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Coburg

Immer mehr haben Rückenschmerzen

Der Krankenstand ist 2017 angestiegen. Probleme mit dem Bewegungsapparat und Bronchitis sind die Hauptursachen für Krankschreibungen.



Immer mehr haben Rückenschmerzen
Immer mehr haben Rückenschmerzen  

Coburg - Der Krankenstand in Stadt und Landkreis Coburg ist 2017 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 4,2 Prozent hatte die Region einen höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt, der bei 3,6 Prozent liegt. Laut "DAK-Gesundheitsreport" waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 42 krankgeschrieben. Zum Vergleich: Der höchste Krankenstand in Bayern wurde mit 4,7 Prozent in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld verzeichnet, der niedrigste mit 2,6 Prozent im Landkreis München sowie in Starnberg.

Die aktuelle Analyse der DAK für die Stadt und den Landkreis Coburg zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenschmerzen zählen, nahmen um 14 Prozent und damit am stärksten zu. Sie lagen über dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile mehr als 22 Prozent. Damit führt die Diagnose die Liste der Krankheitsursachen in der Region an. Um acht Prozent angestiegen sind Krankschreibungen auf Grund von Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Sie landeten auf dem zweiten Platz. Es folgten an dritter Stelle psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Die Ausfalltage hier gingen um acht Prozent zurück.

"Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in Coburg, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben", sagt Volker Seifarth, Chef der DAK in Coburg. "Die Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden."

Die Krankenkasse DAK untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt "Rätsel Rücken - warum leiden so viele Bayern unter Schmerzen?" auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Süden sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der in Bayern aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Bayern rund 5,1 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 75 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr "Rücken". Fast jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Bayern entfielen rund 66 Fehltage wegen Rückenschmerzen. In der Stadt und im Landkreis Coburg war die Zahl der Ausfalltage mit fast 77 höher als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit rund elf Tagen im Landesdurchschnitt. "Leider zeigt sich auch bei uns in Coburg, dass es trotz eines verstärkten Engagements im betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt", so Volker Seifarth. "Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten."

Die große Mehrheit in Bayern meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 85 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen laut DAK eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Die große Mehrheit der Bayern versuche zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur knapp jeder dritte Betroffene war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt.

Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert. "Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei berücksichtigt werden", fordert Seifarth.

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2018
15:52 Uhr

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