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Coburg

In ganz neues Licht getaucht

Für den Bahnhof Coburg haben Studenten ein Beleuchtungskonzept entwickelt. 90 Strahler betonen unterschiedliche Bauteile. Ob es eine Dauereinrichtung wird?



Fenster, Säulen und Bögen werden besser sichtbar. Seit dem Wochenende gibt es eine Lichtinstallation für den Bahnhof, den Studenten der Hochschule Coburg entworfen haben.	Fotos: Wunderatsch
Fenster, Säulen und Bögen werden besser sichtbar. Seit dem Wochenende gibt es eine Lichtinstallation für den Bahnhof, den Studenten der Hochschule Coburg entworfen haben. Fotos: Wunderatsch   » zu den Bildern

Coburg - Was so ein bisschen Licht ausmacht: Der Coburger Bahnhof sieht seit dem Wochenende wesentlich attraktiver aus - allerdings nur nachts. Es ist die Fassadenbeleuchtung, die den Unterschied macht. Kalt-weißes Licht betonten die Säulen des spätbarocken Baus, warm-weißes die Putzflächen und die Fensteröffnungen. Selbst die wenigen Bäume, die zum Bahnhofsareal gehören, haben sich verwandelt. Die kahlen Äste sind in türkisfarbenes und blaues Licht gehüllt. Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer war "beginnend begeistert", als er am Freitagabend die Lichtinstallation zum ersten Mal sah.

Bis zum 16. Dezember

Die Illumination am Coburger Bahnhof dauert bis zum 16. Dezember. In dieser Zeit werden die Hochschüler das Konzept mehrmals verändern, um unterschiedliche Lichtstimmungen auszuprobieren. Es lohnt sich also, öfter am Bahnhof vorbei zu schauen.

Die 90 Lichtpunkte, die am Bahnhof und seinen Nebengebäuden gesetzt wurden, sind das Werk von 14 Studierenden der Hochschule Coburg, die unter Leitung von Dozent Michael Müller seit Dienstag vergangener Woche etwa zwei Kilometer Kabel verlegt, sieben Schaltkreise geschaffen und 90 größere und kleiner Scheinwerfer am Boden, an der Fassade, auf Brüstungen und Balkonen platziert haben. "Die letzte Nacht war ziemlich kurz", gestand Müller am Freitagabend. Um die genaue Wirkung der Lichtinstallation erkennen zu können, mussten die Studentinnen und Studenten stets nach Einbruch der Dunkelheit arbeiten.

 

Die Beleuchtungsaktion, die das fünfte Semester des Studiengangs Design verwirklicht hat, ist kein Selbstzweck. Der Coburger Bahnhof soll "Zukunftsbahnhof" werden. Die Deutsche Bahn will im kommenden Jahr 16 Stationen in Deutschland umbauen und dort ausprobieren, mit welchem Konzept man an die Sanierung von anderen Bahnhofsgebäuden herangehen kann. Dazu gehört es auch, über die Beleuchtung nachzudenken.

Im November hatte Stefanie Ehlert (DB Station und Service) das Konzept der Bahn Coburger Kommunalpolitikern bereits vorgestellt. Hauptziel der Arbeiten, die in dieser Woche am Coburger Bahnhof begonnen haben, sei es die Aufenthaltsqualität zu verbessern, sagte Ehlert am Freitag. Deshalb sollen in der Empfangshalle "aufgeräumt" und gemütliche Sitzecken geschaffen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Passage, die zu den Bahnsteigen führt und unter der Bundesstraße 4 hindurch bis in den Neuen Weg reicht. Die Unterführung, die heute trist, schmutzig und schlecht beleuchtet ist, soll durch eine einheitliche Gestaltung und die Installation von Licht- und Videowänden optisch deutlich aufgewertet werden. Ferner ist daran gedacht, den Boden und die Wände der Empfangshalle zu renovieren und auch hier für eine bessere Beleuchtung zu sorgen.

Licht könnte auch die Fassade und den Umgriff des Bahnhofs deutlich aufwerten. Ob die Illumination in diesem Umfang kommen wird, wie sie die Hochschule in Zusammenarbeit mit dem Design Forum Coburg-Oberfranken (CDO) entworfen hat, ist im Moment noch unklar. Wie Stefanie Ehlert sagte, stünde in Coburg für das Projekt "Zukunftsbahnhof" eine Million Euro zur Verfügung. Daraus müssten alle Umbauten finanziert werden.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer dankte der Vertreterin von DB Station und Service dafür, dass die Vestestadt in das Programm "Zukunftsbahnhof" aufgenommen worden sei. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass Sanierungsarbeiten am Bahnhof Coburg seit langer Zeit überfällig waren: "Der Bahnhof entspricht nicht dem, was die Stadt zu bieten hat", sagte Tessmer. Seit Dezember 2017 ist Coburg ICE-Haltepunkt und wird damit von wesentlich mehr Reisenden frequentiert. Deshalb wäre der Mangel immer augenfälliger geworden. Der Oberbürgermeister hatte sich übrigens zusammen mit MdB Hans Michelbach und IHK-Präsident Friedrich Herdan beim Bahnvorstand mehrfach über den Zustand der Station beschwert. "Wenn alles in neuem Glanz erstrahlt, werde ich mich natürlich auch bei Vorstandsmitglied Ronald Pofalla bedanken, sagte Tessmer.

Sehr lange sollen die Bauarbeiten am Bahnhof Coburg nicht dauern. Stefanie Ehlert geht davon aus, dass alles im Laufe des kommenden Jahres erledigt wird. Lediglich über den Bau des Bahnsteigs Nummer sechs konnte sie keine Angaben machen. Die Planung sei angestoßen. Über die Finanzierung müsse noch gesprochen werden.

Sollte das Beleuchtungskonzept, das auch von CDO-Vorsitzenden Prof. Auwi Stübbe gelobt wurde, verwirklicht werden, dann wünscht sich Hochschuldozent Michael Müller eine Anpassung der Straßenbeleuchtung im Bahnhofsviertel. Im Moment gibt es dort Peitschenleuchten, die Fahrbahn und Gehsteig erhellen. Das sehr starke LED-Licht steht aber in Konkurrenz zu der Fassadenbeleuchtung und hebt an einigen Stellen sogar die Lichteffekte auf. Nach Ansicht von Lichtplaner Müller erzeuge das von den Studierenden entworfene Lichtkonzept genug Helligkeit damit sich Fußgänger und Autofahrer rund um den Bahnhof sicher bewegen können. Deshalb sei eine wesentlich dezentere Straßenbeleuchtung nötig.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
08. 12. 2019
15:28 Uhr

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Norbert Klüglein

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08. 12. 2019
15:28 Uhr



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