Topthemen: Globe TheaterHSC 2000 CoburgBBC CoburgStromtrasse

Coburg

Pro Schülerstreik

Jetzt oder nie!

Wie konntet ihr es soweit kommen lassen? Warum habt ihr nichts dagegen unternommen? Diese Fragen haben wir unseren Eltern und Großeltern gestellt, vorwurfsvoll, anklagend, verständnislos.



Genau diese Fragen werden unsere Kinder und Enkel an uns richten - und sie haben allen Grund dazu. Wir leben, als gäbe es kein Morgen, wir plündern den Planeten und vernichten die Grundlagen unserer Existenz. Das Erbe, das wir unseren Nachkommen hinterlassen, ist eine gewaltige Bürde - und sie haben keine Chance, es auszuschlagen.

Weder Not noch Gewalt zwingt uns - auch mit Unwissen kann sich keiner entschuldigen: Seit 50 Jahren sind die Grenzen und Gefahren des Wachstums bekannt und die ruinösen Folgen einer Wirtschaftsweise, die Profit über Nachhaltigkeit stellt. Viele der Prognosen von damals sind heute Fakten: Luft und Ozeane werden wärmer, Gletscher und Polkappen schmelzen, der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre nimmt zu, der Meeresspiegel steigt, Wetterextreme häufen sich. Die Folgen sind unabsehbar - für Ökologie, Ökonomie und Weltfrieden. Längst geht es nur noch um Schadensbegrenzung, wenn Klimafunktionäre von Gipfel zu Gipfel jetten, um Kompromisse und Fristen auszuhandeln, die dem Ernst der Lage spotten. Der jüngste Risikobericht des Weltwirtschaftsforums geriet denn auch zum Offenbarungseid: "Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass die Welt in eine Katastrophe schlafwandelt".

Die Jungen reißen die Alten nun endlich aus dem Dämmerschlaf der Selbstgerechten. Sie klagen Verantwortungslosigkeit an, fordern konsequenten Klimaschutz und drücken aufs Tempo - fünf vor Zwölf ist längst vorbei. Mag mancher Schüler die "Fridays For Future" als willkommene Auszeit betrachten - der Ernsthaftigkeit der Bewegung tut das keinen Abbruch. Die jungen Menschen erkennen, was viele noch immer nicht wahrhaben wollen, und sie fordern ein, was ihnen zusteht: eine lebenswerte Zukunft.

Wer das als "Spaßprotest" abtut, die 16-jährige Initiatorin Greta Thunberg für eine PR-Marionette hält oder gönnerhaft "ein Auge zudrückt", in der Hoffnung, dass der Spuk bald ende, schürt mit seiner Ignoranz die legitime Wut der Jugend. Dankbar sollten wir sein und den Aufruf als letztes Angebot annehmen. Unsere Eltern und Großeltern konnten ihre Fehler nicht ungeschehen machen. Wir können noch retten, was zu retten ist.

Autor

Dieter Ungelenk
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 02. 2019
19:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Eltern Großeltern Ozeane Rettung Weltfrieden Weltwirtschaftsforum Wetterextreme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Donald Trump

27.01.2018

Schweizer blasen Trump den Coburger Marsch

Was der US-Präsident mit Coburg zu tun hat? Nichts. Aber dem Organisator des Weltwirtschaftsgipfels hatte es unser Musikstück angetan. » mehr

Leihomas übernehmen viele Aufgaben und unterstützen die Familien, wo sie können. Und natürlich erhalten sie auch von den Familien, insbesondere von "ihren" kleinen Schützlingen, wieder viel zurück. Archivbild: Henning Kaiser (dpa)

20.09.2018

Omas und Opas verzweifelt gesucht

Eine Coburger Initiative vermittelt Senioren an Familien, die nicht das Glück haben, eigene Großeltern in der Nähe zu haben. Doch es gibt ein Problem: Es fehlen ältere Menschen, die sich melden. » mehr

Weil Oma und Opa wichtig sind

29.05.2018

Weil Oma und Opa wichtig sind

Ohne sie wäre die Kindererziehung nicht möglich. Aber nicht nur deshalb legt die NP ihnen zu Ehren ein Magazin auf. » mehr

Über die Teilnahme von Gerard Lossbroek aus den Niederlanden und Sigi Hirsch aus Bamberg an der Vorstellung des Buchs über Leben und Wirken der Coburger Friedensaktivistin Anna B. Eckstein freuten sich besonders die Vorsitzende des Friedensmuseums, Elke Bräutigam, und ihr Stellvertreter Henning Schuster sowie Pfarrer Sperl (von links); vorne eine Statue von Anna B. Eckstein, die bei ihren Vorträgen immer ein weißes Kleid trug.	Foto: Karin Günther

17.06.2018

Lebenswerk von Pfarrer Sperl

Der Geistliche veröffentlicht sein Buch über die Friedensaktivistin Anna B. Eckstein. Anlass ist der 150. Jahrestag der Geburt der Coburgerin, die für den Friedensnobelpreis nominiert war. » mehr

Bernhardt Ledermann, Leiter des Grünflächenamtes, unterstützt die Studenten beim Pflanzen. Foto: Wunderatsch

14.06.2018

Baum erinnert an Aktivistin

Studenten des Studiengang Zukunfstdesign würdigen Anna B. Eckstein. Für sie ist Kämpferin für den Frieden der Prototy einer Zukunftsdesignerin. » mehr

Bei der Hauptversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege wurden Mitglieder geehrt und die Teilnehmer im Wettbewerb "Trockenmauern" geehrt.

05.03.2018

Ein Plädoyer für Gemüseanbau

Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege hat seinen Vorstand wiedergewählt. Auch seltene Gemüsesorten für den Garten waren Thema. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand in Tettau Tettau

Brand in Tettau | 15.02.2019 Tettau
» 6 Bilder ansehen

Großbrand in Ebensfeld Ebensfeld

Großbrand in Ebensfeld | 12.02.2019 Ebensfeld
» 21 Bilder ansehen

Kinderbüttennachmittag Steinwiesen

Kinderbüttennachmittag Steinwiesen | 11.02.2019 Steinwiesen
» 20 Bilder ansehen

Autor

Dieter Ungelenk

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 02. 2019
19:53 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".