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Coburg

In der Innenstadt droht ein Feuerwerk-Verbot

Der Verwaltungssenat stellt die bisherige Regelung an Silvester und Neujahr auf den Prüfstand. Das Ordnungsamt sieht Probleme bei der Kontrolle.



Feuerwerk auf der Kippe: Der Verwaltungssenat liebäugelt damit, das Abbrennen von Böllern, Raketen & Co. in der Coburger Innenstadt an Silvester und Neujahr zu verbieten.	Foto: Patricia Fitz (Archiv)
Feuerwerk auf der Kippe: Der Verwaltungssenat liebäugelt damit, das Abbrennen von Böllern, Raketen & Co. in der Coburger Innenstadt an Silvester und Neujahr zu verbieten. Foto: Patricia Fitz (Archiv)  

Coburg - Noch ist nichts beschlossen, aber im schlimmsten Fall droht aus Brandschutzgründen künftig am Jahreswechsel ein Feuerwerkverbot in der Coburger Innenstadt. Bei der Sitzung des Verwaltungssenats am Montag deutete sich zwar eine Mehrheit gegen Böllern & Co. an. Doch vor einer endgültigen Entscheidung hat das Gremium dem Ordnungsamt zunächst die Möglichkeit eingeräumt, in Absprache mit der Polizei zwei bis drei Geltungsbereich-Varianten zu erarbeiten und zur Abstimmung vorzulegen.

Eben jenes Ordnungsamt hatte zunächst keinen Handlungsbedarf gesehen. Die bisherige Praxis von Stadt und Schlösserverwaltung, wonach Feuerwerkskörper nicht in unmittelbarer Nähe historischer Gebäude, Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Fachwerkhäusern entzündet werden dürfen, habe sich bewährt, sagte Amtsleiter Kai Holland. Deshalb bestehe keine Notwendigkeit für ein förmliches Abbrennverbot an Silvester und Neujahr. Diese Auffassung teilten zudem Polizei und Feuerwehr. Ein Verbot müsse einen konkreten Geltungsbereich umfassen, doch wegen der vielen Baudenkmäler im Stadtgebiet wäre das nicht ansatzweise umzusetzen und zu kontrollieren, argumentierte Holland.

Damit konnte sich Franziska Bartl (SPD) keinesfalls anfreunden, sondern appellierte an den Senat, mit der Verschärfung der bisherigen Praxis ein politisches Signal zu setzen. "Ich wohne in einem schützenswerten Denkmal und erlebe jedes Jahr, was auf dem Schlossplatz abgeht." Deshalb müsse man froh sein, dass der Jahreswechsel bisher immer glimpflich über die Bühne gegangen sei. Bartls Auffassung schloss sich Frank Völker (CSU) an, der ebenfalls für ein Verbot ("Wir sollten ein Zeichen setzen") in der Innenstadt warb. Damit werde Aspekten wie Brandschutz, Sicherheit und Umweltschutz Rechnung getragen, ergänzte Barbara Kammerscheid (SBC).

Die vom Ordnungsamt gegen ein Verbot ins Feld geführten Kontrollprobleme seien zwar nicht von der Hand zu weisen, stellte Angela Platsch (Grüne) fest. Gleichwohl wäre es falsch, nichts zu machen: "Wenn sich 50 Prozent daran halten, haben wir schon was gewonnen."

Muss es "Bannmeilen" geben, damit eine außerhalb der Verbotszone abgefeuerte Rakete im Zentrum keinen Schaden anrichten kann? Was ist Innenstadt und wo wird die Grenze gezogen? Diese und weitere Fragen beschäftigten Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), zumal Verbote geeignet, erforderlich und angemessen sein müssen, um rechtlichen Prüfungen standzuhalten. Deshalb stimmte der Verwaltungssenat Tessmers Kompromiss zu, vorerst auf eine Abstimmung zu verzichten, bis das Ordnungsamt im Schulterschluss mit der Polizei Lösungsmöglichkeiten aufzeigt.

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
14. 05. 2018
17:32 Uhr

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