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Coburg

Ja zu Solarstrom aus Tambach

In dem Weitramsdorfer Ortsteil darf auf gut 21 Hektar eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Baubeginn ist vermutlich im Spätsommer.



An der Hohen Leite in Weitramsdorf soll eine Photovoltaik-Anlage entstehen.	Symbolbild: Jens Büttner/dpa
An der Hohen Leite in Weitramsdorf soll eine Photovoltaik-Anlage entstehen. Symbolbild: Jens Büttner/dpa  

Weitramsdorf - Das "Sondergebiet Photovoltaik Hohe Leite" in Tambach kann errichtet werden. Dafür machte der Gemeinderat Weitramsdorf am Montagabend endgültig den Weg frei, durch Annahme der zehnten Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans sowie durch Satzungsbeschluss des Bebauungsplans. Vier Räte stimmten gegen die geplante 21,4 Hektar große Anlage nordwestlich von Tambach, die ab Sommer errichtet werden soll.

Ganzheitliches Konzept für die Schulwege

Wie soll die Verwaltung mit den Empfehlungen aus den Bürgerversammlungen umgehen? Das war Thema bei der Weitramsdorfer Gemeinderatssitzung. Den Antrag der Elternbeiratsvorsitzenden Tanja Denninger auf Erarbeitung eines ganzheitlichen Schulwegekonzepts aus der Tambacher Versammlung hatte der Haupt- und Finanzausschuss in der Vorwoche zur Annahme empfohlen. Er solle zunächst in nicht öffentlicher Sitzung mit Vertretern der Interessengruppen beraten werden. "Wir haben keine Eile", betonte 2. Bürgermeister Werner Hanke, der für den weiterhin erkrankten Rathauschef Wolfgang Bauersachs die Sitzung leitete. Ab März sei der Schulhof wegen des dann beginnenden Anbaus sowieso nicht zu nutzen.

Ausgiebig diskutierten die Räte das weitere Vorgehen. Dass sie die Empfehlung annehmen wollen, darin waren sich alle einig. Leonhard Potsch (ehemals BfB) verlangte, den Beschluss des Bauausschusses zur Sperrung der Schulstraße aufzuheben, Andreas Carl (DGN) mahnte trotz der kommenden Baustelle zur Eile. Da der Ausschuss für solche Maßnahmen zuständig sei, sollte auch er die Beteiligten einladen, argumentierte Michael Rädlein (CSU). Dem entsprechenden Antrag von Marco Anderlik (CSU) schlossen sich bis auf drei alle Gemeinderäte an. "Ich werde mit dem Bauamtsleiter die richtigen Leute einladen", schloss Hanke.

 

Den Beschlüssen lag der erweiterte Geltungsbereich des Entwurfs vom 18. November zugrunde. Ursprünglich sollte die PV-Anlage eine 17 Hektar große Fläche umfassen. Nach Stellungnahmen des Landratsamts Coburg sowie des Wasserwirtschaftsamts Kronach mussten kleine redaktionelle Anpassungen sowie Ergänzungen in Sachen Grünordnung, Bodenschutz und Niederschlagswasser vorgenommen werden. Diese stellte Marlene Theiner von der Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung (OPLA) vor.

 

Nach etwa drei Monaten Genehmigungsphase des Flächennutzungsplans wird der Bebauungsplan im März oder April rechtskräftig. Im August oder September sollen dann die Bauarbeiten beginnen. Ulrich Kräußlich (FW) kritisierte erneut, dass danach "einer der besten Böden" in der Gemeinde nicht mehr bewirtschaftet werden könne und regte an, verstärkt Photovoltaik-Anlagen auf Dächern zu errichten, statt weitere Flächen zu versiegeln. Seine Frage nach dem Bodenrichtwert der Fläche konnten weder die Planer noch Investor Heinrich Graf von Ortenburg beantworten. Vor Errichten der PV-Anlage soll jedoch ein Bodengutachten erstellt werden.

Wer sich denn um die Pflege der Grünflächen und Bäume kümmern werde, erkundigte sich Josef Janson (SPD). Das wird laut Auskunft Theiners der Kommune obliegen. Christoph Schmitt von der mit der Errichtung der Anlage beauftragten Firma Solar Konzept verwies auf diverse Abnahmen zum Ende der Baumaßnahme: "Dabei wird sich ein Prozedere finden."

Janson sorgte sich auch, dass beim Reinigen der Anlage das Grundwasser geschädigt werden könne. Schmitt widersprach: Zum einen seien die quergestellten Module "quasi selbstreinigend", so dass sie nur alle drei Jahre gesäubert werden müssten. Zum anderen werde nur entmineralisiertes Wasser verwendet. Auch Zink werde das Grundwasser nicht schädigen.

Bei der Empfehlung aus der Weidacher Versammlung, den Ortsvereinen die Entgelte für die Hallennutzung sowie Mietgebühren für Tische und Stühle zu erlassen, hatte der Haupt- und Finanzausschuss zu einer Ablehnung geraten. Denn die 2018 getroffene Vereinbarung über die Entgelte läuft am 31. August 2020 sowieso aus. Der Antrag könne dann im Sommer behandelt werden, sagte 2. Bürgermeister Werner Hanke.

Wie Dominic Juck (SPD) plädierte auch DGN-Gemeinderat Andreas Carl ("Es geht nicht um Unsummen!") dafür, die Entscheidung nicht aufzuschieben, "um ein Zeichen zu setzen". Mit Juck und Carl sprachen sich sechs weitere Gemeinderäte für die Aufhebung der jetzigen Regelung aus. Die Mehrheit von zwölf Räten votierte dafür, die Regelung bis zum Sommer beizubehalten. Kräußlich wies darauf hin, dass die Hallennutzung nur für Erwachsene kostenpflichtig sei, nicht aber für Kinder und Jugendliche.

Für die Sanierung der restlichen Brücken liegt noch kein Termin vor, erfuhr Norbert Bär auf Nachfrage. Henning Kupfer (CSU) beklagte, dass nach Zuschrauben der Tore in der Weitramsdorfer Sporthalle ein Turnbetrieb des TSV nicht mehr möglich sei. Laut Hanke arbeitet die Verwaltung an einer Lösung. Da die Tore einem Gutachten zufolge nicht der Norm entsprechen, müssten sie geschlossen bleiben.

Um WLAN in der Dorfmitte einzurichten, habe die Verwaltung der SÜC bereits einen Auftrag erteilt, informierte Geschäftsleiter Heiko Geuß auf Nachfrage Jucks. Der Einbau in den Verteilerkasten sei noch nicht erfolgt. Kritik an einem Post des Jugendbeauftragten Juck äußerte Marco Anderlik (CSU): Er wundere sich sehr, dass Juck beklage, Wünsche der Jugendlichen schafften es nicht in den Gemeinderat. "Du musst nur einen Antrag stellen!", riet Anderlik. Jetzt laufe ja auch alles über ihn, entgegnete Juck. An der Einrichtung einer Downhill-Strecke etwa sei er dran. Ein von den Greinberg-Freunden bereits 2016 der Jugendpflege zur Verfügung gestelltes Budget sei bis heute nicht abgerufen worden, fügte Kräußlich an.

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Bettina Knauth
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Veröffentlicht am:
21. 01. 2020
16:20 Uhr

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Bettina Knauth

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Veröffentlicht am:
21. 01. 2020
16:20 Uhr



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