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Leo in Bayern ganz vorne

Das Caritas-Kinderhaus ist im Finale des Deutschen Kita-Preises. Ein Experten-Team hat die Einrichtung vergangene Woche unter die Lupe genommen. Jetzt heißt es Daumen drücken.



Gaby Reitmayer und Elena Rehm (hinten links und rechts) haben die Arbeit im Leo-Kinderhaus vergangene Woche genau beobachtet. Mit im Bild ist Franziska Brückner, die zur Erzieherin ausgebildet wird. Foto: Frank Wunderatsch
Gaby Reitmayer und Elena Rehm (hinten links und rechts) haben die Arbeit im Leo-Kinderhaus vergangene Woche genau beobachtet. Mit im Bild ist Franziska Brückner, die zur Erzieherin ausgebildet wird. Foto: Frank Wunderatsch  

Coburg - Sie malen, basteln oder experimentieren und wenn ihnen danach ist, dann ziehen sie auch mal mit Sauerstoffmasken in den Hofgarten und hinauf zur Veste. Nicht weil gerade Fasching ist, sondern weil ihr aktuelles Thema "Expedition zum Himalaya" heißt. Für die Kinder im Caritas-Kinderhaus ist es alltäglich, dass es bei ihnen eben nicht alltäglich zugeht. Und genau weil das so ist, hat das Haus auch schon viele Preise eingeheimst. Aktuell macht sich die Einrichtung allerdings auf, einen ganz großen Wurf zu landen. "Den Oscar der Preise", wie Leiterin Stephy Beck fast ein wenig ehrfürchtig bekennt.

Der Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Ziel ist es, gemeinsames Engagement für gute Qualität in Kitas und für Kitas sichtbar zu machen und zur Nachamung anzuregen.

 

Für den Kita-Preis 2019 haben sich mehr als 1600 Kitas und Initiativen beworben. Am 13. Mai werden die zehn Finalisten - darunter die Coburger Einrichtung - nach Berlin eingeladen. Dort wird der Sieger bekannt gegeben.

 

Die erstplatzierte Einrichtung darf 25 000 Euro mit nach Hause nehmen. Vier Zweitplatzierte werden mit je 10 000 ausgezeichnet.

 

Außerdem gibt es erstmals einen ELTERN-Sonderpreis. Ab April werden alle Finalisten in zehn Kurzfilmen auf der Seite www.eltern.de vorgestellt. Dort kann dann jeder für seine Wahl-Kita stimmen.

 

Zum zweiten Mal hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit Partnern (siehe Infokasten ) den bundesweiten Kita-Preis ausgelobt. "Mehr als 1600 Kitas und Initiativen haben sich schon im Sommer 2018 dafür beworben", weiß die Chefin des Caritas-Kinderhaus Leo. Schon jetzt ist klar: Aus ganz Bayern hat es nur die Coburger Einrichtung aus der Leopoldstraße in den Kreis der zehn Finalisten geschafft.

 

"Das alleine ist eigentlich schon eine Riesenauszeichnung", findet Norbert Hartz, der Geschäftsführer Caritasverband Stadt- und Landkreis e.V. Wie weit es für sein Team und die Kinder jetzt noch gehen wird, hängt von der Meinung der 18-köpfigen Jury ab. Und die bekommt jede Menge Informationen von zwei Expertinnen, die vergangene Woche das Kinderhaus ganz genau unter die Lupe genommen haben.

"Wir wollen hier den ganz normalen Alltag sehen", erklärt Elena Rehm von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Zusammen mit Gaby Reitmayer von der Internationalen Akademie Berlin (INA) verbringt sie zweieinhalb Tage in Coburg, um sich einen Eindruck vor Ort zu verschaffen. "Wir dokumentieren alles und legen das dann der Jury vor", so Rehm.

Für die Erzieherinnen und Kinder der Einrichtung heißt das: Ihre Gruppen bekommen Besuch. "Das ist für uns aber nichts Neues", sagt Stephy Beck. Das Kinderhaus werde oft von Experten besucht, die zum Beispiel hospitieren. "Außerdem wollen wir so wenig wie möglich auffallen und bewegen uns daher im Hintergrund", erklärt Rehm. Neben der Arbeit in den Gruppen und mit den Erzieherinnen sind die Expertinnen auch an den Eindrücken der Eltern interessiert. "Um ein umfassendes Bild zu bekommen, werden wir auch mit ihnen Gespräche führen", erzählt Elena Rehm. Sämtliche Eindrücke werden dann den Juroren übermittelt. Diese achten darauf, wie die Einrichtung die Kinder in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stellt oder wie die Nachbarschaft oder die umliegende Region miteinbezogen wird.

Im Fall des Kinderhaus Leo können die Expertinnen beim Punkt Einbindung der Umgebung schon mal einen dicken Haken machen. Denn "die Vernetzung mit der Stadt ist uns unheimlich wichtig", betont Leiterin Stephy Beck. Weil aus den Fragen der Kinder regelmäßig neue Projekte entstehen, sind die Jüngsten oft in der Innenstadt unterwegs. "Wir besorgen uns dort die Bücher oder Blumen und Pflanzen, die wir brauchen", erzählt Beck. Und auf der Suche nach einem Stethoskop wurde kurzerhand auch schon ein Kinderarzt besucht. "Wir holen nicht die Bildung ins Haus, sondern gehen einfach dahin, wo es interessant ist", erklärt die Kita-Leiterin. Und das sind mitunter auch Orte, vor denen Erwachsene erst einmal zurückschrecken. "Als beim Thema Ostern und der Auferstehung Jesu die Frage aufkam, was eigentlich mit den anderen Toten passiert, waren wir auf dem Friedhof am Glockenberg und sogar bei einem Bestatter. Kinder gehen mit diesen Sachen viel unbefangener als Erwachsene um", so Stephy Beck.

Neben der Wissensvermittlung durch Projekte wird im Leo auch die eigene Kreativität der Kinder groß geschrieben. "Künstlerisches Gestalten ist ein Schwerpunkt im Haus", betont Stephy Beck. Regelmäßig seien Künstler zu Gast, die mit den Kindern malen - ohne Vorlagen oder Schablone. Außerdem steht ein Kinder-Atelier, ein Draußen-Atelier sowie ein großes Waldgrundstück zur Verfügung. Allesamt Punkte, die Stephy Beck und ihr Team in dem Bewerbungstext für den Deutschen Kita- Preis aufgeführt haben. Ob das reicht für den ganz großen Erfolg? Elena Rehm und Gaby Reitmayer jedenfalls lassen sich nicht in die Karten blicken. Das würde auch wenig bringen. Die beiden haben nämlich keinen Einfluss auf die Entscheidung der Jury. Die verkündet ihre Wahl am 13. Mai in Berlin.

 
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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
17. 02. 2019
17:26 Uhr

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Steffi Wolf

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17. 02. 2019
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