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IHK steht Unternehmen zur Seite

Die Corona-Krise trifft die Coburger Wirtschaft mit voller Wucht. Die Kammer hilft mit umfassenden Informationen.



IHK steht Unternehmen zur Seite
IHK steht Unternehmen zur Seite  

Coburg - Viele Unternehmen in der Stadt und im Landkreis Coburg erleben, wie ihnen in der Corona-Krise Geschäfte wegbrechen. Dabei geraten sie teilweise in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Schieflage und finanzielle Engpässe, teilt die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Coburg mit. Kleinere und mittlere Betriebe seien von den Folgen der weltweiten Erkrankungswelle in der Liquidität schneller getroffen, "aber mittlerweile kommen auch größere Unternehmen in wirtschaftliche Bedrängnis", schreibt IHK-Präsident Friedrich Herdan. Er erwartet, dass die eigentliche Welle erst noch bevorsteht. "Hier fühlen wir uns als IHK natürlich besonders gefordert."

Geschäftsausfälle, die auf Corona zurückgehen, dürften die Existenz der Unternehmen im Wirtschaftsraum Coburg "soweit als irgend möglich" nicht gefährden. Um Fragen von Unternehmern zu rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und finanziellen Themen zu beantworten, hat die IHK eine "Corona-Hotline" (Telefon: 09561/74 26 776) eingerichtet, die stark genutzt werde. Besondere Nachfrage bestehe zu staatlichen Soforthilfen, Kurzarbeitergeld und Steuerstundungen.

Auf der IHK-Internet-Homepage www.coburg.ihk.de sind Empfehlungen zum Umgang mit Infizierten bis hin zu Arbeitshilfen, Formularen, Anträgen, Fördermöglichkeiten sowie Regelungen zu Betriebsschließungen im Rahmen der von Ministerpräsident Markus Söder verhängten Allgemeinverfügungen abrufbar. Über die Ergänzungen, Änderungen und Ausweitungen staatlicher Verfügungen berichte die IHK nahezu stündlich. "Schon seit Beginn der Corona-Krise, auch am vergangenen Samstag, ist unsere Hotline erreichbar und sehr stark frequentiert. Es geht natürlich um alle Fragen der Existenzsicherung, verhängte Ausgangsbeschränkungen, auch um die Frage, ob Arbeitnehmer auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle nun Passierscheine benötigen", wird Präsident Friedrich Herdan in der Pressemitteilung zitiert. Solche Scheine seien derzeit zwar nicht erforderlich, doch finden sich Vordrucke auf der Internet-Homepage der Coburger IHK.

"Wir stehen im engsten Austausch mit unseren Unternehmen, aber auch mit der gesamten Kammerorganisation sowie mit Städten und Gemeinden, der Bezirksregierung sowie unserer Landes- und Bundespolitik, um die aktuellen Probleme in den Griff zu bekommen", erläutert der IHK-Präsident. Neueste Entwicklungen, regional wie überregional, gebe man ständig an die über 7000 Mitglieder weiter, um ihnen ein möglichst vollständiges Lagebild und eine gute Entscheidungsgrundlage zu liefern. Wichtig zu wissen sei: Die IHK zu Coburg habe für die Regierung von Oberfranken die Erstberatung von Unternehmern zu Sofortprogrammen übernommen.

Dennoch seien Unsicherheiten und Abwägungsrisiken sehr groß, die weitere Entwicklung der Wirtschaft hänge stark von den Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie und wirksamen, pragmatischen Soforthilfen für die Unternehmen ab. Es gelte, negative Folgen einzudämmen und gleichzeitig dafür zu sorgen, "dass unsere erfolgreiche wirtschaftliche Struktur mit Kleinbetrieben, Familien- und Großunternehmen sowie Konzernen intakt bleibt. Entscheidend dabei sind Beschäftigungs- und Liquiditätssicherung", betont Friedrich Herdan.

Ein wichtiges Instrument seien die Sonderregelungen zum erleichterten Kurzarbeitergeld, "denn gerade unsere Familienunternehmen, gleich welcher Größe, haben bereits in der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 bewiesen, dass sie in der Lage sind, ihre Mitarbeiter zu halten", so der IHK-Präsident weiter. Weil aber mit anhaltender Dauer der Corona-Krise die Liquidität auch der Betriebe im Wirtschaftsraum Coburg bedroht sei, wachse der Bedarf an Steuer- und Ausgabenerleichterungen sowie Überbrückungshilfen. Herdan nennt direkte Zahlungen und Betriebsmittelkredite. Um die Kreditwürdigkeit zu garantieren und dadurch die Auszahlungen zu beschleunigen, sollten, so die Forderung der Coburger IHK, alle finanziellen Hilfen mit einer hundertprozentigen staatlichen Haftung abgesichert sein. Außerdem müssten die Regeln zur Insolvenzantragspflicht gelockert werden. Herdan: "Es darf nicht sein, dass an sich gesunde Betriebe, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden, ohne eigenes Verschulden in finanzielle Probleme geraten." Deshalb sei mehr denn je schnelles und unbürokratisches Handeln der Verwaltungen gefragt, ohne aufwendige Antragsverfahren mit zahlreichen Kriterien und Prüfungen. Die Wirtschaft dürfe nicht abgewürgt werden. wb

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Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
18:00 Uhr

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23. 03. 2020
18:00 Uhr



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