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Coburg

Letzte Ruhe im Park

An einem Obelisken ist nun das Grab des Dichters Moritz August Thümmel entdeckt worden. Keiner hatte gewusst, wo sich dieses genau befindet.



Der Obelisk im Park von Schloss Falkenegg wird derzeit saniert. Foto: Rosenbusch
Der Obelisk im Park von Schloss Falkenegg wird derzeit saniert. Foto: Rosenbusch  

Coburg - Der Dichter Moritz August von Thümmel liegt in der Nähe des Obelisken begraben, der an sein Leben erinnert. Dass das so ist, war bekannt. Wo genau die Grabstätte liegt, wissen die Verantwortlichen der Stadt Coburg erst seit einigen Tagen. Bei Sanierungsarbeiten an der Steinsäule im Park von Schloss Falkenegg entdeckten sie diese zufällig.

Schloss Falkenegg

Der älteste Teil des Schlosses Falkenegg ist der viereckige Turm, den hatte laut Wikipedia Graf von Medorff, ein Schwager von Herzog Ernst I., errichten lassen. Im Jahr 1891 kaufte Baron Ledersteger-Falkenegg das Anwesen und ließ es erweitern. In den kommenden Jahren wechselten die Besitzer rasch. Zu dem Schloss gehört auch eine Parkanlage, die von Neuses aus zum Schloss hin aufsteigt. Der Obelisk steht direkt am Eingang und ist wohl das auffälligste Denkmal der Anlage.

Bevor auf dem Grundstück ein Schloss errichtet wurde, befand es sich im Besitz des Dichters Moritz August von Thümmel, der dort eine Grabstätte für seine Familie anlegen wollte.


In den nächsten Tagen kommen laut Frank Daginnus vom Hochbauamt Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalschutz, die sich die Grabstätte genauer ansehen werden. "Das Grab wird aber nicht geöffnet, um die Totenruhe nicht zu stören", kündigt Daginnus an. Die Arbeiten an dem Denkmal seien ohnehin geplant gewesen. Eine Spezialfirma saniere derzeit den Naturstein. Ob das die erste größere Maßnahme am Obelisken ist, kann Daginnus nicht mit letzterer Sicherheit sagen, es sei aber wahrscheinlich, dass das so ist.

Derzeit stützen Holzbalken das Denkmal, das über die Jahre ziemlich schief geworden ist. Die Sicherung sei notwendig, weil einige Steine im Bereich des Fundaments bereits abgetragen wurden. Mehr ist allerdings noch nicht geschehen, denn der spektakuläre Fund hat die Planungen durcheinander geworfen. Wie es weitergeht, wollen die Verantwortlichen in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz entscheiden, heißt es in einer Pressemitteilung. Einen Termin hiefür gebe es noch nicht. Fest stehe jedoch bereits, dass am Freitag ein Tragwerksplaner den Obelisken begutachten wird.

Gewidmet ist das Denkmal dem Schriftsteller Moritz August Thümmel, der 1817 in Coburg starb. Geboren wurde er 1738 in Schönefeld bei Leipzig. In das Herzogtum an der Itz kam er als Minister, deutschlandweit bekannt wurde er mit seinem literarischen Werk "Wilhelmine". Das Buch wurde in sechs europäische Sprachen übersetzt. Als sein Hauptwerk gilt der Roman "Reise in die mittäglichen Provinzen Frankreichs", für diesen zahlte ihm der Verleger 5000 Taler Honorar. Das ist mehr als Goethe für seine gesammelten Werke erhielt. Thümmel war einer der erfolgreichsten deutschen Autoren seiner Zeit. Er geriet nach seinem Tod allerdings in Vergessenheit. Das änderte sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als seine Bücher neu aufgelegt wurden.

Der Obelisk ist nicht das einzige Denkmal in dem verträumten Schlosspark. Dort wird auch an Prinz Christian-Frank von Sachsen-Coburg-Saalfeld und Gräfin Adrienne Elisabeth von Corneillan erinnert.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
17:12 Uhr

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Katja Diedler

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09. 10. 2019
17:12 Uhr



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