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Coburg

Junge Tüftler beweisen Teamgeist und Talent

Azubis von Kapp Niles haben mit der Hochschule Coburg eine Seifenblasenmaschine gebaut. Diese wird künftig aber nicht im Sortiment des Herstellers erscheinen.



Auftrag erfüllt: 15 frisch gebackene Azubis von Kapp Niles baute gemeinsam eine Seifenblasenmaschine. Das Ganze stand unter dem Motto "Teambuilding". Foto: Henning Rosenbusch
Auftrag erfüllt: 15 frisch gebackene Azubis von Kapp Niles baute gemeinsam eine Seifenblasenmaschine. Das Ganze stand unter dem Motto "Teambuilding". Foto: Henning Rosenbusch  

Coburg - Wer glaubt, dass Seifenblasen ein simples Kinderspielzeug sind, der irrt. Zumindest sind sie das nicht, wenn 15 Auszubildende verschiedener technischer Berufsfelder des Maschinen- und Werkzeugherstellers Kapp Niles den Auftrag bekommen, eine Apparatur zu bauen, die das Machen von Seifenblasen übernimmt. Dann hebt ein Servomotor auf Knopfdruck mittels einer Kurvenscheibe und einer Schnur den Blasring aus dem Seifenlaugebehälter. Und ein Ventilator pustet Luft durch den nun mit Seifenwasser benetzten Ring, bis sich eine ansehnliche Blase bildet - die kurz darauf durch die Werkstatt schwebt.

Auch wenn die Seifenblasenmaschine einwandfrei funktioniert, wird sie künftig wohl kaum ihren Weg in das Sortiment der Unternehmensgruppe finden. "Wir fahren ganz gut mit den Maschinen, die wir bisher bauen", erklärt Saskia Rosenbauer, die das Projekt für den Nachwuchs der Kapp Niles Unternehmensgruppe organisiert hat. Bei dem Bau des ungewöhnlichen Geräts handelt es sich nämlich lediglich um eine Teambuilding-Übung. Diese absolvierten die Auszubildenden in ihrer Einführungswoche bei dem Maschinenhersteller.

Neben Konzentration und guten Ideen mussten die Azubis auch Vorwissen aus verschiedensten technischen Bereichen mitbringen, um das Projekt bewältigen zu können. "Das war jedoch kein Problem, viele unserer Auszubildenden waren, bevor sie zu uns kamen, bereits regelrechte Tüftler", sagt Rosenbauer. Viele hätten daheim etwa bereits eine Werkstatt und würden sich selbst mit modernen Gerätschaften gut auskennen. Beste Voraussetzungen also.

"Mit diesem Workshop wollen wir den Zusammenhalt unter den Auszubildenden stärken", erzählt Björn Engel, Ausbilder der Kapp Ausbildungs-GmbH. Hierfür wurden die 15- bis 19-Jährigen in drei Gruppen eingeteilt. Anhand eines Bauplans sollten sie dann die Apparate gemeinsam zusammensetzen. Der Clou hierbei: Wichtige Bauteile, die hierfür laut Plan nötig waren, fehlten. Diese mussten die Jugendlichen in der hauseigenen Creapolis-Werkstatt anfertigen. Zum Einsatz kamen hierbei etwa ein Lasercutter, mit dem das Gestell der Maschine aus Holz ausgeschnitten wurde, ein 3D-Drucker, aus dem Kunststoffelemente stammen, und eine Drahtbiegemaschine, mit der Haken für die Schnurführung in Form gebracht wurden. Zu guter Letzt mussten die Jugendlichen auch die Ansteuerung und der Antrieb der Seifenblasenmaschine selbst programmieren.

"Die Jungs haben das super gemacht. Sie haben gut zusammengearbeitet und hatten gute Gedanken", lobt Markus Hülß von der Hochschule Coburg. Er leitete mit zwei Kollegen die Übung im Creapolis Makerspace. Dabei achteten die drei Experten darauf, dass die Jugendlichen einerseits genug Freiraum für eigene Lösungsansätze hatten, andererseits aber auch die nötige Anleitung erhielten, um das Projekt erfolgreich abschließen zu können. "Der Workshop hat den Auszubildenden richtig Spaß gemacht", berichtet Rosenbauer. Auch für die Hochschule Coburg sei dies ein erfreulich, denn bei der Aktion handelt es sich um den ersten Azubi-Workshop, den die Kreativschmiede der Hochschule organisiert habe. "Creapolis hat zum Ziel, den Wissenstransfer zwischen der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft in der Region zu intensivieren", so Verena Blume, Netzwerk Managerin bei Creapolis. Workshops, in denen Teilnehmer und Experten der Hochschule gemeinsam etwas erarbeiten, seien ein perfektes Format dafür. "Den Plan für die Seifenblasenmaschine haben wir übrigens nicht selbst entwickelt", betont Jan Schmidt von Creapolis, der den Workshop mitbetreut hatte. Bei ihnen handle es sich um frei zugängliche Materialien, die sich jeder aus dem Internet ziehen könne. Im Creapolis seien sie erstmals im Mai 2018 beim Familien-Maker-Tag zum Einsatz gekommen.

Autor

Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
15:34 Uhr

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Autor

Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
15:34 Uhr



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