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Coburg

Hupkonzert mutiert zur handfesten Demo

Landwirte der Region beteiligten sich an einer bundesweiten Protestaktion. Auch in Coburg forderten sie den Rücktritt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze.



Trecker an Trecker: Am Donnerstag rollte der Protestzug vor dem Willy-Brandt-Haus in Coburg vor. Genehmigt war die Aktion allerdings nicht, da man sie zu spät beim Ordnungsamt angemeldet hatte.
Trecker an Trecker: Am Donnerstag rollte der Protestzug vor dem Willy-Brandt-Haus in Coburg vor. Genehmigt war die Aktion allerdings nicht, da man sie zu spät beim Ordnungsamt angemeldet hatte.  

Coburg - Im Rahmen einer bundesweiten Aktion haben am Donnerstagvormittag Dutzende Landwirte in Coburg mit ihren Traktoren gegen verschärfte Umweltauflagen demonstriert. Wie in vielen anderen Städten ging der Protestzug zur örtlichen SPD-Geschäftsstelle, im Falle Coburgs dem Willy-Brandt-Haus am Sonntagsanger.

Ursprünglich hatte es vom lokalen Veranstalter geheißen, man wolle nur hupend vorbeifahren und so seinen Unmut kundtun. Nachdem dann am Mittwochnachmittag doch kurzfristig eine Anmeldung einer Demonstration beim Coburger Ordnungsamt eingetroffen war, untersagte die Stadt die Protestveranstalter am Sonntagsanger, weil nicht mehr ausreichend Zeit zur Vorbereitung geblieben wäre. Und so trafen die Landwirte, die trotzdem aus allen Himmelsrichtungen kamen, um 10 Uhr auf die Polizei, die darauf hinwies, dass hier eingeschränktes Halteverbot gilt: "Drei Minuten zum Be- und Entladen."

28.05.2020 - Bauerndemo in Coburg - Foto: Henning Rosenbusch

Bauerndemo in Coburg
Bauerndemo in Coburg
Bauerndemo in Coburg
Bauerndemo in Coburg

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Busch und Thomas Rausch, der Vorsitzender im SPD-Unterbezirk, empfingen die Bauern vor dem nicht ganz zufällig gewählten Ort, angesichts der Tatsache, dass die Landwirte der Initiative Land schafft Verbindung eine große Forderungen mitgebracht hatten, die sie dann auch Busch überreichten. Darin verlangen sie den "sofortigen Rücktritt" von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie den von Jochen Flasbarth, dem langjähriger Staatssekretär im entsprechenden Ministerium.

Die Initiative, so ist es in einer Pressemittelung der Initiative zu lesen, wirft Schulze vor, in ihrem Bericht zur Lage der Natur 2020 am Dienstag "der Landwirtschaft die Alleinschuld am Verlust der Artenvielfalt" gegeben zu haben. Weiter heißt es unter anderem: "Wir Landwirte wehren uns gegen die Diffamierung durch die Politik. Wir fordern eine sachliche und nicht ideologische Betrachtung der Sachlage. Der Rückgang der Biodiversität muss ganzheitlich betrachtet werden und nicht einseitig."

Weil der von LsV-Seite "gewünschte und mehrfach angebotene offene und sachliche Dialog" mit dem Bundesumweltministerium "nicht möglich" sei, fordert die Gruppe nun das Ausscheiden von Ministerin Schulze: "Dass die nicht einmal mit uns reden will, das geht gar nicht", betonte dann auch Christian Schmidt, der wie zahlreiche andere Landwirte aus dem Landkreis, ihre Forderungen noch einmal auf Papier an Busch überreichte. Eigentlich hatte es zunächst geheißen, man würde sie in den Postkasten des Willy-Brandt-Hauses einwerfen.

Busch stellte dabei erstmal klar: "Ihr dürft hier demonstrieren, wie alle anderen auch. Ihr müsst es nur rechtzeitig anmelden." Und: "Wir haben klare Vorgaben, was den Klimawandel betrifft, aber wir werden eure Anliegen weiterleiten, da wir sie fortwährend in die Entscheidungsfindung einbeziehen müssen. Das haben wir verstanden."

Landwirt Reinhard Grell monierte stellvertretend für viele seiner verärgerten Kollegen, die noch folgten: "Na hoffentlich. Inkompetenz ist das eine, aber Gespräche verweigern geht gar nicht." Anschließend folgten die Bauern der freundlichen Aufforderung der Polizei, die Straße nicht weiter zu blockieren. Gegen 11 Uhr gab es keine Behinderungen mehr.

 
Autor

Henning Rosenbusch, dav
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Veröffentlicht am:
28. 05. 2020
16:46 Uhr

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Henning Rosenbusch, dav

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Veröffentlicht am:
28. 05. 2020
16:46 Uhr



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