Hotel vorerst alles auf Stopp

Am Ob besteht kein Zweifel, aber am Wie scheiden sich die Geister. Deshalb verordnet sich der Stadtrat eine kurze Denkpause. Über ein Ratsbegehren wird im Juni entschieden. » mehr

Das Kongresshaus im Rosengarten in Coburg. Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob ein Kongresshotel in unmittelbarer Nachbarschaft notwendig ist, oder ob die in Coburg bereits vorhandenen Hotels nicht doch ausreichend sind. Bislang jedenfalls hat sich kein Investor gefunden, der ein neues Kongresshotel bauen oder betreiben würde.

21.05.2019

CSU/JC wollen Ratsbegehren zum Hotel

Anger oder Rosengarten? Weil die Standortfrage die Stadt Coburg spaltet, wollen die Christsozialen die Bürger entscheiden lassen. » mehr

Wie geht es mit dem Kongresshaus Rosengarten in Coburg weiter? Dem Stadtrat wurde jetzt ein Businessplan vorgestellt, der sieben Szenarien beschreibt: vom Beibehalten der gegenwärtigen Konzeption über die Nutzung als reine Stadthalle, die Schließung und den Abriss bis hin zum Neubau eines modernen Tagungs-, Kongress- und Veranstaltungszentrums mit angegliedertem Hotel und einer Tiefgarage.	Foto: Stadt Coburg

08.05.2019

IHK legt sich nicht auf Standort fest

Michael Stoschek sieht das neue Hotel in Coburg im Rosengarten. So weit geht die Kammer nicht. » mehr

Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser und Michael Stoschek vor dem Modell, das das Hotel im Rosengarten (rechts oben) zeigt. Es ist direkt an das Kongresshaus angedockt.	Foto: Braunschmidt

Aktualisiert am 02.05.2019

Unternehmer fordern Hotel im Rosengarten

Brose, HUK und Kaeser lehnen den Bau am Anger ab. Der Stadtrat soll seinen Beschluss zurücknehmen. » mehr

Vor allem die Höhe des geplanten Hotels am Anger in Coburg ist heftig umstritten. Die SPD fordert einen Architektenwettbewerb, die Gemeinschaft Benzel eine Überarbeitung des Bebauungsplans.

10.05.2019

Lob und Kritik für Tessmer

Die SPD-Stadtratsfraktion begrüßt die Stellungnahme zum geplanten Hotel. Dagegen beklagt sich die Gemeinschaft Benzel. » mehr

Nur ein erster Entwurf, der noch architektonisch überarbeitet wird: das Kongresshotel am Coburger Anger, für das der Stadtrat am Donnerstag "grünes Licht" gab. In nichtöffentlicher Sitzung wurde der Verkauf des Grundstücks an den Investor beschlossen.	Entwurf: Architekturbüro Soyk

03.05.2019

CSB fordert Ende der Heimlichkeiten

Jetzt das Kongresshotel am Anger, zuvor der Plan neben den Bärenturm ein neues Haus zu setzen oder die Umwandlung des Diakonisch-Sozialen Zentrums in einen Wohnpark. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Demo Loewe Kronach

Demo Loewe Kronach | 25.06.2019 Kronach
» 64 Bilder ansehen

Burgfest in Lauenstein Lauenstein

Burgfest in Lauenstein | 23.06.2019 Lauenstein
» 59 Bilder ansehen

Picknick im Schlossgarten Rosenau

Picknick im Schlossgarten Rosenau | 23.06.2019 Unterwohlsbach
» 14 Bilder ansehen

Autor

Gabi Arnold, vol

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
17:36 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".