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K&L im Steinweg macht dicht

Von der Schließung sind 13 Mitarbeiter betroffen. Als Grund nennt das Unternehmen zu hohe Mieten. Eventuell gibt es eine Rückkehr, momentan aber ist die Stadt ratlos.



Jetzt auch der obere Steinweg: Ende September schließt K&L r hier seine Filiale.	Foto: Frank Wunderatsch
Jetzt auch der obere Steinweg: Ende September schließt K&L r hier seine Filiale. Foto: Frank Wunderatsch  

Coburg - Nach 22 Jahren ist Schluss bei K&L in Coburg. Das oberbayrische Unternehmen schließt Ende September die Filiale im Steinweg 17. Das geht aus einer Pressemitteilung der Modekette hervor. "Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagt Verkaufsdirektor Rüdiger Herrmann. Als Gründe nennt das Unternehmen "die Lage des bisherigen Standortes" und wirtschaftliche Parameter, wie die Miete für das Geschäft. "Aufgrund der geforderten Mietkonditionen war es nicht mehr möglich, die Filiale profitabel zu betreiben." Wie hoch die Miete genau ist, möchte das Unternehmen auf Nachfrage der Neuen Presse nicht verraten. Der Schritt sei für die Modefirma jedoch unausweichlich.

13 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. "Selbstverständlich suchen wir für all unsere Kolleginnen und Kollegen der Coburger Filiale eine akzeptable und sozialverträgliche Lösung", meint Herrmann. Die Modekette versuche, die Mitarbeiter grundsätzlich in einer anderen Filiale zu beschäftigen, ergänzt er. K&L habe ein hohes Interesse daran, die Arbeitsplätze zu erhalten.

Rüdiger Herrmann stellt sogar einen Verbleib in der Vestestadt in Aussicht: "Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, würden wir gerne in Coburg bleiben." Derzeit sei das Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Standort. Für eine neue Filiale komme Coburg und die nahe Umgebung in Frage. Denn die Firma setze auf kleinere bis mittelgroße Städte. Deshalb bleibe die Vestestadt weiterhin wichtig. "Grundsätzlich passt Coburg sehr gut in unsere Strategie", erklärt Herrmann auf Nachfrage. Das Unternehmen wolle in Zukunft stärker durch neue Filialen in Fachmarkt-Centern wachsen und den Kunden in der Nähe ein gutes Angebot aus Eigenmarken und Partnermarken bieten. "Wir sehen uns nicht in anonymen Großstädten, sondern dort, wo wir zu Hause sind. Wo man uns kennt und schätzt und wir eine starke Kundenbasis haben", erklärt Herrmann.

Allerdings stehen immer mehr Filialen seit einem Eigentümerwechsel auf der Kippe. "Wir überprüfen fortlaufend unser Filialnetz und passen dieses an die gegebene Marktsituation und die Wirtschaftlichkeit an", erklärt Herrmann. Insofern müsse man auch defizitäre Standorte schließen. Grundsätzlich expandiere man aber auch, wenn die wirtschaftlichen Parameter stimmten, fährt er fort.

Zum September vergangenen Jahres hatte Jens Bächle das Familienunternehmen von Karl Ruppert übernommen. Zuvor war Bächle dort Finanzvorstand. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Als Eigentümer und geschäftsführender Gesellschafter gab er eine Neuausrichtung bekannt. Dazu zähle unter anderem die "Optimierung der Verkaufsfläche". Durch Branchenveränderungen und Fehlentscheidungen hätte sich die wirtschaftliche Situation in den letzten Jahren verschlechtert, sagte er im September vergangenen Jahres in einem Interview gegenüber der Neuen Presse . "Wir sind derzeit nicht profitabel", fügte er an. Seitdem Bächle die Modekette führt, sind nicht nur einige Standorte, sondern auch das "Ruppert" aus dem Firmennamen gewichen.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer hat die Nachricht über die Schließung "tief und überraschend getroffen". Er habe davon erst am Montag erfahren. Gemeinsam mit Citymanagement und Wirtschaftsförderungsgesellschaft werde man nun alles daran setzen, einen alternativen Standort für K&L zu finden. Petra Schneider, Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, spricht von einer "fatalen Entwicklung" für die Innenstadt. Bisher habe sie gedacht, der obere Steinweg sei ein "noch halbwegs sicheres Terrain" und gegen Leerstände "einigermaßen gefeit". Mit dem Auszug von K&L sei es damit aber wohl vorbei. Schneider hofft, dass nicht noch andere folgen, sieht sich beziehungsweise die Stadtpolitik allerdings machtlos. "Gegen den Mietwahn kommen wir einfach nicht an".

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Yannick Seiler, vol
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Veröffentlicht am:
14. 05. 2018
11:54 Uhr

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Yannick Seiler, vol

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14. 05. 2018
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