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Coburg

Landkreis-SPD will Klinik-Neubau

SPD-Kreisvorstand Coburg-Land spricht sich gegen Sanierung des Klinikums in der Ketschendorfer Straße aus. Ferner wird das Lohngefälle zwischen Stadt und Land bemängelt.



Blick in den Empfangsbereich am Klinikum Coburg. Der SPD-Kreisvorstand Coburg-Land hat sich jetzt für einen Krankenhaus-Neubau auf dem ehemaligen BGS-Gelände ausgesprochen. Ferner fordert man effektivere Kontrollen bei dem Klinik-Konzern.	Archivbild: Rosenbusch
Blick in den Empfangsbereich am Klinikum Coburg. Der SPD-Kreisvorstand Coburg-Land hat sich jetzt für einen Krankenhaus-Neubau auf dem ehemaligen BGS-Gelände ausgesprochen. Ferner fordert man effektivere Kontrollen bei dem Klinik-Konzern. Archivbild: Rosenbusch   Foto: Henning Rosenbusch

Dörfles-Esbach - Der SPD-Kreisvorstand spricht sich auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse für einen Neubau des Klinikums auf dem ehemaligen BGS-Gelände aus. Das teilte Carsten Höllein, der SPD-Kreisvorsitzende für Coburg Land, am Sonntag in einer Presseerklärung mit.

Bei seiner Sitzung im Landgasthaus "Kaiser" hätte sich demnach das Führungsgremium des SPD-Kreisverbandes Coburg-Land mit der Zukunft des Krankenhauses beschäftigt. Nach intensiver Diskussion seien die Vorstandsmitglieder zu dem Schluss gekommen, dass ein Neubau an einem neuen Standort der Sanierung der bestehenden Gebäude in der Ketschendorfer Straße vorzuziehen wäre. "Aufgrund der Kostenschätzungen und Untersuchungen geht die Tendenz in Richtung eines vollständigen Klinikneubaus", fasste SPD-Kreisvorsitzender Carsten Höllein das Ergebnis zusammen. Daneben bleibe für den SPD-Kreisvorstand von erheblicher Bedeutung, dass der bayerisch-thüringische Klinikkonzern Regiomed strukturell und organisatorisch neu aufgestellt werde. "Wir brauchen Kontrollgremien, die ihrer Aufgabe gerecht werden", betonte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Frank Rebhan. Die Umsetzung der Beratungsergebnisse einer Kommission, die Vorschläge erarbeitet hatte, käme nur schleppend oder gar nicht voran, kritisierte Rebhan.

Sorgen bereite dem SPD-Kreisvorstand darüber hinaus die Einkommensentwicklung im Landkreis Coburg. Aufgeschreckt habe die Sozialdemokraten eine Erhebung der Bundesanstalt für Arbeit (BA). Dass Oberfranken bei den Arbeitseinkommen der abhängig Beschäftigten weiterhin den wirtschaftlichen Kraftzentren Bayerns hinterherhinkt, sei nicht überraschend. Auffällig wäre aber das Gefälle zwischen Stadt und Landkreis Coburg: Während sich das Durchschnittseinkommen im Landkreis auf 2817 Euro beläuft, beträgt es nach der Erhebung in der Stadt Coburg 3800 Euro. Dies lasse sich nicht allein mit den leistungsstarken Unternehmen in der Vestestadt erklären, heißt es dazu in der Presseerklärung der SPD. Auch der Verweis auf niedrigere Lebenshaltungskosten im Landkreis Coburg sei für die Sozialdemokraten keine zufrieden stellende Rechtfertigung. SPD-Kreisvorsitzender Carsten Höllein ist deshalb überzeugt: "Wir brauchen mehr Tarifbindung und weniger prekäre Beschäftigung auch im ländlichen Raum." Gerade im Hinblick auf die Folgen der Corona-Pandemie in Form von Kurzarbeit und weiterem Verdienstausfall sei die Gefahr groß, dass die Durchschnittseinkommen weiter auseinanderdriften. Die Folgen wären weniger Kaufkraft, mehr Lohnersatzleistungen und letztendlich auch weniger Rente im Alter. Der SPD-Kreisvorstand schlägt deshalb eine Arbeits- und Sozialkonferenz für den Landkreis Coburg vor, um alle Akteure wie Arbeitgeber, die Kammern, Gewerkschaften, Arbeitsagentur und die Politik an einen Tisch zu bekommen und die offensichtlichen Probleme gemeinsam zu besprechen. "Letztendlich liegt ein höheres Einkommensniveau auch im Interesse der Kommunen, weil sie Anteile von der Einkommenssteuer erhalten", argumentierte der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Christoph Franke.

Zu langsam schreitet dem SPD-Kreisvorstand die Digitalisierung an den bayerischen Schulen voran. Der Bund habe vor einigen Wochen bereits Mittel dafür zur Verfügung gestellt - Bayern erhält insgesamt 900 Millionen Euro. Der in Bayern beschlossene Pakt kommt der SPD allerdings zu spät. Bis zum Schuljahresbeginn im September reiche die Zeit nicht aus, um die Maßnahmen vollständig umzusetzen. "Viele Eltern waren mit Homeschooling einfach überfordert - pädagogisch und technisch", berichtete Carsten Höllein aus Gesprächen. Immerhin habe der Freistaat die Möglichkeit geschaffen, das die Schulen Endgeräte für eine Ausleihe kaufen dürften, um Kinder mit fehlenden technischen Voraussetzungen zu Hause zu unterstützen. Für die SPD ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn: "Die Gefahr ist während der Corona-Pandemie noch größer geworden, dass Bildung vom Geldbeutel der Eltern abhängt", so der SPD-Kreisvorsitzende. Von Wichtigkeit für den SPD-Kreisvorstand ist auch, dass die Schulen und Lehrkräfte Unterstützung erfahren. "Es hing bisher sehr an den Lehrkräften allein, wie sie Homeschooling-Angebote gestalten." Die Sozialdemokraten fordern deshalb Standards für den Fernunterricht, um die Unterschiede nicht zu groß werden zu lassen.

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Veröffentlicht am:
02. 08. 2020
16:42 Uhr

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02. 08. 2020
16:42 Uhr



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