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Klo am See

Die mittelalterlichen Zustände am Goldbergsee sollen ein Ende haben. Ob aus der Toilettenanlage am Ende ein Dixi wird, hängt von den Kosten ab.



Der Goldbergsee ist gerade am Wochenende zu einem gefragten Ausflugsziel geworden. Doch sanitäre Anlagen gibt es bislang nicht. Wenn sie denn kommen sollten, dann eher im hinteren Teil beim großen Parkplatz. Foto: Frank Wunderatsch
Der Goldbergsee ist gerade am Wochenende zu einem gefragten Ausflugsziel geworden. Doch sanitäre Anlagen gibt es bislang nicht. Wenn sie denn kommen sollten, dann eher im hinteren Teil beim großen Parkplatz. Foto: Frank Wunderatsch  

Coburg - Mit der Frage, ob es am Goldbergsee überhaupt ein stilles Örtchen braucht und wenn ja, was das kosten darf, beschäftigten sich die Mitglieder des Bau- und Umweltsenats erneut in der Sitzung am Mittwoch. Ihr Fazit: Toilette ja - aber nicht um jeden Preis.

Bereits in der Sitzung Mitte Oktober war deutlich geworden, dass es einen Toilettenanlage nicht zum Nulltarif geben wird. Laut ersten Berechnungen von Christina Schug schlägt die Errichtung einer solchen Anlage mit mindestens 100 000 Euro zu Buche. Hinzu kämen Unterhaltskosten für Reinigung und Wartung der Anlage. Eine finanzielle Förderung sei nur möglich, wenn das Vorhaben in ein größeres Projekt eingebunden wird.

Trotzdem warb Wolf-Rüdiger Benzel (Grüne) gestern dafür beim ursprünglichen Plan zu bleiben. "Wir haben bewusst den Antrag so geschrieben. Es geht uns rein um eine Toilette", betonte er. Das Argument einer fehlenden Förderung wollte er nicht gelten lassen. "In der Vergangenheit gab es zig Baustellen ohne Förderung. Die HUK Arena auf der Lauterer Höhe zum Beispiel." Würde sich der Senat auch dieses Mal nicht zu einer positiven Entscheidung durchringen, sei das den Bürgern nur schwer zu vermitteln. "So etwas stärkt die Politikverdrossenheit", so Benzel. Er bat daher, eine Toilette "schnell und unbürokratisch" umzusetzen.

"Man muss doch einsehen, dass es augenblicklich nicht geht", entgegnete hingegen Peter Kammerscheid (Pro Coburg) mit Hinblick auf die Kosten der Anlage. Zwar sei er überzeugt, dass eine Toilette am Goldbergsee notwendig ist, "angesichts dieser Kosten hat es sich allerdings erledigt", so der Stadtrat.

Eine Meinung, die Max Beyersdorf (CSU) nicht teilen wollte. "Dort keine sanitären Anlagen vorzuhalten ist mittelalterlich", befand er. Statt noch jahrelang zu diskutieren, sollte man eine kleine Lösung umsetzen. "Danach können wir immer noch philosophieren, was wir machen."

"Einen Tag vor Nikolaus hört sich das an wie ein Wunschkonzert", kritisierte Hans-Heinrich Ulmann (CSB). Weil mittlerweile auch der Standort der Anlage - direkt an den Parkplätzen - wieder in Frage gestellt wurde, verwies er auf den bereits existierenden Bebauungsplan, in dem eine Toilette an eben dieser Stelle vorgesehen ist. "Das sind Probleme, die hat eine Stadt, die zu viel Geld hat", so Ulmann und weiter: "Stellt halt im Sommer ein Dixi-Klo auf."

Ähnlich pragmatisch sah das auch Dominik Sauerteig (SPD). Er will die Toilette nicht an den Parkplätzen, sondern auf der anderen Seite der Brücke umgesetzt sehen. Und das gehe nur mit einem Dixi oder einer Anlage, die auch bei den Coburger Designtagen zum Einsatz gekommen ist. Dort war in diesem Jahr erstmals die Trockentoilette eines Zukunftsdesign-Studenten aus Coburg aufgebaut worden. Deren Inhalt ist komplett kompostierbar.

Deutliche Worte für die Günstig-Variante fand Stadtrat Andreas Gehring (SPD). "Was für einen deutschen Bauarbeiter gut genug ist, geht auch für jeden Jogger. Lasst uns ein Dixi-Klo aufstellen und gut ist", forderte er. Danach könnte man immer noch an einer weiteren Lösung arbeiten. "Alles ist besser als nichts", bekannte auch Bürgermeisterin Birgit Weber.

Der Bau- und Umweltsenat sprach sich daher einstimmig dafür aus, die Verwaltung mit der Planung einer festen sowie einer mobile Toilettenanlage zu beauftragen. Über die Bereitstellung der Mittel muss noch im Rahmen des mittelfristigen Investitionsprogrammes entschieden werden.

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2018
17:02 Uhr

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05. 12. 2018
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