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Coburg

Jubel über Zusammenhalt in der Region Coburg

Christian Gunsenheimer und MdL Michael Busch loben Beharrlichkeit gegen Stromtrasse. Jetzt soll ein regionales Energiekonzept her.



Coburg - Christian Gunsenheimer, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises und Kreisrat der Freien Wähler, ist heilfroh, dass die Gefahr, eine weitere "Monstertrasse" durch das Coburger Land zu bekommen, endlich abgewendet ist ( siehe oben ). "Das ist der Beharrlichkeit der Menschen zu verdanken, die immer wieder dagegen auf die Straße gegangen sind", zieht Gunsenheimer Bilanz.

Ferner lobt er die Geschlossenheit mit der Bürgerinitiativen und Politiker aus Stadt und Land gegen den Bau einer weiteren 380kV-Leitung gekämpft haben. "Es hat mich beeindruckt, dass alle dran geblieben sind." So sieht das auch der Landtagsabgeordnete Michael Busch (SPD), der bis Oktober 2018 Landrat in Coburg war. "Ich danke allen, die sich nicht beirren ließen und nicht aufgegeben haben, vor allem Christian Gunsenheimer für seinen unermüdlichen Einsatz sowie den Bürgermeistern für die vielen gemeinsamen Aktionen", schreibt Busch in einer Stellungnahme. Der Erfolg beweise, dass sich überparteiliche Kooperation und ein An-einem-Strang-ziehen, auszahle.

Stolz ist Christian Gunsenheimer darauf, dass Hubert Aiwanger, der Landesvorsitzende seiner Partei und stellvertretende bayerische Ministerpräsident, "das Thema vom ersten Tag seiner Amtszeit an sehr offensiv angegangen ist." Die klare Position, die man in der Region bezogen habe, und der politische Rückenwind aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium hätten offenbar bei der Bundesnetzagentur für ein Umdenken gesorgt. Auch MdL Michael Busch lobt das Engagement von Hubert Aiwanger.

Der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Coburg gibt allerdings zu bedenken, dass man sich auf diesem Erfolg nicht ausruhen dürfe. "In Sachen Energieversorgung sollten wir jetzt prüfen, was die Region leisten kann", fordert Gunsenheimer. Aus seiner Sicht müsse eine dezentrale Energieversorgung als Alternative zu den großen Windstromanlagen im Norden Deutschlands und den Kraftwerks-Standorten aufgebaut werden. Es bedarf eines Konzepts und eines Fahrplans für den Aufbau einer regional gestützten Stromversorgung. Für Gunsenheimer gehört neben Windkraft und Photovoltaik auch die Kraft-Wärme-Kopplung sowie Gas-Kraftwerke dazu, die schnell ans Netz gehen könnten, um Schwankungen bei Solar- und Windstrom auszugleichen. "Ferner ist die Entwicklung intelligenter Speichersysteme wichtig, denn Energie muss nachhaltig und kontinuierlich zur Verfügung stehen", fordert Gunsenheimer.

Grundlage für den Aufbau lokaler Kapazitäten seien freilich verlässliche Zahlen über den Energiebedarf in der Region und darüber hinaus. Hier, so Gunsenheimer, habe die Bundesnetzagentur noch nie belastbare Zahlen auf den Tisch gelegt. Wenn die Behörde - wie gerade geschehen - auf zwei 380kV-Leitungen in Nordbayern verzichten könne, dann liege der Verdacht nahe, dass ihre Berechnungen nicht vom tatsächlichen Bedarf ausgegangen seien. "Gut, dass wir uns für die Durchleitung von Stromexporten nach Südeuropa zu schade waren", betont Christian Gunsenheimer.

Er will jetzt einen Antrag stellen, damit der Aufbau eines regionalen Energiekonzepts in die Wege geleitet werden könne. Das Klimaschutzmanagement könnte hier einen wertvollen Beitrag leisten. "Wir haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind, wenn wir im Coburger Land zusammenhalten", betonte Gunsenheimer. Dies solle die Verantwortlichen ermutigen, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. Diejenigen, die sich wie die Lichtenfelser dem St.-Florians-Prinzip verschrieben hatten, nannte Gunsenheimer "politische Blindgänger in dieser Sache".

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
20:38 Uhr

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Norbert Klüglein

Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
20:38 Uhr



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