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Coburg

Kreisbrandmeister reicht Flamme weiter

Mit 65 Jahren ist für Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Schluss. Deshalb scheidet auch Kreisbrandmeister Helmut Halboth nun aus dem Dienst aus. Seine Nachfolge steht schon fest.



Stabwechsel im Landratsamt (von links): Sebastian Straubel Florian Gräbner, Helmut Halboth, Timo Sommerluksch, Helmut Halboth und Manfred Lorenz.
Stabwechsel im Landratsamt (von links): Sebastian Straubel Florian Gräbner, Helmut Halboth, Timo Sommerluksch, Helmut Halboth und Manfred Lorenz.  

Coburg - Fast 50 Jahre lang ist Helmut Halboth bereits Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. 1993 trat er die Position als Kreisbrandmeister im Bereich der Stadt Bad Rodach an. Seit 2010 ist er als Fachkreisbrandmeister verantwortlich für die Leistungsprüfung, den Digitalfunk sowie die Einsatzplanung der freiwilligen Feuerwehren im Landkreis. Da er heuer jedoch die Altersgrenze für den aktiven Dienst als Feuerwehrmann überschreitet, muss der 64-Jährige ausscheiden, bevor er sein goldenes Jubiläum feiern kann. Nur knapp sechs Wochen trennen ihn von diesem persönlichen Meilenstein. Am Donnerstag überreichte ihm Landrat Sebastian Straubel die Urkunde für die Entbindung von seinen Aufgaben als Aktiver. Die Nachfolge als Fachkreisbrandmeister übernimmt der 33-Jährige Florian Gräbner von der Freiwilligen Feuerwehr Ebersdorf bei Coburg.

Die Freiwillige Feuerwehr in Bayern

Wer als aktiver bei der freiwilligen Feuerwehr mitmachen möchte muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren können Mitglied der Jugendfeuerwehr werden. Jüngere bei der Kinderfeuerwehr mitmachen.

Die Altersgrenze für freiwillige Feuerwehrleute in Bayern liegt bei 65 Jahren. Diese Grenze wurde erst im Jahr 2016 von 63 Jahren heraufgesetzt.

Aktuell gibt es etwa 300 000 Aktive die sich bei Freiwilligen Feuerwehren in Bayern engagieren.


"Helmut Halboth ist ein echtes Urgestein der Kreisbrandinspektion Coburg", erklärt Kreisbrandrat Manfred Lorenz, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Coburg. Über 26 Jahre habe Halboth zur Kreisbrandinspektion gehört. Wobei die Zeit seit der Einweihung der Coburger Einsatzleitstelle 2010 bei der er als Fachkreisbrandrat intensiv beteiligt war, vermutlich die spannendsten Jahre für ihn waren. "Dein wirken hat deutliche Spuren hinterlassen, die Richtschnur für die jungen Führungsdienstgrade sein sollen", betont Lorenz. Auch aus diesem Grund sei er stolz, mit Halboth solange gemeinsam zusammengearbeitet haben zu dürfen.

"Ihr seid 365 Tage im Jahr 24 Stunden immer einsatzbereit. Und das als Ehrenamtliche", sagt Landrat Sebastian Straubel. Das sei eine enorme gesellschaftliche Verpflichtung, die sich die Feuerwehrleute aufbürden würden. Zumal die Aufgaben, welche die Feuerwehren übernehmen müssten ja auch immer komplexer würden. Erst vor Kurzem hätten die Mitarbeiter des Landratsamts am eigenen Leibe erleben müssen, wie wichtig es sei, eine gut funktionierende Feuerwehr zu haben. "Der Einsatz lief ja zum Glück vorbildlich", betont Straubel.

Als Kreisbrandmeister habe Halboth noch weitaus mehr Zeit und Kraft investiert als viele anderen, um dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft sicherer werde. Nun sei es jedoch an der Zeit für ihn kürzer zu treten. "Ich selbst bin bei der Verkehrswacht aktiv und weiß, wie schwer das ist, wenn man ein Ehrenamt so lange ausgeübt hat", sagt Straubel . Aus diesem Grund sei er sich sicher, dass Halboth die Freiwillige Feuerwehr auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen würde. Wenngleich aus einer Position im Hintergrund. Erfreulich sei es, dass sich mit Florian Gräbner ein kompetenter Nachfolger gefunden habe. "Wir brauchen Menschen wie euch, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ihr seid ein Vorbild für die Gesellschaft", erklärt der Landrat.

"Auch ich muss dem Helmut danken und freue mich, das Amt von ihm übernehmen zu dürfen", sagt Florian Gräbner, der neue Fachkreisbrandmeister. Halboth habe sich viel Zeit genommen und Geduld bewiesen, um ihn an seine Aufgabe heranzuführen und einzulernen. Seit 2017 begleite er seinen Vorgänger bei seiner Arbeit. "Ich weiß genau, dass ich von ihm ein einen Bereich übernehme, der bis zum letzten Tag sauber geführt wurde", erklärt er.

"Meine Arbeit hat mir immer Spaß gemacht, auch wenn es mal Reibereien gab", berichtet der scheidende Fachkreisbrandmeister. Tatsächlich habe die Arbeit in der neuen Leitstelle in Ebersdorf ihn ganz besonders gefordert. Ebenso wie die Einführung des Digitalfunks 2014. Inzwischen sei aber auch hier Routine eingekehrt. Bis er sich endgültig in den Ruhestand verabschieden kann wird es wohl aber noch etwas dauern. "Die offizielle Verabschiedung unsererseits soll im Kreise der Kommandanten bei der Tagung im nächsten Frühjahr in Ebersdorf erfolgen", sagt Kreisbrandrat Manfred Lorenz.

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Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
16:56 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
16:56 Uhr



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