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Im Gemeindebereich Ahorn entsteht ein landwirtschaftlicher Lehrpfad. Verständnis wecken für die Belange der Bauern ist das Ziel.



Niklas Sebald führte durch den landwirtschaftlichen Lehrpfad, den er entlang des Kutschweges in der Gemeinde angelegt hat. Fotos: Arnold
Niklas Sebald führte durch den landwirtschaftlichen Lehrpfad, den er entlang des Kutschweges in der Gemeinde angelegt hat. Fotos: Arnold   » zu den Bildern

Ahorn - Niklas Sebald besucht die landwirtschaftliche Fachschule in Coburg Für seine Sommersemesterarbeit hat sich der Jungbauer ein besonderes Projekt einfallen lassen: Sebald hat einen landwirtschaftlichen Lehrpfad entlang des Kutschweges angelegt. Gleichzeitig hat die Gemeinde Ahorn an der Strecke fünf Lebensraumtafeln und 17 Schilder zu alten Bäumen aufgestellt. Jetzt wurde das Projekt vorgestellt und mit einer Kutschfahrt eröffnet.

Der Bio-Landwirt Sebald reagiert damit auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Seinen Worten zufolge wissen viele Bürger nicht, was die Landwirte im Naturschutz bereits leisten. "Es wird viel gemacht, nicht nur von den biologischen Bauern, sondern auch von konventionellen", betonte Sebald. Mit dem Lehrpfad wolle er aufklären und das Verständnis der Bürger für die Landwirte wecken. "Ich habe die Hoffnung, dass die Leute stehen bleiben und sich das angucken", so Sebald.

Die Landwirtschaft habe sich in den vergangenen 100 Jahren mehr geändert, als in den 300 Jahren zuvor, erklärte er. "Früher ging es darum, möglichst viele Lebensmittel zu produzieren, um die Menschen satt zu bekommen. Heute wirkt auch der Umweltgedanke mit." Niklas Sebald ist der Hofnachfolger des Seßlacher Bio-Betriebes, der im Jahr 1991 auf ökologischen Landbau umgestellt wurde. Im Laufstall stehen 60 Milchkühe. Mit der Biogasanlage werden die Altstadt von Seßlach und Teile des Neubaugebietes beheizt. Sebald weist nun mit 17 Tafeln auf den Anbau von Pflanzen wie Weizen oder Roggen hin und stellt Lebensräume von Tieren vor. Dazu gehören beispielsweise ein ein Lerchenfenster oder ein großes Insektenhotel, in dem sich vor allem die vielen Arten von Wildbienen zuhause fühlen.

Bei Bürgermeister Martin Finzel rannte Niklas Sebald mit seiner Idee offenen Türen ein. Der historische Kutschweg habe sich angeboten, da der Weg einst das Herzogtum Sachsen-Coburg und das Königreich Bayern getrennt habe. Die Baumriesen aus der Entstehungszeit der Höhenallee sind laut Finzel unter Naturschutz gestellt und jetzt mit Hinweisschildern versehen. Das bilde eine Fortsetzung der Obstbaum-Allee zur Alten Schäferei in Ahorn.

Zusätzlich habe die Gemeinde fünf große Lebensraumtafeln zu den Themen Feldflur, Boden, Hecke, Reisighaufen und Streuobstwiese aufgestellt. Das Sebald’sche Projekt ergänze die Ausschilderung der Gemeinde Ahorn perfekt, freute sich Finzel.

Laut Harald Weber, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, werde Öffentlichkeitarbeit nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" umso mehr gebraucht. Dem schloss sich stellvertretende Landrat Rainer Mattern an und dankte den Landwirten für den Erhalt der Kulturlandschaft. Für den CSU-Landtagsabgeordneten Martin Mittag ist das Projekt von Niklas Sebald ein Indiz mehr, dass die Landwirtschaft schon sehr viel leiste. Sein Kollege im Landtag der SPD-Abgeordnete Michael Busch betonte, dass die kleineren und mittleren Betriebe in der Region nichts mit den großen Industriebetrieben gemeinsam hätten. Mit Blick auf die Region sagte er, dass sich am Großprojekt "Grünes Band" zeige, dass Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam funktioniere.

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Gabi Arnold
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
13:30 Uhr

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Gabi Arnold

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
13:30 Uhr



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