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Coburg

Lastwagen sorgen für Ärger

In Weidach sorgen geplatzte Fahrbahndecken für Unmut. In Ebersdorf werden neue Straßenlampen zerstört. Schuld ist die Lkw-Flut.



Gemeinden im Coburger Landkreis werden von Lastkraftwagen zugeparkt. Nicht selten entstehen dabei große Schäden am Asphalt. Fotos: Judith Hobmaier
Gemeinden im Coburger Landkreis werden von Lastkraftwagen zugeparkt. Nicht selten entstehen dabei große Schäden am Asphalt. Fotos: Judith Hobmaier   » zu den Bildern

Ebersdorf/Weidach - Zwei Gemeinden, zwei frustrierte Bürgermeister. Zwei unterschiedliche Sichtweisen. Ein Problem. In Weidach und Ebersdorf stellen parkende Lastkraftwagen die Gemeinden vor eine Herausforderung. Beschwerden von Anwohnern und zerstörte Fahrbahndecken kosten Geld und Geduld.

Das ist erlaubt:

Für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen sowie Kraftfahrzeuganhänger über zwei Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ist in reinen und allgemeinen Wohngebieten, in Sondergebieten, die der allgemeinen Erholung dienen sowie in Kur- und Klinikgebieten ein Parken in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen verboten.

 

Immer öfter stehen zum Beispiel über das Wochenende Lastwagen in Wohngebieten von Weidach. Oft sind es jedoch gar nicht Brummifahrer, die auf der Autobahn wegen fehlender Parkplätze oder Autohöfe keinen Ruheplatz finden. Es sind meist Lkw-Fahrer, die im Ort wohnen. Sie stellen am Freitagabend oder am Samstagmorgen das Fahrzeug auf Parkstreifen ab und sind montags in aller Früh wieder unterwegs.

 

Die Parkerei hat für die Gemeinde aber trotzdem Folgen: aufgeplatzte Asphaltdecken. Zwischen Weidach und Vogelherd befindet sich ein öffentlicher Parkplatz, der stark mitgenommen aussieht - und damit Stein des Anstoßes bei Anwohnern ist.

Unter der Woche ist der Schaden gut zu sehen, an den Wochenenden überdecken die großen Fahrzeuge die Misere - an etlichen Stellen im Gemeindegebiet. Weitramsdorfs Bürgermeister Wolfgang Bauersachs verspricht: "Die Gemeinde kümmert sich um die Straßenschäden". Es sei schließlich nur die obere Asphaltschicht abgeplatzt, der tragende Teil des Bodens sei noch intakt.

Wo genau die Schäden herkommen, sei laut Bauersachs nicht eindeutig zuzuordnen. Man könne nicht den Lastwagen die alleinige Schuld dafür geben, immerhin nutzten auch etliche Baufirmen den Parkplatz, um Bagger, Raupen oder Bauwagen abzustellen.

Das Gemeindeoberhaupt versteht den Wirbel um die Nutzung des Parkplatzes nicht: "Wir haben ein Schild aufgestellt, das besagt, dass Kraftfahrzeuge auf dem Parkplatz erlaubt sind. Damit ist unsere Schuldigkeit getan." Direkte Anwohner gebe es dort nicht, die sich an den parkenden Lastwagen stören könnten: Auf der einen Seite seien Felder, auf der anderen zwei Supermärkte.

Bauersachs frage sich auch, wo die Brummis sonst stehen sollten. "Im Wohngebiet dürfen sie nun wirklich nicht parken, und wenn wir sie von dem jetzigen Stellplatz vertreiben, dann parken sie eben wo anders, wo es wirklich problematisch ist."

Der Vorsitzende des Kreisverbands Coburg im Bayerischen Gemeindetag und Bürgermeister von Ebersdorf, Bernd Reisenweber, kennt das Lastwagen-Problem aus seiner eigenen Gemeinde: "Wir haben bei der neuen Tankstelle den Gehweg gepflastert und neue Straßenlampen aufgestellt. Die ersten Lampen wurden schon kaputt gefahren." Und auch die Pflastersteine würden das Gewicht der Brummis nicht sonderlich gut vertragen - sie würden langsam verdrückt und senkten sich ab - das wiederum sei ein Risiko für Fußgänger. Reisenweber berichtet, dass es auch in Ebersdorf Stellen gab, die zwar offiziell nicht als Lkw-Parkplatz ausgewiesen waren, auf denen aber trotzdem Lastwagen gestanden haben. "Das waren Fahrer, die am Wochenende zu ihrer Familie fuhren. Den Parkplatz haben sie wirklich nur zum Abstellen der Fahrzeuge benutzt. Leider hat sich das herumgesprochen und plötzlich hatten wir im Winter hier auswärtige Fahrer, die bei uns campiert haben - inklusive Lärmbelästigung, wenn nachts um zwei Uhr der Diesel anspringt, damit die Fahrer heizen können." Das gehe natürlich nicht.

Die Gemeinde Ebersdorf habe bereits vor einiger Zeit eine private Firma zur kommunalen Verkehrsüberwachung beauftragt - ursprünglich, um die Sicherheit im Bereich der Schule und des Kindergartens zu verbessern. "Wild parkende Eltern, die ihre Sprösslinge zur Schule gebracht oder abgeholt haben, haben manchmal andere Kinder gefährdet", berichtet Reisenweber. Mittlerweile sei die kommunale Verkehrsüberwachung jedoch hauptsächlich mit den Lastkraftwagen beschäftigt. "Eigentlich bräuchten wir rund um die Uhr jemanden, der sich darum kümmert, dass die Straßen im Gewerbegebiet nicht vollgestellt werden." Außerdem könnten viele Verkehrsverstöße könnten kaum geahndet werden, da die Fahrer schnell wieder auf der Autobahn verschwunden seien, wenn der Ordnungsdienst auftauche.

Bernd Reisenwebers Lösungsansatz für diese Probleme ist ganzheitlich angelegt: "Weniger online bestellen, lokaler und regionaler einkaufen. Unser Kaufverhalten ist ein Grund für das enorme Transportaufkommen." Zudem solle man darüber nachdenken, wieder mehr Güter auf die Schiene zu verlagern.

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Judith Hobmaier
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Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
00:00 Uhr

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Judith Hobmaier

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13. 06. 2019
00:00 Uhr



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