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In diesem Klassenzimmer piept's

Es knackt, dann schlüpft das Küken aus dem Ei. Live dabei: Haarbrückener Grundschüler. Das Projekt ist eines von vielen, mit dem man sich um einen besonderen Titel bewirbt.



Gabriele Selch erklärt ihren sichtlich begeisterten Schützlingen das Projekt "Vom Ei zum Küken". Foto: Tischer
Gabriele Selch erklärt ihren sichtlich begeisterten Schützlingen das Projekt "Vom Ei zum Küken". Foto: Tischer  

Haarbrücken - Es tschilpt im Klassenzimmer. Hat da jemand einen Vogel? In der Tat: Doch in einer Kiste tummeln sich nicht nur ein, sondern fünf, sechs Küken, sorgsam betreut von den Schülern und ihrer Förderlehrerin Carola Hebentanz. Die frisch geschlüpften Küken sind unter anderem Teil eines Projekts, mit dem sich die Grundschule Haarbrücken um die Auszeichnung "Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule" bewirbt. 90 Schüler sind darin involviert. Die Schulen müssen dabei zwei Projekte zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit bearbeiten, diese dokumentieren und einer Jury vorlegen. "Doch es geht uns um mehr als um den bloßen Titel", erläutert Rektorin Gabriele Selch. "Wir wollen, dass unsere Schützlinge Verantwortung übernehmen für die Umwelt, diese regelrecht begreifen und sich für die Nachhaltigkeit einsetzen." So wurden beispielsweise bereits schon Experimente von Schnee, der brennt, und Seifenblasen, die gefrieren, durchgeführt. "Außerdem haben wir Mandalas aus Naturmaterialien geformt und sogar afrikanische Riesenschnecken durften in der Schule bestaunt werden", ergänzt Hebentanz.

Auf dem Weg zur Umweltschule in Europa

"Umweltschule in Europa - Internationale Nachhaltigkeitsschule" ist eine Auszeichnung, um die sich bayerische Schulen bewerben können. Sie müssen dazu innerhalb eines Schuljahres zwei Themenfelder aus den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit bearbeiten, dokumentieren und einer Fachjury vorlegen.

 

Die aufgegriffenen Themen reichen von Energiesparmaßnahmen an der Schule und Klimaschutzfragen über Baumpflanzaktionen und Biotopschutzmaßnahmen bis hin zur Umsetzung eines schuleigenen Müllrecyclingkonzepts. Der Bau von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse ist ebenso beliebt, wie Projekte zu den Themen "Nachhaltiger Konsum" oder "Gesunde Ernährung".

 

Das Projekt "Umweltschule in Europa - Internationale Nachhaltigkeitsschulee" wird in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit jährlich rund 50 000 Euro gefördert. Projektpartner sind das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU), als deren Vertreter für Bayern Frau Birgit Feldmann vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) fungiert.

 

Die Auszeichnung gilt für ein Jahr. Viele Schulen sind schon seit über zehn Jahren dabei und nutzen die Auszeichnung als Impuls für die Schulentwicklung. Weltweit beteiligen sich etwa 51 000 Schulen an diesem Projekt. In Bayern koordiniert der LBV diese Auszeichnung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung.

 

Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Das Kultusministerium ist ebenfalls Kooperationspartner.

 

Die Aktion "Vom Ei zum Küken" ist dabei mehr als ein bloßes Biologie-Projekt. "Man merkt genau, dass die Kinder äußerst positiv durch die Küken beeinflusst werden. So sind sie nicht mehr so laut und auch hilfsbereiter", zählt Hebentanz auf. Natürlich wird die Aktion im Unterricht begleitet, beispielsweise wird der Legekreis an der Tafel aufgezeichnet. "Zudem haben die Kinder Briefe an die Frau gesendet, die die Eier zur Verfügung gestellt hat", freut sich Hebentanz über das Engagement ihrer Schützlinge.

 

Doch es bleibt nicht bei dieser Aktion: "Wir haben auch ein Hygieneprojekt laufen, bei dem Seife aus Naturprodukten hergestellt wird", zeigt Selch auf. Besonders weist sie auf die Aktion "Alleine in die Schule auf". Hier sollen die Schüler dazu gebracht werden, nicht mehr von Mutti oder Vati bis vor die Schulhaustür gefahren zu werden, sondern beispielsweise mit Gleichaltrigen den Weg per pedes anzutreten. "Dabei erfahren die Schüler Bewegung, frische Luft und sind im Unterricht viel aufmerksamer", weiß Hebentanz um diese Vorzüge. Außerdem lernen sie Selbstständigkeit . Dazu kommen noch Aktionen wie Waldaufräumen, Müllvermeiden und Wassersparen.

"Wir haben insgesamt drei Umweltgruppen an der Schule", fasst Selch zusammen. Und den Kinder tragen ihr Wissen mit nach Hause. Eltern werden von ihren Kindern etwa zum Wassersparen angehalten.

"Wir fördern natürlich auch Eigeninitiative und den Respekt vor anderen Lebewesen", spielt Hebentanz dann doch wieder auf die Küken an. Denn gerade schlüpft eines der Küken und im Klassenzimmer wird es mucksmäuschen still. "Toll, dass wir das machen dürfen", sprudelt es aus Luca heraus und ihr Schulfreund Doruk fordert: "Das sollte jede Schule machen. Denn da sehen wir die Natur live und nicht aus dem Buch oder Internet." Letztendlich ist das Projekt Umweltschule also eine Win-Win-Situation, die allerdings Eigeninitiative und gelebtes Engagement der Lehrkräfte voraussetzt.

Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
21. 02. 2019
17:08 Uhr

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Peter Tischer

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21. 02. 2019
17:08 Uhr



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