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Coburg

Junger Mann mit Weitblick

Max Kräußlich könnte Karriere als Bauingenieur machen. Er will aber lieber Bürgermeister werden. Was in Weitramsdorf auf ihn zukommt, weiß er.



Wenn es nach Max Kräußlich geht, soll die Weitramsdorfer Ortsmitte ein Treffpunkt für Bürger aus allen Gemeindeteilen werden. Foto: Frank Wunderatsch
Wenn es nach Max Kräußlich geht, soll die Weitramsdorfer Ortsmitte ein Treffpunkt für Bürger aus allen Gemeindeteilen werden. Foto: Frank Wunderatsch  

Weitramsdorf - Max Kräußlich ist 27 Jahre alt, hat einen Master in Bauingenieurwesen - und könnte Karriere in seinem Beruf machen. Immerhin setzt sein Arbeitgeber den jungen Mann bei einem Großprojekt im Autobahnbau an der A 3 bei Würzburg ein. Trotzdem will Kräußlich einen neuen Job - und kandidiert für die Freien Wähler als Bürgermeister in Weitramsdorf. "Ich mache das, weil ich in meiner Heimat etwas voranbringen will", sagt er.

Zu tun gebe es viel. Kräußlich wünscht sich, dass das Gespräch über seine Kandidatur in der Ortsmitte stattfindet. Ein trister Ort. Neben dem verwitterten Gewerbebaum steht eine Sitzbank, dahinter das leer stehende Gebäude der Firma Albrecht. "Ich möchte, dass hier ein Treffpunkt für alle Bürger der Gemeinde entsteht, der einladend wirkt." Ihm ist klar, dass er diesen Plan nicht sofort nach der Wahl verwirklichen könnte. "In der Kommunalpolitik braucht es einen langen Atem. Wahrscheinlich ist so ein Projekt erst in der zweiten oder dritten Amtszeit abgeschlossen."

Genau in diesem langen Atem sieht er auch einen seiner Vorzüge als Kandidat: "Ich bin erst 27 Jahre alt. Wenn alles gut läuft, könnte ich 30 Jahre lang an der Spitze der Gemeinde stehen - und dann die Geschäfte an meinen jüngeren Nachfolger übergeben." Das Bürgermeisteramt wolle er nicht als Sprungbrett in die große Politik nutzen. "Kommunal-politik begeistert mich deshalb so sehr, weil ich hier den direkten Kontakt zu den Menschen habe", sagt Kräußlich. Er wisse auch, dass dieser direkte Kontakt nicht immer nur positiv für ihn ausfallen muss: "Es wird, falls ich gewählt werde, sicherlich Momente geben, an denen ich unbequeme Maßnahmen durchsetzen muss." In solchen Fällen wolle er mit den Bürgern sprechen - und sie überzeugen. Gelinge das nicht, müsse er den Groll eben aushalten.

"Die Demokratie lebt davon, dass Menschen verschiedene Meinungen haben", sagt er. Das gelte nicht nur für die Beziehung zu den Weitramsdorfern, sondern auch für die zum Gemeinderat. "Das ist ein Gremium, das ich sehr schätze. Die Menschen, die hier sitzen, sind keine abgehobenen Akademiker, sondern stehen mit beiden Beinen im echten Leben." Deswegen dürfe es in Sitzungen schon mal heiß hergehen, wenn keiner die Sache aus den Augen verliert - und am Ende ein Beschluss steht.

Dass Kräußlich tiefe Wurzeln in der Gemeinde hat, erkennt man gleich. Während des Gesprächs kommen immer wieder Menschen zu Fuß, im Auto oder sogar auf dem Traktor vorbei, die ihn freundlich grüßen. "Auch wenn ich derzeit unter der Woche berufsbedingt in Würzburg lebe, am Wochenende kehre ich immer wieder in die Heimat zurück." Hier genieße er die Zeit mit der Familie und beim Sport. Kräußlich spielt schon seit seiner Kindheit Handball, derzeit bei einem Verein in Bad Rodach. "Gelegentlich fahre ich mit dem Motorrad durch die Gegend oder gehe wandern. So kann ich am besten abschalten." Weitramsdorf verlassen, das habe er nie gewollt. Viele seiner Freunde hätten das gemacht, ihn aber ziehe es immer wieder in die Gemeinde.

Kräußlich hat sich schon genau überlegt, was auf ihn zukommen könnte - und sieht dem gelassen entgegen. "In einer Gemeinde hat der Bürgermeister viel mit Baumaßnahmen zu tun. Da habe ich als Bauingenieur natürlich die besten Voraussetzungen", erklärt er. Ansonsten, das ist ihm durchaus bewusst, müsse er noch viel lernen. Er wolle vor allem den Bürgern aus allen Gemeindeteilen intensiv zuhören: "Sie sind die Wähler. Es ist nicht zu viel verlangt, zu wissen, was die Leute bewegt."

Über seine konkreten Ziele will Kräußlich so kurz nach der Nominierung noch nicht sprechen: "Ich will da dem Wahlkampf nicht vorgreifen und muss mich noch mit meiner Partei absprechen." Dann ist es ihm aber doch wichtig zu betonen, dass er für alle Weitramsdorfer da sein möchte - und nicht nur ein Sprachrohr der Jugend sein will. "Es ist Zeit, dass in der Gemeinde wieder etwas vorangeht." Dabei müsse sich Weitramsdorf von einigen Träumen verabschieden. "Ich denke nicht, dass wir hier noch einmal einen Industriebetrieb ansiedeln." Die Gemeinde sei eben ein Ort, an dem die Menschen wohnen - und ihre Freizeit verbringen. "Das ist ja aber gar nichts Schlechtes. Es kommt darauf an, daraus das Beste für alle zu machen."

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
22:20 Uhr

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