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Coburg

Kein Geld für den Goldbergsee

Touristische Infrastruktur wie Gastronomie und Freizeiteinrichtungen wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Lediglich Toiletten und ein Bahnhaltepunkt sollen entstehen.



Ein Naherholungsgebiet und Naturparadies ist der Goldbergsee. Für eine Freizeit-Infrastruktur oder Gastronomie hat die Stadt kein Geld. Foto: Wunderatsch
Ein Naherholungsgebiet und Naturparadies ist der Goldbergsee. Für eine Freizeit-Infrastruktur oder Gastronomie hat die Stadt kein Geld. Foto: Wunderatsch  

Coburg - Vor Jahren (im April 2014 berichtete die Neue Presse ) gab es einen ganzen Strauß von Ideen, wie der Goldbergsee aufgewertet werden könnte: Mit Stellplätzen für Wohnmobile, einem Mehrgenerationen-Spielplatz, einer Spielgolf-Anlage, Beach-Volleyballfeldern, einem Kiosk, einem Kultur-, und einem Informationspavillon, einer Umweltstation, Gastronomie und einem Bahnhaltepunkt. Laut dem Bebauungsplan von 2009 sollten diese Projekte "mittelfristig" das Naherholungsgebiet vor den Toren der Stadt bereichern. Von den genannten ist bislang nichts umgesetzt. Die NP hakte nach und fragte beim Referat für Bauen und Umwelt der Stadt Coburg an, warum dies so ist und was gegen die Umsetzung dieser Vorschläge spricht.

Zahlen und Fakten

Der Goldbergsee hat im Sommer eine Wasserfläche von rund 71,5 Hektar, im Winterstau ist sie 31,3 Hektar groß. Bei Hochwasser können bis zu 145 Hektar überflutet werden. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst 52 Quadratkilometer. Die Höhe des Dammbauwerks beträgt sieben Meter über der Talsohle, die Kronenlänge 290 Meter. Als Gesamtstauraum werden vier Millionen Kubikmeter, als Hochwasserrückhalteraum rund zwei Millionen Kubikmeter angegeben. Die Baukosten betrugen 29,5 Millionen Euro. Im Bebauungsplan von 2009 waren Stellplätze für Wohnmobile, ein Mehrgenerationen-Spielplatz, eine Spielgolf-Anlage, Beach-Volleyballfelder, ein Kiosk, ein Kultur-, und ein Informationspavillon, eine Umweltstation, Gastronomie und ein Bahnhaltepunkt genannt. Bereits 2011 waren im Haushalt der Stadt 350 000 Euro für freizeitspezifische Baumaßnahmen eingeplant. Zur Verfügung standen seinerzeit nur 50 000 Euro, zur Begründung hieß es: aufgrund des seinerzeit nicht genehmigten Haushalts. Wikipedia/NP Archiv

 

Die für Bauangelegenheiten zuständige Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber bestätigt die Ausgangsposition: "Der rechtskräftige Bebauungsplan vom 15. Juli 2009 sieht zahlreiche Anlagen für eine Freizeitinfrastruktur vor. Dazu zählen beispielsweise eine Spielgolfanlage, eine Liegewiese und eine Beach-Volleyball-Anlage", schreibt Dr. Weber auf eine aktuelle Anfrage der Neuen Presse .

 

Grundsätzlich spräche auch nichts gegen zusätzliche Angebote am und rund um den 145 Hektar Fläche umfassenden Stausee: "Nach wie vor sind die planungsrechtlichen Erfordernisse für eine Umsetzung der genannten Punkte gegeben", schreibt die Bürgermeisterin. Es gebe Parkmöglichkeiten und Wege. Sie weist allerdings darauf hin, dass es die Projektideen im Wesentlichen Grundstücke beträfen, die nicht im Eigentum der Stadt Coburg seien, sondern der Wasserwirtschaftsverwaltung des Freistaats Bayern gehörten.

Eine zentrale Voraussetzung zur Umsetzung der Projekte ist die gesicherte Finanzierung. Die Stadt will sich dabei nicht einbringen, denn: "Im mittelfristigen Investitionsplan der Stadt Coburg für 2018 - 2022 sind keine finanziellen Mittel für die Umsetzung des Bebauungsplans vorgesehen. Im Rahmen der haushaltsplanerischen Priorisierung von Maßnahmen für das Gesamtgebiet der Stadt Coburg steht der Umgriff des Goldbergsees zur Zeit nicht im Vordergrund." Sprich: Die Stadt hat Wichtigeres zu tun, als Freizeitmöglichkeiten rund um den Goldbergsee zu schaffen. Deshalb kann die Bürgermeisterin auch nicht sagen, ob und wann die vor Jahren ersonnenen Vorschläge realisiert werden. Auch wenn sich viele Besucher diese wünschen.

Immerhin hat der Bau- und Umweltsenats im Januar diesen Jahres die Herstellung einer Container-Toilettenanlage beschlossen. Die Anlage soll auf einem städtischen Grundstück nahe der Parkflächen errichtet und voll angeschlossen werden. Auch ein Bahnhaltepunkt in im Bereich der Straße "Am Sulzbach" soll entstehen. Die Bürgermeisterin informiert, dass die DB Station & Service AG dazu beim Eisenbahnbundesamt bereits einen Antrag für die Plangenehmigung gestellt habe. Die Stadt Coburg sei als Träger öffentlicher Belange zur Stellungnahme aufgefordert worden. Im Jahr 2020 soll die Haltestelle realisiert werden. Im Zuge der Maßnahme kommen öffentliche Stellplätze und eine überdachte Fahrradabstellanlage dazu.

Denn auch die Bürgermeisterin weiß: "Der Goldbergsee hat aufgrund seiner Wirkung auf Erholungssuchende nicht nur die Funktion als Wasserrückhaltebecken, sondern kann auch in seiner Funktion als Naherholungsgebiet als weicher Standortfaktor für die Stadt Coburg betrachtet werden. Bereits jetzt handelt es sich um ein beliebtes Ziel für Besucher."

Die Stadt verspricht sich durch diese Maßnahmen eine "zeitnahe" Aufwertung des Goldbergsees. Auch wenn das Naherholungsgebiet künftig dadurch noch mehr Besucher anlockt: Hungrig und durstig bleiben diese auf jeden Fall. Außer sie bringen sich ihre Verpflegung selbst mit.

Autor

Katrin Lyda
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Veröffentlicht am:
07. 06. 2019
00:00 Uhr

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Katrin Lyda

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07. 06. 2019
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